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Gestohlene Wertgegenstände wiederfinden

Wenn die Polizei eine Diebesbande fasst oder Hausdurchsuchungen bei Tatverdächtigen vornimmt, stellt sie oftmals eine Vielzahl an gestohlenen Kunst- und Wertgegenständen sicher. Die Schmuck- und Sammelstücke sind jedoch häufig nur schwer zu den rechtmäßigen Besitzern zurückzuverfolgen. Als Lösung hat das Bundeskriminalamt (BKA) die Online-Datenbank „Securius“ entwickelt, in der Polizei- und Zolldienststellen sichergestellte Kunst- und Wertgegenstände registrieren. Bürgerinnen und Bürger, die in der Vergangenheit bestohlen wurden, können in der Datenbank nach entwendeten Erinnerungsstücken suchen. Erkennt jemand einen lange vermissten Gegenstand wieder, kann er ihn nach Vorlage eines entsprechenden Eigentumsnachweises zurückbekommen.

Internationale Reichweite

Die Online-Datenbank wurde seit ihrer Entwicklung im Jahr 2008 stetig aktualisiert und erweitert. Dabei soll sie nicht nur deutschen Geschädigten helfen. Auch international sollen Bürgerinnen und Bürger die Datenbank künftig nutzen können. Im Ausland sichergestellte Kunst- und Wertgegenstände können in der Datenbank registriert werden, wenn die ausländischen Kollegen eine entsprechende Verbindung zu Deutschland feststellen konnten. „Die Interpol-Dienststellen können problemlos mit uns in Kontakt treten, wenn sie Diebesgut aus Deutschland sicherstellen. Wir registrieren die geeigneten Gegenstände dann zeitnah in Securius“, erzählt Stegmann. Darüber hinaus arbeitet das BKA aktuell an einer Kooperation mit der Polizei in Albanien. „Da wir in letzter Zeit im Bereich der Wohnungseinbruchdiebstahl-Kriminalität relativ viele albanische Tatverdächtige hatten, möchten wir die Software auch der albanischen Polizei zur Verfügung stellen. Werden dort künftig Kunst- oder Wertgegenstände sichergestellt, bei denen der Verdacht besteht, dass sie aus einer Straftat in Deutschland stammen, können die albanischen Kollegen sie in die Datenbank aufnehmen“, schildert Stegmann die internationale Zusammenarbeit.

Aktuell sind etwa 5.000 sichergestellte Einzelstücke registriert

Logo von Securius, © BKA

Eine hohe Zuordnungsquote

Nach Einführung der Datenbank wurde relativ schnell eine verhältnismäßig hohe Zuordnungsquote von 50 Prozent erreicht. „Das heißt: Etwa die Hälfte der Gegenstände, die in Securius eingestellt wurden, konnten dem rechtmäßigen Eigentümer zugeordnet werden. Wenn wir das ins Verhältnis zur Aufklärungsquote beim Wohnungseinbruchdiebstahl (ca. 16 Prozent) setzen, wo diese Gegenstände häufig herkommen, haben wir über viele Jahre hinweg gute Erfolge“, freut sich Guido Stegmann. Die Datenbank zählt jährlich ungefähr 100.000 Zugriffe aus dem In- und Ausland. Aktuell wird sie in ein internationales Format umgesetzt und mehrsprachig gestaltet. „Wir hoffen alle, dass sich Securius in den nächsten Jahren genauso erfolgreich weiterentwickeln wird wie in der Vergangenheit. In dem Moment, wo andere Staaten selbst in die Lage versetzt werden, Gegenstände zu erfassen, gehe ich davon aus, dass die Datenbank noch intensiver genutzt wird“, fasst er zusammen.

 

FL (27.04.2018)

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