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Die „Gemeinsame Fahndungsgruppe Neiße“

KFZ-Diebstahl ist besonders in den Grenzgebieten Deutschlands ein Problem. Denn südosteuropäische Tätergruppen kommen in die BRD, um hier gezielt Fahrzeuge zu stehlen. Um koordinierter gegen die Täter vorgehen zu können, hat die Polizeidirektion Görlitz in Kooperation mit der polnischen Polizei im Jahr 2008 die „Gemeinsame Fahndungsgruppe Neiße“ ins Leben gerufen.

André Schäfer

Erster Polizeihauptkommissar, © Polizeidirektion Görlitz

Organisierte Kriminalität bei KFZ-Diebstahl

Beim Autodiebstahl handelt es sich in vielen Fällen nicht um Einzeltaten, sondern um gut organisierte Tätergruppen. „Im Fokus der Täter stehen momentan Fahrzeuge von VW, Audi und Skoda. Die Diebe handeln dabei im Auftrag, das heißt, es gibt regelrechte Bestell-Listen mit Fahrzeugen, die sie dann hier in Deutschland abarbeiten“, berichtet der Erste Polizeihauptkommissar. Die Diebe würden die gestohlenen Fahrzeuge im Anschluss nicht selbst ins Ausland bringen, sondern Fahrer dafür beauftragen. „Werden diese auf der Rückfahrt von uns oder anderen Fahndungsgruppen gestellt, fängt die Arbeit erst an. Denn dann gilt es, an die Hintermänner und Auftraggeber zu kommen“, sagt Schäfer. Gefasst würden die meisten Täter auf der A4, die über Dresden und Görlitz nach Polen führt oder auf der A17 von Dresden nach Tschechien.

Mehr Beschaffungskriminalität im Grenzgebiet

Sorge bereitet den Beamten auch die zunehmende Beschaffungskriminalität von Drogensüchtigen in den grenznahen Gebieten. „Die Täter fokussieren sich auf Ladendiebstähle, aber auch die Fahrraddiebstähle haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Allein in Görlitz wurden im Jahr 2016 über 570 Fahrräder gestohlen – und das in einer Stadt mit nur knapp 56.000 Einwohnern“, so Schäfer. Die oft teuren Fahrräder würden von den Tätern über die Grenze gebracht und dann für kleines Geld an Werkstätten verkauft, um ihre Sucht zu finanzieren.

Eine gute Zusammenarbeit

Die Polizisten der „Gemeinsamen Fahndungsgruppe Neiße“ sind mit ihrer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit seit dem aktualisierten deutsch-polnischen Polizeiabkommen von 2015 sehr zufrieden und man versteht sich auch auf persönlicher Ebene. „Durch die Neufassung des deutsch-polnischen Polizeiabkommens haben sich die Konditionen für die Polizisten beiderseits von Neiße und Oder deutlich verbessert“, freut sich André Schäfer. Auch die Sprachbarrieren konnten sehr gut abgebaut werden. „In der Fahndungsgruppe selbst sprechen alle zehn Beamten gutes bis sehr gutes Polnisch, das erleichtert die Zusammenarbeit natürlich ungemein. Schön wäre es aber, wenn auch die anderen Beamtinnen und Beamten außerhalb der Fahndungsgruppe ihre Sprachkenntnisse verbessern würden. Schließlich haben auch sie in ihrer Arbeit viel mit polnischen Staatsangehörigen zu tun“, fasst Schäfer zusammen.

FL (29.09.2017)

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