Sie sind hier >  /  
< Oldtimer-Betrug

Falschgeld sicher erkennen!

Würden Sie sofort bemerken, wenn Sie einen gefälschten Geldschein in den Händen halten? Oder könnten Sie auf Anhieb beschreiben, wie ein 20- oder 50-Euro-Schein aussieht? Auch wenn wir so gut wie täglich mit Bargeld zu tun haben – bewusst wahrgenommen werden die verschiedenen Banknoten eher selten. Unachtsamkeit spielt dabei Geldfälschern in die Hände. Carsten Urbat vom Falschgeldkommissariat des Landeskriminalamts Berlin erklärt, wodurch sich echte Banknoten von gefälschten unterscheiden.

Es gibt nicht die „Superfälschung“

Am häufigsten gefälscht werden 20- und 50-Euro-Noten. Professionelle Fälscher verwenden für ihre Imitate Offset-Druckmaschinen, mit denen Noten in großer Menge hergestellt werden können. Carsten Urbat: „Beim professionellen Geldfälschen wird aber nicht nur gedruckt, sondern die einzelnen Druckbögen werden noch einmal nachbearbeitet. Denn es sind mehrere Schritte nötig, um die Scheine möglichst echt aussehen zu lassen. Zum Beispiel werden recht aufwändig Sicherheitsfolienimitate aufgebracht oder doppellagige Scheine hergestellt, bei denen das Wasserzeichen dann von innen aufgetragen wird.“ Obwohl es manchen Fälschern gelingt, einzelne Sicherheitsmerkmale sehr gut zu imitieren, wird man kaum alle Sicherheitsmerkmale auf einmal für eine Note fälschen können. „Es gibt nicht die „Superfälschung“. Überprüft man mehrere Sicherheitsmerkmale auf einem Schein, ist die Chance relativ groß, dass man eine Fälschung auch erkennt. Ein Sicherheitsmerkmal allein kann jedoch trügerisch sein.“

50-Euro-Noten werden mit am häufigsten gefälscht

© LKA Berlin

Einzelhandel, Tankstellen und Apotheken besonders betroffen

Auch wenn die Chance, als Kunde an Falschgeld zu geraten, relativ gering ist, rät Urbat doch zur Vorsicht. Nicht jedes Geschäft prüft die angenommenen Geldscheine auf ihre Echtheit. Teilweise sind die Mitarbeiter angewiesen, zumindest Stichproben zu machen – aber nicht immer. Zum Teil werden den Beschäftigten auch technische Hilfsmittel an die Hand gegeben. So kann etwa maschinell überprüft werden, ob ein Schein echt ist. „Das ist ein recht sicheres Verfahren, weil dabei mehrere Sicherheitsmerkmale parallel abgeprüft werden. Manche Geschäfte haben aber lediglich UV-Lampen im Einsatz. Diese bringen nicht viel, da bei guten Fälschungen in der Regel auch die fluoreszierenden Merkmale gut nachgeahmt sind. Hier würde der Betrug also nicht weiter auffallen“, betont Urbat.

Sicherheitsmerkmale Die Deutsche Bundesbank hat auf ihrer Webseite die einzelnen Sicherheitsmerkmale für jede Euro-Note abgebildet und detailliert beschrieben, woran man echte Banknoten erkennt. In kurzen Videos wird außerdem erklärt, wie man im Schnelltest Falschgeld erkennen kann.

Wer Falschgeld wissentlich weitergibt, macht sich strafbar

Wenn man Falschgeld in seinem Portemonnaie feststellt, sollte man am besten damit zur Polizei gehen und angeben, wo man die Note bekommen hat – sofern man dies denn noch nachvollziehen kann. Ersetzt werden die gefälschten Noten weder von der Bank noch der Polizei. Wichtig zu wissen: Wer Falschgeld entdeckt und trotzdem einfach weitergibt, macht sich strafbar. „Neben dem klassischen Straftatbestand der Geldfälschung gibt es auch noch das Inverkehrbringen von Falschgeld – auch hier können Haftstrafen drohen“, warnt der Experte. Wenn man also Banknoten als Wechselgeld erhält, sollte man möglichst sofort überprüfen, ob mehrere Sicherheitsmerkmale auf den Scheinen zu finden sind. „Wenn man einen Tag später bemerkt, dass der Schein nicht echt ist, hat man kaum eine Chance, das bei dem jeweiligen Geschäft noch rückwirkend zu reklamieren“, so Urbat.

SW (29.04.2016)

Seite: << zurück 1 2

Weitere Infos zum Thema Diebstahl / Betrug

Fahrraddiebstahl-Prävention bei der Polizei Bremen

In Deutschland werden jedes Jahr über 300.000 Fahrraddiebstähle...[mehr erfahren]

Profi-Anrufer bringen Senioren um ihr Geld

Sie geben sich als Lotterieveranstalter, Polizisten, Rechtsanwälte...[mehr erfahren]

So schützen Sie sich vor Betrügern

Ob angeblicher Handwerker oder Spendensammler: Betrüger lassen sich...[mehr erfahren]

Wie man gefälschte Dokumente erkennt und überprüfen kann

Auf einem Tisch in der Urkundenprüfstelle bei der Polizei in...[mehr erfahren]

Abzocker rechtzeitig erkennen

Betrüger nutzen die entspannte Stimmung von Urlaubern, um sie zum...[mehr erfahren]

Aktivitäten

Service

Über diese Suchfunktion finden Sie bundesweit kriminal-polizeiliche Beratungsstellen
Beratungsstellensuche

Newsletter

Unterstützer

Hier finden Sie unsere Unterstützer nach Themengebiet sortiert

Präventionsvideos

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Und gerade mit bewegten Bildern werden wir alle viel leichter erreicht als mit nüchternen Informationsmaterialien, die nur den Verstand ansprechen. Hier finden Sie die Präventionsvideos.

Schützen Sie Ihre Immobilie gegen Einbruch!

In diesem Video gibt Hauptkommissar Peter Werkmüller von der Kriminal-polizeilichen Beratungsstelle in Düsseldorf Tipps zum Einbruchschutz.

Erklärung einschlägiger Präventions-Begriffe

Beliebte Artikel zum Thema Diebstahl / Betrug

Sicherheitsbehörden in Deutschland

Abstimmung

Sind Sie für eine Videoüberwachung auf allen öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen?
JA, denn Kameras erhöhen das Sicherheitsgefühl von Anliegern und Passanten und verunsichern zugleich Straftäter. Kleine Straftaten werden verhindert, große schneller aufgeklärt.
Ich bin für Videoüberwachung, jedoch eingeschränkt auf die Bereiche, wo sie Sinn macht, z.B. in Bahnhöfen oder Geschäften, wo allein die Drohung mit der Kamera Straftäter abschreckt. Videoüberwachung ja, wenn sie begrenzt ist, aber nicht flächendeckend!
NEIN, dadurch wäre das Recht des Passanten auf das eigene Bild, auf Anonymität und Privatsphäre in Gefahr. Flächendeckende Aufzeichnungen führen zu einem Überwachungsstaat.