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Lebende Statuen zocken Touristen ab

Mit ihren aufwändigen Kostümen und geschminkten Gesichtern ziehen sie die Aufmerksamkeit von Passanten und Touristen auf sich: „Lebende Statuen“, die in deutschen Innenstädten gegen eine Geldspende zum Leben erwachen und kleine Kunststücke vorführen. In Köln sorgten die Darsteller aber nicht nur für Unterhaltung, sondern auch für Ärger.

Die aufwändige Kostümierung der lebenden Statuen ist vielen ein Foto wert

© giavioneta, fotolia

Neue Spielregeln und Platzverweise 

Die Stadt Köln führte in Zusammenarbeit mit der Polizei Kontrollen durch und stellte zunächst die Personalien der Darsteller fest. Außerdem wurden klare Regelungen aufgestellt: Jede lebende Statue muss vor dem Bereich, in dem sie sich bei ihrem Auftritt bewegt, ab sofort ein Gefäß aufstellen, um deutlich zu machen, dass für die Darbietung eine kleine Spende erwartet wird. Das Ansprechen oder Belästigen von Passanten und jegliche Form von aggressivem Betteln oder das Einfordern von bestimmten Geldsummen wurde hingegen verboten. Bei Zuwiderhandlungen wurden sofort Platzverweise ausgesprochen. Das heißt, die betreffende Person musste für diesen Tag den Platz verlassen und durfte auch nirgendwo anders auftreten. Außerdem wurden Hilfsmittel wie Podeste oder andere unterstützende Gegenstände verboten, damit die Aufmerksamkeit nicht noch zusätzlich auf bestimmte Künstler gelenkt wird. 

 

„Das konsequente Vorgehen und die regelmäßigen Kontrollen haben in der Zwischenzeit dazu geführt, dass sich die Lage wieder beruhigt hat“, so Breetzmann. „In letzter Zeit gab es keine Beschwerden mehr – die Darsteller halten sich in Großem und Ganzem an die Spielregeln.“ Ein komplettes Verbot der bettelnden Statuen kommt nicht in Frage, da Betteln bzw. künstlerische Darstellungen auf der Straße in Deutschland gesetzlich nicht verboten sind. 

Kooperation mit der Polizei 

Unter anderem hat auch die Kooperation mit der Polizei viel dazu beigetragen, dass man die Lage schnell in den Griff bekommen hat. Kontrollen in Zivil oder Uniform sorgen unter anderem dafür, dass alles ruhig bleibt. Auch der Besuch von rumänischen Polizeibeamten in Deutschland wurde dazu genutzt, um noch einmal gezielt mit einigen der Darsteller in Kontakt zu treten, denn viele der lebenden Statuen kommen aus Rumänien. So konnten Sprachbarrieren leichter überwunden werden. „Die Zusammenarbeit mit der Polizei funktioniert wirklich sehr gut, wir unterstützen uns gegenseitig in dieser Sache“, betont Jörg Breetzmann. 

Sich nicht unter Druck setzen lassen 

Sollten Touristen dennoch von den lebenden Statuen zur Zahlung einer bestimmten Geldsumme aufgefordert werden, empfiehlt Jörg Breetzmann, ihnen kein Geld zu geben, sondern die Polizei zu informieren. „Man kann sich in so einem Fall ruhig laut zur Wehr setzen und gegebenenfalls andere um Hilfe bitten. Man sollte sich keinesfalls unter Druck setzen lassen und die Sache in jedem Fall melden.“ Polizei und Ordnungsamt wollen das Phänomen weiter im Auge behalten, vor allem im kommenden Frühjahr und Sommer, wenn wieder viele Touristen nach Köln kommen. SW (24.01.2014) 

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