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Sicherheitsrisiko Mensch

„Wie schütze ich meinen Betrieb vor Einbruch und Datendiebstahl?“ Mit dieser Frage gehen viele Unternehmer leichtfertig um. Der tägliche Betrieb mit seinen Herausforderungen nimmt alle Energie von Unternehmern und Mitarbeitern in Anspruch. Dennoch hat das Thema Sicherheit für jedes Unternehmen eine hohe Relevanz: Es kann geradezu überlebenswichtig sein.

 

Gewohnheiten durchbrechen

Der größte Feind ist die Gewohnheit. Nicht selten hört Joachim Zieschang Sätze wie: „Wie stellen Sie sich das vor? Wir können unsere Betriebsabläufe nicht ändern.“ Wenn er fragt, warum zum Beispiel eine Tür nicht geschlossen wird, sondern ein Keil sie offen hält, dann entpuppt sich das Verhalten als eine liebgewordene Gewohnheit, die als unvermeidlicher Betriebsablauf deklariert wird. „Wenn der Kollege mit zwei Tassen in der Hand oder zwei Bündel Papieren und Akten im Arm zur Tür kommt … wie soll das denn gehen?“, wird ihm oft entgegengehalten.

„Wir müssen den Mitarbeitern in der Beratung klarmachen, was passieren kann, wenn die Tür den ganzen Tag offen steht: Dann kann jedermann unkontrolliert in das Gebäude hinein“, erklärt Zieschang. Die Herausforderung ist, am Ende der Beratung auch durchzusetzen, dass die Tür ab sofort immer geschlossen bleibt; und dass sonst Sanktionen drohen. Diese Sicherheitsmaßnahme kostet kein Geld, erzielt aber eine große Wirkung.

Risikofaktor Besucher

Grundlegend sollte man immer achtsam sein und gewisse Grundregeln beachten, auch wenn zum Besuch ein Vertrauensverhältnis besteht:

  • Man sollte sich klarmachen, welche Bereiche im Betrieb sensibel und welche weniger sensibel in Sachen Sicherheit und Vertraulichkeit sind.
  • Kein Besucher sollte sich frei im Gebäude bewegen dürfen. Besuch muss vorher angemeldet werden, an der Tür in Empfang genommen, bis zum Gesprächspartner geführt und auch wieder aus dem Gebäude hinausgebracht werden.
  • Ein Besucher sollte nicht unbeobachtet einen Betriebscomputer nutzen dürfen.
  • Hilfreich für eine Zugangskontrolle ist außerdem eine Wechselsprechanlage, im Idealfall auch eine Videogegensprechanlage.
  • Der Gemeinschaftsdrucker sollte, wenn möglich, nicht im Gang stehen, wo auch Besucher entlanggehen. Wenn es nicht anders geht, hilft eine spezielle Software, die es zwar erlaubt, den Druckauftrag vom Büro aus zu starten, den Druckvorgang aber erst in Gang setzt, wenn sich die Person am Gerät durch einen Code identifiziert hat. So umgeht man Situationen, in denen der Mitarbeiter im Nebenraum telefoniert, während der Druckvorgang im Flur läuft und schon erfolgte Ausdrucke von Dritten gelesen werden können.
  • Außerdem sollte die Reinigungsfirma bekannt sein und gewährleisten, dass möglichst immer dieselben Personen das Gebäude reinigen. Eventuell sollte ein Angestellter oder ein Sicherheitsunternehmen während der Reinigungszeit in sensiblen Bereichen vor Ort sein.

Der Nachbar hilft

Wenn man gegenseitig aufmerksam ist, kann man in vielen Fällen Einbruchsversuche verhindern. Dabei reicht es schon, wenn man seine Nachbarn kennt, ein gutes Verhältnis zu ihnen hat und gegenseitig die Kontaktdaten austauscht. Wenn der Nachbar zum Beispiel Fremde auf dem Grundstück nebenan entdeckt oder ein Auto beobachtet, dass immer wieder langsam am Betrieb vorbeifährt als würde es etwas ausspionieren, ist es wichtig, sich gegenseitig zu informieren, um rechtzeitig die Polizei einzuschalten.

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