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Gewalt gegen Polizisten

Gewalttaten gegen Polizistinnen und Polizisten haben in den letzten Jahren stetig zugenommen. Oliver Malchow, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) spricht über Fakten, Hintergründe und die Forderungen an die Politik, um Polizeibeamte besser zu schützen.

Oliver Malchow

Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei © GdP-Bundesvorstand

Werden die Beamtinnen und Beamten auf solche Situationen vorbereitet?

Es gibt ein so genanntes Einsatztraining, bei dem immer ein anderes Thema im Vordergrund steht. Seit zwei Jahren geht es verstärkt um die Eigensicherung, zum Beispiel: Wie bin ich im Dienst ausgestattet? Wie spreche ich Menschen an? Wie halte ich Abstand, wenn ich eine Konfrontation vermeiden will? Alles passiert immer unter der Überschrift, sich nicht zu gefährden. Das führt leider dazu, dass die Polizei distanzierter wird. Wenn man nicht mehr immer nur nett und freundlich zu jedem sein kann und aus Eigensicherungsgründen mit einer Körperkamera oder einer Schutzweste unterwegs ist, vermittelt das Distanz. Das bedauern wir, aber die Distanz ist im Moment notwendig.

Wie will man die Gratwanderung meistern, sich Respekt zu verschaffen, ohne die Nähe zum Bürger zu verlieren?

Das wird trainiert, denn jeder Mensch reagiert anders. Man muss ein Gespür dafür haben, welcher Ton in welcher Situation angemessen ist. Wir als Polizei müssen leider davon wegkommen, solche Situationen nur noch als normales Gespräch abzuwickeln. Wir müssen deutlicher machen, dass der Staat handelt und man sich an Regeln zu halten hat. Normengerechtes Verhalten scheint in den letzten Jahren an Wert verloren zu haben. Das hängt auch mit der digitalen Welt zusammen. Wie sich die Menschen hier ausdrücken, hat oft nichts mehr mit netten Umgangsformen zu tun.

Haben Sie das Gefühl, dass sich die momentane Situation auf die Attraktivität des Polizeiberufs auswirkt?

Die Attraktivität ist immer noch groß. Denn kaum jemand geht zur Polizei, weil er denkt, hier seine körperlichen Kräfte einsetzen zu können. Die meisten wollen Freund und Helfer sein. Vielleicht hält das im Einzelnen jemanden ab, aber im Großen und Ganzen hat der Rückgang der Bewerberzahlen damit nichts zu tun. Das hängt eher damit zusammen, dass es mittlerweile viele sichere Arbeitsplätze in der Wirtschaft gibt, die zum Teil besser bezahlt werden.

MW (25.08.2017)

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