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< Flüchtlinge in der Abmahnfalle

Fake-Shops bei Amazon

Immer wieder fallen Käufer auf so genannte „Fake-Shops“ bei Amazon herein. Betrüger nutzen die Popularität und Seriosität des Online-Kaufhauses, um dort eigene Angebote zu platzieren. Kunden bestellen die vermeintlichen Schnäppchen und überweisen die geforderte Summe an die Cyberkriminellen – ohne das bestellte Produkt je zu erhalten. Hans-Joachim Henschel vom „Ratgeber Internetkriminalität“ der Polizei Niedersachsen erklärt, wie die Betrüger vorgehen und wie man sich schützen kann.

Welche Waren sind hauptsächlich betroffen?

Das kann unterschiedlich sein. In der Regel sind dies aber hochpreisige Elektroartikel wie TV-Geräte, Smartphones oder Computer. Oft Artikel, die woanders, etwa direkt bei Amazon, den Normalpreis haben oder bereits aufgrund aktueller Nachfrage nahezu ausverkauft sind. Aber auch Angebote wie Softwarelizenzen können dabei sein. So tauchen aktuell immer wieder Shops auf, die gerade jetzt Windows-7-Lizenzen zu Spottpreisen anbieten, da diese noch für den Wechsel zu Windows 10 genutzt werden können. Wer hier den Verkäufer nicht genau prüft, hat möglicherweise einen Lizenzkey erworben, der nicht funktioniert oder als Fälschung bzw. illegale Version von Microsoft nicht akzeptiert wird. Da sind dann auch mal 20 Euro sehr ärgerlich. 

Wie können Verbraucher sich schützen?

Wenn ich bei Amazon oder ähnlichen Shops einkaufe, wird mir angezeigt, bei wem ich den Kauf durchführe. Zum Beispiel steht bei Amazon „Verkauf und Versand durch Amazon“. Suche ich speziell nach einem Artikel, etwa „Tennisschläger“, zeigt mir Amazon außerdem eine Liste der gefundenen Artikel an. Dazu werden mir am linken Bildrand Filter angeboten. So kann ich speziell nur Amazon-Angebote, Prime-Artikel oder mir bekannte Shops auswählen. Alternative Verkäufer werden bei den Artikeln immer explizit ausgewiesen. Über die Verlinkung der einzelnen Verkäufer kann man sich außerdem weitere Infos wie die Handelsregisternummer die Geschäftsadresse oder die Telefonnummer einholen. Über Google kann man dann etwa weiterforschen, wenn man unsicher ist und mehr wissen möchte. Bei der Shop-Beschreibung sollte man dann auch die Bewertungen durchlesen. Natürlich können diese Angaben und die Bewertungen auch gefälscht sein. Viele Fakeshops haben aber zu Beginn meist keine oder nur wenige Bewertungen.

Hans-Joachim Henschel

LKA Niedersachsen, © LKA Niedersachsen

Was können Indizien für einen Fakeshop sein?

Die Antworten der kriminellen Fakeshop-Verkäufer sind derzeit noch in schlechtem Deutsch verfasst und sollten spätestens hier beim Empfänger für Bauchgrummeln sorgen. Betont wird immer, dass der komplette Verkauf seriös und sicher ist. Die angebotene Ware ist außerdem immer Neuware mit Garantie und Mehrwertsteuer. Auch die Bezahlung und der Versand sollen angeblich immer besonders sicher sein. Die Bezahlung bei echten Shops läuft direkt über den Amazon-Warenkorb und das Amazon-Konto. Ein Umweg auf andere Seiten ist nicht normal und ein Hinweis auf Betrug. Im Warenkorb wird mir auch nochmals der Verkäufer mit der jeweiligen Lieferzeit gezeigt. Sollte später etwas schieflaufen, dann kann ich mich immer an den Amazon-Kundendienst wenden, der hier wie ein Treuhänder fungiert. Kontaktaufnahmen und Einkäufe außerhalb der von Amazon angebotenen Möglichkeiten sind nicht geschützt. Wenn ich mir nicht sicher bin, sollte ich meinem Bauchgefühl vertrauen und lieber nicht bestellen, bzw. die Ware doch in einem seriösen Shop ordern, auch wenn sie etwas teurer ist.

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