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< Das etwas andere Experiment

Die Drogenberatungsstelle als Lebenshilfe

Drogenberatungsstellen sind für Suchtgefährdete oder Abhängige häufig die erste Anlaufstelle, wenn es um den Ausstieg aus der Sucht geht. Die Geschichten der Konsumenten sind dabei vielfältig. Sie kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten und aus allen Altersstufen.

Vorbilder können retten oder zerstören

Positive Vorbilder – wie etwa die junge Frau, in die sich der 23-Jährige verliebt hatte – können bei Abhängigen etwas in Bewegung setzen und bewirken, dass jemand einen Weg aus seiner Sucht findet. Aber genauso können negative Vorbilder den Ausstieg aus der Drogenszene erschweren oder sogar unmöglich machen. Gerade die offene Drogenszene ist ein Problem. Wolfram Schulte erklärt: „Wenn man ständig nur mit Menschen zu tun hat, die selbst keinen Ausweg sehen und für die alles sinnlos ist, wird jeder Funken Hoffnung, den man selbst hat, sofort zunichte gemacht. Wenn etwa jede Therapie, die man ausprobieren will, von einem anderen Süchtigen schlecht gemacht wird – weil sie von demjenigen vielleicht nicht durchgehalten wurde – kann das fatale Auswirkungen haben“, weiß Schulte. 

Man kann nicht davon ausgehen, dass ein Süchtiger es geschafft hat, sobald er in der Drogenersatztherapie ist. „Für viele kommen Dinge wie bestehende Schulden oder laufende Strafverfahren dann wie aus heiterem Himmel. Weil sie das erste Mal seit Langem wieder halbwegs klar denken können. Und dann ist eben die Frage, ob sie sich dem Ganzen stellen können oder ob sie es so machen, wie sie es seit Jahren gewohnt sind und die Probleme einfach verdrängen,“ so Schulte.

Eine sinnvolle Freizeitgestaltung kann Suchterkrankungen vorbeugen

© CC-Verlag

Sinnvolle Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche

Besonders Kinder und Jugendliche aus instabilen Familienverhältnissen sind gefährdet, wenn es um den Konsum von Suchtmitteln geht. Kommen dann noch Kürzungen im sozialen Bereich, wie etwa bei der Hausaufgabenhilfe oder dem Mittagstisch hinzu, verschärft sich ihre Lage weiter. Viele Jugendliche sind dann auf sich alleine gestellt. Geraten sie an eine Gruppe, in der Drogen eine Rolle spielen, ist es für sie schwer, sich dem zu verschließen. 

 

Die Drogenberatungsstelle versucht, Freizeitangebote für die Kinder von Substituierten zu schaffen. Sie gehen etwa mit ihnen ins Theater oder organisieren im Advent den Besuch eines Weihnachtsmannes. Es werden auch Projekte angeboten, bei denen die Kinder beispielsweise die Möglichkeit haben, zu reiten. Sie sind dann für die Pflege der Pferde und das Ausmisten der Ställe verantwortlich. Die Finanzierung solcher Freizeitangebote ist nicht ganz einfach, häufig werden sie nur durch Spendengelder ermöglicht. „Für viele der Kinder ist es völlig ungewohnt, sich in der freien Natur aufzuhalten. Die kennen gar keine Welt jenseits des Fernsehers. Selbst die Eltern sind manchmal ganz aufgeregt, wenn wir diese Ausflüge machen – weil sie so etwas selbst auch nie kennengelernt haben“, so der Suchttherapeut. Ein weiterer Ansatzpunkt ist, die Kinder in Sportvereinen anzumelden. Die festen Trainingszeiten geben dem Leben der Kinder Struktur und sorgen dafür, dass sie sich sinnvoll beschäftigen. „Es ist wichtig, den Kindern Alternativen zu zeigen, ihr Leben und ihre Freizeit zu gestalten. Weil dies eben auch Erzählmöglichkeiten und positive Erinnerungen schafft. Wir versuchen, die Eltern bestmöglich bei der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen – denn auch ihnen fehlen häufig die Vorbilder. Sie wissen es einfach nicht besser.“

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