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Die Sucht nach Glück

Der Fachbegriff für Glücksspielsucht: pathologisches (krankhaftes) Glücksspielverhalten. Die Zahl der Menschen, die an dieser Suchtform leiden, steigt in Deutschland seit Jahren an. Glücksspielsüchtige sind größtenteils männlich und haben häufig weitere psychische Störungen.

Einstieg – Sucht – Kriminalität

Der Einstieg in die Sucht ist bei vielen Betroffenen ähnlich: „Viele Glücksspieler, die in Beratung oder in die Therapie kommen, berichten, dass sie am Anfang einen größeren Gewinn hatten“, berichtet Ilona Füchtenschnieder. Wer gewinnt, möchte diese Erfahrung wiederholen. „Viele hatten den ersten Kontakt zum Glücksspiel auch eher zufällig in einer Gaststätte oder mit Freunden, häufig auch mit den Eltern.“ Doch auf Dauer kennen Glücksspielautomaten und Spielcasinos nur einen Gewinner: den Betreiber des Lokals oder der Automaten.

Kurzer Selbsttest

Wer mehr als zwei Aussagen mit Ja beantwortet, sollte sich Hilfe holen:

  • Ich denke oft ans Spielen, verspüre einen inneren Spieldrang.
  • Ich kann erst aufhören, wenn ich kein Geld mehr habe.
  • Verlieren ist eine Niederlage, die ich wettmachen möchte.
  • Zur Geldbeschaffung habe ich schon gelogen und betrogen.

Folgen der Glücksspielspielsucht sind zerstörte Ehen, hohe Verschuldung, Verlust des Arbeitsplatzes und Straftaten zur Deckung des Geldbedarfs. „Glücksspielsüchtige sind im Vergleich zu anderen Suchtkranken die am höchsten verschuldete Gruppe“, so Ilona Füchtenschnieder.

Rechtslage und Kriminalitätsstatistik

Glücksspiel ist in Deutschland generell verboten. Das besagen die Paragraphen 284 bis 297 des Strafgesetzbuchs. Legal ist es dann, wenn es mit staatlicher Konzession nach dem Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) angeboten wird. Wer ohne behördliche Erlaubnis öffentlich ein Glücksspiel veranstaltet oder die Einrichtungen hierzu bereitstellt, wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft.
Laut Polizeilicher Kriminalstatistik gab es im Jahr 2018 insgesamt 838 Fälle im Bereich des illegalen Glücksspiels. Davon waren 446 Delikte unerlaubte Veranstaltungen eines Glücksspiels, einer Lotterie oder Ausspielung. In 392 Fällen wurde den Angeklagten die Beteiligung an unerlaubtem Glücksspiel zur Last gelegt.

Online-Angebote bieten besonders hohes Suchtpotenzial

Auch das Internetglücksspiel ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Daher wird der Markt vor allem von nicht-regulierten Anbietern („grauer Markt“) bedient, also von solchen, die eine Glücksspielkonzession in einem anderen EU-Land besitzen, beziehungsweise vom illegalen „schwarzen“ Markt. Was viele Anwenderinnen und Anwender nicht wissen: Auch wenn man die Angebote nutzt, macht man sich strafbar. Denn selbst die Teilnahme an Spielen ausländischer Anbieter ist verboten.
Aus suchtpräventiver Sicht sind Online-Angebote besonders gefährlich, da es kaum Möglichkeiten gibt, sich diesen zu entziehen. Surft man im Internet, muss man nicht einmal mehr die entsprechenden Seiten aufrufen, um nach vorheriger Nutzung erneut mit Glücksspielen konfrontiert zu werden: „Plug-In-Werbung“ sorgt dafür, dass früher genutzte Angebote als Werbung angezeigt werden. Zudem ist eine Kontrolle kaum möglich: Für Minderjährige und gesperrte Spielerinnen und Spieler ist es im Internet deutlich leichter, an Glücksspielen teilzunehmen.

Wege aus der Spielsucht

Der erste Schritt ist, sich einzugestehen, dass es so nicht weitergehen kann. Der zweite Schritt wäre, sich jemandem anzuvertrauen. Das kann ein Freund sein, ein Familienmitglied oder ein Suchtberater. Wer es anonym möchte, kann sich an die kostenlose Infoline Glücksspielsucht NRW wenden (Tel. 0800/0776611). Es gibt in fast allen Bundesländern Beratungsstellen, die sich auf die Behandlung der Glücksspielsucht spezialisiert haben.

MW/SBa (26.04.2019)

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