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< Wie Süchtige immer wieder an Stoff kommen

Keine Legalisierung weicher Drogen

Soll man sogenannte weiche Drogen wie Haschisch (Cannabis) legalisieren? Diese Frage wird seit langem kontrovers diskutiert. Die Argumente dafür und dagegen sind vielfältig. Doch wie sieht die Gewerkschaft der Polizei diese Frage? Die Polizeibeamtinnen und -beamten sind schließlich an vorderster Front bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität beteiligt, sei es beim Aufnehmen von Anzeigen wegen des Besitzes geringer Mengen des Cannabis-Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) oder bei Ermittlungen gegen den organisierten Drogenhandel. Sascha Braun nimmt dazu Stellung. Er ist Justiziar der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin.

Und wie soll seitens der Polizei mit Menschen umgegangen werden, die größere Mengen Drogen bei sich führen?

Wenn die geringe Menge, die im Übrigen bundesweit einheitlich sein sollte, überschritten ist, dann gibt es auch keine Alternative zur Anzeige, dann ist der Verdacht des Betäubungsmittelhandels im Raum. Wenn es um den Drogenhandel geht, ist alles gleich schwerwiegend. Der Großmengendealer – auch im Cannabisbereich – ist für die Polizei ein relevanter Straftäter, er wird genauso ernst behandelt wie der Dealer, der sich auf synthetische Drogen oder auf Opiate spezialisiert hat.

Auch der Handel mit weichen Drogen ist kein Kavaliersdelikt

© Eric Fahrner, fotolia

Wie bewerten Sie die Präventionsarbeit, die im Drogenbereich gerade im Hinblick auf Kinder und Jugendliche läuft?

Da gibt es viele gute Ansätze und es gibt weniger gute Ansätze, gerade in der Alkoholprävention. Da gibt es teilweise sehr oberlehrerhafte Äußerungen, die nicht dazu führen, dass Jugendliche tatsächlich einschätzen können, wie gefährlich es eigentlich ist, mit diesen Drogen zu hantieren und sie zu konsumieren. Besonders scharf kritisiert die GdP einige Politiker, die der der Legalisierung so genannter weicher Drogen das Wort reden. Sie machen die Präventionsarbeit zunichte. 

Pro und Kontra Legalisierung „weicher“ Drogen

Pro:

  • Jeder soll selbst bestimmen dürfen, welche stimulierenden oder berauschenden Substanzen er zu sich nimmt.
  • Wenn Drogen verboten sind, werden sie dadurch nur umso interessanter.
  • Wäre es nicht verboten, gäbe es keine Drogenkriminalität.
  • Cannabiskonsum ist nicht gefährlicher als Alkohol oder Zigaretten und wird doch strenger verfolgt. Das ist unverhältnismäßig.
  • Drogensucht ist eine Krankheit, die man therapieren muss – und kein Verbrechen.

Kontra:

  • Der Staat hat eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Bürgern. Er muss klar machen: Der Cannabiskonsum ist so gefährlich, dass ein Verbot Sinn macht.
  • Gerade bei Jugendlichen kann Cannabiskonsum zu bleibenden gesundheitlichen Schäden führen.
  • Cannabis ist eine Einstiegsdroge für eine spätere, schwere Abhängigkeit.
  • Bei einer Legalisierung würde der Drogenkonsum zunehmen.
  • Drogenhändler würden bei einer Legalisierung nicht zu braven Bürgern – die Kriminalität würde sich nur auf andere Gebiete verlagern.
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