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Gefährliche Badegewässer

Vor allem in den Sommermonaten zieht es viele Menschen zum Sonnen, Abkühlen und Schwimmen an Badeseen und Flüsse. Doch das Baden in natürlichen Gewässern ist oft mit Gefahren verbunden. So können starke Strömungen und große Temperaturunterschiede lebensgefährlich werden. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt davor, die Gefahren beim Schwimmen in natürlichen Badegewässern zu unterschätzen.

Martin Janssen, Pressesprecher der DLRG

© DLRG

Auch an Baggerseen kann es gefährlich werden

Gerade Baggerseen sind für unerfahrene Schwimmer gefährlich, weiß DLRG-Sprecher Janssen. „Der Baggersee ist ja vorher ein Abbaugebiet gewesen, wo Kies geschürft oder Mineralien abgebaut worden sind. Solche Gewässer sind am Ufer meist ein paar Meter flach, um dann an einer Abbruchkante mehrere Meter steil abzufallen. Acht bis zehn Meter sind keine Seltenheit. Diese Kante ist von außen oft nicht erkennbar.“ Dazu kommt, dass sich Baggerseen genau wie Flüsse nur langsam erwärmen. Das kann dazu führen, dass man Lufttemperaturen um die 30 Grad und im Wasser dagegen Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad hat. Das belastet den Körper stark, weil dieser immer versucht, die Körperkerntemperatur auszugleichen. Um die Temperatur aufrechtzuerhalten, entzieht er den Armen und Beinen Energie. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit deutlich gemindert und der Schwimmer kommt nicht mehr so recht von der Stelle. Sobald man im Wasser friert, sollte man es schnell verlassen. Wer als guter Schwimmer vorhat, sich einmal so richtig auszupowern, dem empfiehlt der Experte, eine längere Strecke parallel zum Ufer zu schwimmen: „Wenn man dann einen Krampf oder einen Leistungseinbruch bekommt, ist die Entfernung zum rettenden Ufer nicht so weit, dass man sie selber nicht überwinden könnte und in Lebensgefahr gerät.“ Ein zweiter hilfreicher Tipp lautet, nie alleine zu schwimmen. Im Zweifelsfall kann dann der andere helfend eingreifen.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hilft seit 1913 – auch, wenn man mit dem Boot gekentert ist

© DLRG

Vor allem ältere Menschen ertrinken

Mehr als die Hälfte aller Todesfälle betreffen Menschen im Alter von 50 Jahren und mehr. Dieser Trend hat sich in den letzten Jahren klar abgezeichnet. Lag der Anteil der Älteren unter den Opfern Anfang des Jahrtausends noch bei rund 44 Prozent, so ist er mittlerweile auf deutlich über 50 Prozent gestiegen. Das liegt zum einen daran, dass ältere Menschen weniger schwimmfähig sind als jüngere. Die DLRG hat durch eine repräsentative Studie ermittelt, dass 56 Prozent der über 60-Jährigen angeben, nicht schwimmen zu können. Hinzu kommen im Alter unerkannte Herz-Kreislaufprobleme, die den Körper bei höheren Temperaturen sehr stark belasten und die Leistungsfähigkeit reduzieren. Und die Fitness ist jenseits von 50 auch nicht mehr so gut wie bei einem 25-Jährigen. Es komme häufiger vor, dass durch falsch verstandenes Fitnessdenken auch die Älteren ihre Leistungsfähigkeit überschätzten und dann in Lebensgefahr gerieten, meint Martin Janssen: „Wir empfehlen jedem, der im Sommer längere Strecken schwimmen will, vorher noch einmal zu seinem Arzt zu gehen und sich gesundheitlich durchchecken zu lassen.“

KL/SB (25.09.2015)

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