Sie sind hier >  /  
< Gefahrenquelle Elterntaxis

Ja zum Fahrradhelm, nein zur Helmpflicht

Seit dem BGH-Urteil vom Juni 2014 gibt es keine Zweifel mehr: Einem Radfahrer ohne Helm kann nicht automatisch eine Mitschuld an den Folgen eines Unfalls angelastet werden. Trotzdem empfiehlt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Kindern, älteren Menschen und besonders ambitionierten Fahrern, beim Radeln einen Helm zu tragen. Die Entscheidung für oder gegen einen Kopfschutz sollte jedoch auf freiwilliger Basis erfolgen.

Eine der größten Unfallgefahren für Fahrradfahrer sind sich öffnende Autotüren

© ADFC/Jens Schütte

Intelligente Radwegekonzepte und aufmerksamere Autofahrer

Um die Sicherheit von Radfahrern zu verbessern, seien in erster Linie intelligente Radwegekonzepte, geringere Geschwindigkeiten beim Autoverkehr und vor allem aufmerksame Autofahrer notwendig: „Schwere Fahrradunfälle passieren häufig, wenn Autofahrer unaufmerksam rechts abbiegen oder plötzlich die Autotür öffnen.“ Auch der Unfall, über den der BGH 2014 in letzter Instanz entschied, war durch eine am Straßenrand parkende Autofahrerin verursacht worden, die eine Autotür öffnete. Natürlich müssten auch die Radfahrer zu ihrer eigenen Sicherheit beitragen. So sei die falsche Benutzung der Fahrbahn ebenso wie Fahren auf dem Gehweg oder die Benutzung des Radwegs entgegen der vorgeschriebenen Richtung die häufigste Unfallursache. Die Zahl der verunglückten Fahrradfahrer stieg im Jahr 2016 laut Statistischem Bundesamt im Vergleich zum Vorjahr leicht an. Insgesamt verunglückten 81.274 Radfahrer, davon 393 tödlich. Der leichte Anstieg der Unfallzahlen ist auch auf einen erhöhten Anteil an elektrobetriebenen Fahrrädern zurückzuführen. So waren 62 von den tödlich verunglückten Radfahrern mit einem Pedelec unterwegs. Bei knapp drei Viertel der Fälle war ein PKW der Unfallverursacher. Bei 8,7 Prozent war ein weiterer Radfahrer und bei 6,4 Prozent ein weiterer Fußgänger der Unfallgegner. Der ADFC appelliert an alle Verkehrsteilnehmer: Defensives und aufmerksames Verhalten im Straßenverkehr bringt mehr Sicherheit und schont die Nerven.

Tipps beim Helmkauf

  • Wer einen Helm kauft, sollte ihn unbedingt vorher im Geschäft ausprobieren. Er muss fest auf dem Kopf sitzen, ohne dass er drückt oder bei schnellen Kopfbewegungen verrutscht.
  • Der Helm sitzt richtig, wenn zwischen Augenbrauen und Helmkante etwa ein bis zwei Finger breit Platz bleibt.
  • Viele Radfahrer schieben den Helm zu weit zurück – dann ist der Stirnbereich nicht geschützt. Zudem kann der Helm bei einem Aufprall in den Nacken rutschen. Das kann zu Verletzungen führen.
  • Nach etwa vier Jahren ist ein Tausch fällig, weil das Material altert und die Schutzwirkung sinkt. Das Herstellungsdatum ist im Helminneren zu finden.
  • Bei Kindern, die noch im Wachstum sind, muss ein Helm meist schon früher getauscht werden. Man sollte sie beim Kauf mitentscheiden lassen, denn nur wenn der Helm gefällt, wird er auch getragen.

FL (29.09.2017)

Seite: << zurück 1 2

Weitere Infos zum Thema Verkehrserziehung

Verkehrsprävention mit dem „P.A.R.T.Y.“-Projekt

Junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren verunglücken im...[mehr erfahren]

Mit Licht und Reflektoren sieht man Dich besser

Als Fahrradfahrer wirst du leicht übersehen. Doch dagegen kannst du...[mehr erfahren]

So funktionieren Fahrraddynamos

Jedes verkehrssichere Fahrrad muss eine Lampe und eine Rückleuchte...[mehr erfahren]

Praktische Tipps rund ums Flicken

Das kann schnell passieren: Du fährst über eine spitzen Gegenstand...[mehr erfahren]

Fahrradtraining für Grundschüler

Das Thema „Verkehrssicherheit“ ist Teil des Grundschullehrplans....[mehr erfahren]

Wissenswertes zu Rechten und Pflichten im Straßenverkehr

Wenn Kinder sich als Fahrradfahrer irgendwann auch alleine sicher...[mehr erfahren]

Aktivitäten

Service

Über diese Suchfunktion finden Sie bundesweit kriminal-polizeiliche Beratungsstellen
Beratungsstellensuche

Newsletter

Unterstützer

Hier finden Sie unsere Unterstützer nach Themengebiet sortiert

Spiel mit uns!

Inspektor Blaulicht von PolizeiDeinPartner.de

Inspektor Blaulicht weist Sie in diesem Präventionsportal auf grundlegende Informationen und Tipps hin. Er hilft Ihnen, Wichtiges sofort zu erkennen.

Beliebte Artikel zum Thema Verkehrserziehung

Abstimmung

Sind Sie für eine Videoüberwachung auf allen öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen?
JA, denn Kameras erhöhen das Sicherheitsgefühl von Anliegern und Passanten und verunsichern zugleich Straftäter. Kleine Straftaten werden verhindert, große schneller aufgeklärt.
Ich bin für Videoüberwachung, jedoch eingeschränkt auf die Bereiche, wo sie Sinn macht, z.B. in Bahnhöfen oder Geschäften, wo allein die Drohung mit der Kamera Straftäter abschreckt. Videoüberwachung ja, wenn sie begrenzt ist, aber nicht flächendeckend!
NEIN, dadurch wäre das Recht des Passanten auf das eigene Bild, auf Anonymität und Privatsphäre in Gefahr. Flächendeckende Aufzeichnungen führen zu einem Überwachungsstaat.