< EU-Verkehrsvorschriften auf einen Klick

„BOB“ – Wer trinkt, fährt nicht!

Etwa jeder vierte Unfall mit Personenschaden wird von Fahranfängern im Alter von 18 bis 24 Jahren verursacht. Bei Unfällen unter Alkoholeinwirkung liegt die Beteiligung sogar bei über 30 Prozent. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde das Präventionsprogramm „BOB – Wer trinkt, fährt nicht!“ zur Vermeidung von Fahrten unter Alkoholeinfluss ins Leben gerufen. Die Idee: Jugendliche, die auf Partys, in der Disco oder in der Kneipe keinen Alkohol trinken um ihre Mitfahrer sicher nach Hause zu bringen, erhalten für ihr Verantwortungsbewusstsein ein alkoholfreies Freigetränk auf Kosten des Hauses. Die ursprünglich aus Belgien stammende Aktion wird mittlerweile in 17 weiteren Europäischen Ländern umgesetzt

„BOB“ übernimmt Verantwortung für Freunde, Bekannte oder Kollegen

© Aktionsbündnis BOBBayern e. V.

Wissenswertes für Gastronomen

Gaststätten, Kneipen, Bars, Clubs und Diskotheken, die an der Aktion teilnehmen möchten, erhalten von der zuständigen Polizeidienststelle Gaststättenaufkleber, Flyer und BOB-Schlüsselanhänger. Die Aufkleber sollten deutlich im Eingangsbereich der Gastronomie angebracht werden. Kommt eine Gruppe aus drei oder mehr Personen in die Lokalität und eine Person zeigt den gelben Schlüsselanhänger vor, so erhält diese ein alkoholfreies Getränk auf Kosten des Hauses. Grundsätzlich ist das erste Getränk frei – ob mehr Getränke kostenlos sind, entscheidet der Wirt bzw. Betreiber. Die Art des alkoholfreien Freigetränks (Wasser, Cola, Limo etc.) ist nicht festgelegt. Wird nach dem kostenlosen alkoholfreien Getränk doch Alkohol vom Fahrer konsumiert, ist das alkoholfreie Getränk mit auf die Rechnung zu setzen. Teilnehmende Gastronomiebetriebe sind für keinen bestimmten Zeitraum an die Aktion gebunden.

BOB in Deutschland

Die Aktion BOB stammt ursprünglich aus Belgien, wo sie bereits seit 1995 existiert und sehr erfolgreich läuft: Etwa 96 Prozent der dortigen Bevölkerung kennt BOB und über 50 Prozent sind bereits einmal BOB gewesen. Mittlerweile wird das Konzept in 17 weiteren Europäischen Ländern umgesetzt. In Deutschland ist es vor allem in Nord- und Mittelhessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Thüringen sowie in Bayern verbreitet. Initiatoren und hauptverantwortlich für BOB in Deutschland sind die Polizeiverbände der beteiligten Bundesländer. In Bayern wurde ein Aktionsbündnis BOBBayern gegründet. Alle deutschen BOB-Initiativen pflegen einen regen Kontakt und Erfahrungsaustausch untereinander – unter anderem im Rahmen einer jährlich durchgeführten Fachtagung und einem Gemeinschaftsstand beim Deutschen Präventionstag. In einigen Bundesländern gibt es sogar „BOB-Fahrschulen“: Dort wird den Fahrschülern vermittelt, was BOB ist und wie BOB funktioniert. Desweiteren soll die Kampagne ein Bindeglied zwischen den Gaststätten-, Diskothekenbetreibern und der Polizei sein. Polizeibeamte können z. B. im Rahmen ihrer Streifentätigkeit die BOB-Lokale aufsuchen um sie mit neuem Material (Schlüsselanhänger, Flyer usw.) zu versorgen. Hierbei zeigt die Polizei Präsenz, was wiederrum zur Einhaltung einschlägiger Vorschriften (Jugendschutz, Trunkenheitsfahrten, Körperverletzungen, Sachbeschädigung etc.) führen kann. Bei Verkehrskontrollen, bei denen ein „BOB“ kontrolliert wird, soll dieser auch von Seiten der Polizei Anerkennung für sein vorbildliches Verhalten finden.

Erfolge

In Belgien wird die Wirkung von BOB auf die Alkoholdelinquenz und die Alkoholunfälle durch das Belgische Institut für Verkehrssicherheit regelmäßig untersucht und nachgewiesen. Für Deutschland liegt ebenfalls eine aussagekräftige Studie zur Wirkung von BOB vor, die von der Justus-Liebig-Universität Gießen im Auftrag der deutschen BOB-Initiative aus Mittelhessen durchgeführt wurde. Die überaus positiven Resultate der Studie zeigen nicht nur einen hohen Bekanntheitsgrad unter den Jugendlichen (72 Prozent), sondern auch eine signifikant deutlich bessere Entwicklung bei den Verkehrsunfällen mit alkoholisierten Verursachern zwischen 18 und 24 Jahren: Seit der Einführung der Aktion BOB im Jahr 2007 sind sie um 44 Prozent zurückgegangen. Auch eine Evaluation des Landesinstituts für Präventives Handeln des Saarlandes hat gezeigt, dass die Aktion eine große Akzeptanz in der Zielgruppe findet und die Übernahme sozialer Verantwortung langfristig fördert.

 

KL (19.12.2014)

Seite: << zurück 1 2

Weitere Infos zum Thema Verkehrsicherheit im privaten Straßenverkehr

Mehr Sicherheit durch Abbiegeassistenten

Im März 2019 starb auf der Hamburger Allee in Hannover ein...[mehr erfahren]

Mit Christoph Birnstein, Automobilclub Europa (ACE)

In diesem Video gibt Christoph Birnstein, NRW-Regionalbeauftragter...[mehr erfahren]

Mannheimer Ermittlungsgruppe sagt Motorenlärm den Kampf an

Den Motor aufheulen lassen, mit möglichst laut quietschenden Reifen...[mehr erfahren]

Was Sie bei der Beförderung von Menschen mit Handicap beachten sollten

Mobilität gehört zu den zentralen Bedürfnissen unserer Gesellschaft....[mehr erfahren]

Die richtige Ausstattung senkt Risiken nach Pannen oder Unfällen

Vom Warndreieck bis zum Verbandskasten und den Schneeketten: Wer die...[mehr erfahren]

Aktivitäten

Service

Über diese Suchfunktion finden Sie bundesweit kriminal-polizeiliche Beratungsstellen
Beratungsstellensuche

Newsletter

Unterstützer

Hier finden Sie unsere Unterstützer nach Themengebiet sortiert

Audio Podcasts

Hier finden Sie alle Podcasts

Präventionsvideos

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Und gerade mit bewegten Bildern werden wir alle viel leichter erreicht als mit nüchternen Informationsmaterialien, die nur den Verstand ansprechen. Hier finden Sie die Präventionsvideos.

Schützen Sie Ihre Immobilie gegen Einbruch!

In diesem Video gibt Hauptkommissar Peter Werkmüller von der Kriminal-polizeilichen Beratungsstelle in Düsseldorf Tipps zum Einbruchschutz.

Erklärung einschlägiger Präventions-Begriffe

Beliebte Artikel zum Thema Verkehrssicherheit

Abstimmung

Sind Sie für eine Videoüberwachung auf allen öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen?
JA, denn Kameras erhöhen das Sicherheitsgefühl von Anliegern und Passanten und verunsichern zugleich Straftäter. Kleine Straftaten werden verhindert, große schneller aufgeklärt.
Ich bin für Videoüberwachung, jedoch eingeschränkt auf die Bereiche, wo sie Sinn macht, z.B. in Bahnhöfen oder Geschäften, wo allein die Drohung mit der Kamera Straftäter abschreckt. Videoüberwachung ja, wenn sie begrenzt ist, aber nicht flächendeckend!
NEIN, dadurch wäre das Recht des Passanten auf das eigene Bild, auf Anonymität und Privatsphäre in Gefahr. Flächendeckende Aufzeichnungen führen zu einem Überwachungsstaat.