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Wirtschaftskriminalität in Zahlen

Zur Wirtschaftskriminalität zählen Straftaten, die Bezüge zur Wirtschaft haben. Das sind beispielsweise Betrug, Korruption, Geldwäsche, Produktpiraterie, Insolvenzdelikte oder Steuerstraftaten. Es gibt in Deutschland keine so genannte „Legaldefinition“ des Bereichs Wirtschaftskriminalität, das heißt, es gibt keine Definition eines Rechtsbegriffs in einem Gesetz. Die Polizei greift deshalb bei der Zuordnung solcher Straftaten auf den Katalog des §74c Abs.1 Nr. 1-6b des Gerichtsverfassungsgesetzes zurück. Darin wird definiert, für welche Fälle die Wirtschaftsstrafkammern zuständig sind. Im „Bundeslagebild Wirtschaftskriminalität“ stellt das Bundeskriminalamt die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und des kriminalpolizeilichen Meldedienstes zusammen.

Verursachter Schaden

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtschadenssumme, die durch Wirtschaftkriminalität entstanden ist, wieder deutlich gestiegen – um 25,9 Prozent auf 3.738 Millionen Euro. 2016 betrug die Schadenssumme noch 2.970 Millionen Euro. Damit lag sie knapp über dem Durchschnittswert der letzten fünf Jahre (3.612 Millionen Euro).
Der Schaden, der 2017 durch Wirtschaftskriminalität entstanden ist, hatte einen Anteil von 50,5 Prozent am in der Polizeilichen Kriminalstatistik ausgewiesenen Gesamtschaden aller in Deutschland verübten Delikte. Das verdeutlicht einmal mehr die erheblichen Auswirkungen der Wirtschaftskriminalität.

Erfassung von Betrugsdelikten

Betrugsdelikte werden nicht automatisch der Wirtschaftskriminalität zugerechnet. Nur bei massenhaft begangenen Betrugsstraftaten und bei festgestellten Tat- und Täterzusammenhängen ist dies der Fall. Bei derartigen Konstellationen kann es sich auch um Fälle der Organisierten Kriminalität handeln. 2017 wurden 63 Verfahren geführt, bei denen dies der Fall war (2016: 53 Verfahren).
Zudem wurden 28.255 Anlage- und Finanzierungsdelikte registriert, was einen Anstieg von 230 Prozent bedeutet (2016: 8.566 Fälle). Die Fälle von Betrug in Zusammenhang mit Kapitalanlagen haben ebenfalls stark zugenommen (+253 Prozent, 27.564 Fälle). Hinzu kommen 1.614 Wettbewerbsdelikte. Hier sind die Fallzahlen im Vergleich zu den Vorjahren gesunken. Mit 10.640 registrierten Fällen wurden 5,7 Prozent weniger Insolvenzdelikte verübt. Im Bereich „Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen“ haben sich die Fälle im Vergleich zum Vorjahr mit 5.588 hingegen fast verdoppelt (2016: 2.465 Fälle).

Ausführlichere Informationen zu Delikten mit wirtschaftlichem Bezug finden sich im Bundeslagebild Wirtschaftskriminalität 2017 des Bundeskriminalamts (BKA).

Einschätzung der Zahlen

Die polizeilichen Statistiken können das tatsächliche Ausmaß der Wirtschaftskriminalität nur eingeschränkt wiedergeben, da bestimmte Vergehen wie etwa Arbeitsdelikte oder Subventionsbetrug oft direkt von den Finanzbehörden oder der Staatsanwaltschaft ohne Beteiligung der Polizei bearbeitet werden. Diese Delikte tauchen nicht in der polizeilichen Statistik auf. Außerdem ist in manchen Bereichen der Wirtschaftskriminalität von einem hohen Dunkelfeld auszugehen, da die Opfer die Delikte nicht zur Anzeige bringen – beispielsweise, wenn ein Unternehmen dadurch einen Imageverlust befürchtet.

MW/FL (27.07.2018)

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