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Bürgerliches Engagement in Deutschland

Helga (68) aus Berlin fühlte sich nach dem Tod ihres Mannes allein. Ihre beiden Söhne waren längst ausgezogen und gingen ihre eigenen Wege. Die aufgeschlossene und einfühlsame Rentnerin sehnte sich deshalb nach einer sinnvollen Beschäftigung im Alltag – bis eine Nachbarin sie auf die Arbeit der Berliner Freiwilligenagentur aufmerksam machte. Seitdem kümmert sich Helga acht Stunden in der Woche als „Leihoma“ um die Geschwister Lena und Alexander. Sie geht mit ihnen Eis essen, auf den Spielplatz oder hilft ihnen bei den Hausaufgaben. Viele Menschen wie Helga möchten sich ehrenamtlich engagieren, wissen aber nicht so recht, wo und wie. Deutschlandweit gibt es insgesamt über 500 Freiwilligenagenturen, die Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, passende Engagementmöglichkeiten in ihrer Freizeit zu finden.

Tätigkeitsfelder für Freiwillige

Ob Altenheim, Bürgerinitiative oder Sportverein: Die Tätigkeitsfelder für Menschen, die sich freiwillig engagieren möchten, sind vielfältig. Für die meisten Aufgaben benötigt man keine besondere Ausbildung, Qualifikation oder Vorerfahrung. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich längerfristig ehrenamtlich zu engagieren und sich auf neue Menschen einzulassen. Zu den häufigsten Tätigkeitsbereichen zählen beispielsweise

  • Umwelt und Tierschutz, z. B.
    • Mitgestaltung und Pflege von Grünanlagen, Naturgärten oder Spielplätzen
    • Fütterung und Pflege von Tieren in Streichelzoos oder Wildgehegen
    • vorübergehende Aufnahme von Abgabe- und Fundtieren (Pflegestelle)
  • Bildung, z. B.
    • Weiterbildungskurse und Gesprächskreise
    • Hausaufgabenbetreuung für Schüler
    • kostenlose Nachhilfe für Schüler, die reguläre Nachhilfeangebote nicht in Anspruch nehmen können
  • Leben im Alter, z. B.
    • Freizeitmitgestaltung für Senioren (Kino- und Museumsbesuche, Schaufensterbummel, Back- und Kochaktivitäten…)
    • ehrenamtliche Mitarbeit in Altenheimen (Vorlesen, Lotsendienste…)
    • gegenseitige Hilfe „Senioren für Senioren“
  • Medien/Kultur, z. B.
    • Mitarbeit in örtlichen Museen (Archivarbeit, Computertätigkeiten) 
    • Regieassistenz im freien Theater
    • Kulturbegleiter/in für Kinder und Jugendliche (Kinderoper, Theater, Museum, Kino)
  • Kinder / Jugend / Familie, z. B.
    • Unterstützung bei der Übermittagsbetreuung von Kindern
    • Mithilfe in Kindertagesstätten
    • „Leihoma“/„Leihopa“ als Unterstützung für Alleinerziehende 
  • Krankenbetreuung, z. B.
    • stundenweise Betreuung von demenzerkrankten Menschen
    • Patientenbesuche im Krankenhaus
    • Hospizarbeit
  • Sport und Freizeit, z. B.
    • organisatorische Mitarbeit in Sportvereinen
    • Trainertätigkeiten
    • Anleitung von Handwerkskursen
  • Armut / Soziale Gerechtigkeit, z. B.
    • Essensausgabe für Obdachlose
    • Sozialpaten für Menschen in Notlagen
    • An- und Verkauf von Gebrauchtwaren
  • Behinderung und Teilhabe, z. B.
    • Freizeitgestaltung von Behindertenwohngruppen
    • regelmäßiger Fahrdienst und Botengänge
    • rechtliche Betreuung/Vertretung von geistig Behinderten

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Sind Sie für eine Videoüberwachung auf allen öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen?
JA, denn Kameras erhöhen das Sicherheitsgefühl von Anliegern und Passanten und verunsichern zugleich Straftäter. Kleine Straftaten werden verhindert, große schneller aufgeklärt.
Ich bin für Videoüberwachung, jedoch eingeschränkt auf die Bereiche, wo sie Sinn macht, z.B. in Bahnhöfen oder Geschäften, wo allein die Drohung mit der Kamera Straftäter abschreckt. Videoüberwachung ja, wenn sie begrenzt ist, aber nicht flächendeckend!
NEIN, dadurch wäre das Recht des Passanten auf das eigene Bild, auf Anonymität und Privatsphäre in Gefahr. Flächendeckende Aufzeichnungen führen zu einem Überwachungsstaat.

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