Hilfe für Jungen bei sexueller Gewalt

Eine Studie des Berliner Vereins „HILFE-FÜR-JUNGS“ und der Freien Universität Berlin über die Gefährdung von Jungen durch sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum zeigte im Jahr 2004: Jeder achte Junge ist schon ein Mal mit einer sexuellen Absicht angesprochen worden und jeder zwölfte Junge hatte schon eindeutige Erfahrungen mit sexuellen Avancen oder sexueller Gewalt.

Das Präventionsprojekt „berliner jungs“


STOPP zu sexueller Gewalt und Anmache

© HILFE-FÜR-JUNGS e. V.

Sexuelle Gewalt betrifft nicht nur Mädchen

Eine Studie des Berliner Vereins „HILFE-FÜR-JUNGS“ und der Freien Universität Berlin über die Gefährdung von Jungen durch sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum zeigte im Jahr 2004: Jeder achte Junge ist schon ein Mal mit einer sexuellen Absicht angesprochen worden und jeder zwölfte Junge hatte schon eindeutige Erfahrungen mit sexuellen Avancen oder sexueller Gewalt. Dieses Ergebnis sowie die Tatsache, dass es zu dieser Zeit zahlreiche sexualpädagogische Angebote für Mädchen gab, aber überhaupt keine für Jungen, veranlasste den Verein „HILFE-FÜR-JUNGS “ dazu, das Präventionsprojekt „berliner jungs – Hilfe für Jungen bei sexueller Gewalt“ ins Leben zu rufen. Gefördert wird das Projekt vom Land Berlin sowie den Bezirken Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Neukölln.

Streetwork in pädosexuellen Zusammenhängen

Das Angebot richtet sich vorrangig an Jungen zwischen 8 und 14 Jahren. „Grundsätzlich werden aber auch jüngere und ältere Jungen zwischen 5 und 18 Jahren angesprochen – in Ausnahmefällen sogar bis 21“, so Projektleiter Ralf Rötten. Leitgedanke der Arbeit ist die Stärkung der Rechte von Jungen auf ein Leben ohne sexuelle Gewalterfahrung. Dies wird erreicht durch • Information und Stärkung von Jungen,

  • schnelle und unbürokratische Hilfen nach sexueller Gewalt,
  • Unterstützung von Jungen und ihren Angehörigen,
  • Verhinderung der Kontaktaufnahme zu Pädosexuellen,
  • Herauslösen aus pädosexuellen Strukturen,
  • Begleitung zu Ämtern und Institutionen,
  • Brücke zu Therapie und weiterführenden Angeboten (Familienhilfe etc.)

 

 

Ein wesentlicher Baustein des Projekts ist Streetwork an Orten, wo Jungen von Pädosexuellen angesprochen werden. „Wir arbeiten vorwiegend aufsuchend und nehmen dort Kontakt zu Jungen auf, wo sie unterwegs sind – in Freizeiteinrichtungen, Freibädern, Einkaufszentren und anderen Orten, an denen sich Jungen gerne treffen“, erklärt Rötten.

Das Präventionsmodul „Jibs – Jungen informieren, beraten, stärken“

Ergänzend zur aufsuchenden Präventionsarbeit wird ein Schulungsprogramm mit dem Namen „Jibs – Jungen informieren, beraten, stärken“ durchgeführt. Das eintägige Programm kann in Kinder- und Jugendeinrichtungen, in Schulen und weiteren Freizeiteinrichtungen veranstaltet werden. „Jibs“ macht über Selbstbehauptung, Forumtheater und Wissensvermittlung die pädosexuellen Täterstrategien erkennbar und vermittelt Jungen die notwendige Handlungskompetenz, angemessen darauf reagieren zu können. „Wir versuchen den Kindern auf spielerische und jungengerechte Art beliebte Täterstrategien vor Augen zu führen und ihnen für jede Situation mögliche Auswege und Fluchtmöglichkeiten aufzuzeigen“, berichtet Rötten. „Die einzelnen Methoden variieren und sind sehr individuell an die jeweiligen Bedürfnisse der Schule oder Einrichtung angepasst.“

Streetwork auf Plätzen und in Freizeiteinrichtungen

© HILFE-FÜR-JUNGS e. V.

Sprachlosigkeit überwinden

Ziel des Projektes ist, die Sprachlosigkeit zum Thema Sexuelle Gewalt an Jungen Schritt für Schritt zu überwinden. „In den Stadtteilen, wo wir seit längerer Zeit arbeiten, merken wir, dass eine wesentlich höhere Sensibilität sowohl der Jungen als auch des Umfeldes im Umgang mit dem Thema Sexuelle Gewalt entstanden ist. Es kommt schneller zu Rückfragen und auch größere Fachprojekte holen sich unseren Rat ein“, freut sich der Projektleiter.

Kontakt:

HILFE-FÜR-JUNGS e. V.

„berliner jungs – Hilfe für Jungen bei sexueller Gewalt“

Leinestraße 49

12049 Berlin

info@jungen-netz.de

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