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Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Vorfahrt, Abbiegen, Handzeichen: Seit vielen Jahren werden in der Region Teltow-Fläming in Brandenburg Fahrradprüfungen für die vierten Klassen der Grund- und Förderschulen angeboten. Das Ziel ist, dass die Kinder selbstständig und sicher am Straßenverkehr teilnehmen und auf die vielen Gefahren auf der Straße richtig reagieren können. Dadurch sollen Fahrradunfälle verhindert werden.

Die Fahrradprüfung in Teltow-Fläming

Vor der Prüfung wird jedes Fahrrad gründlich gecheckt

© Polizeiinspektion Teltow-Fläming

 

Vorfahrt, Abbiegen, Handzeichen: Seit vielen Jahren werden in der Region Teltow-Fläming in Brandenburg Fahrradprüfungen für die vierten Klassen der Grund- und Förderschulen angeboten. Das Ziel ist, dass die Kinder selbstständig und sicher am Straßenverkehr teilnehmen und auf die vielen Gefahren auf der Straße richtig reagieren können. Dadurch sollen Fahrradunfälle verhindert werden.

Der Fahrradpass als Wegweiser

Etwa 65 Fahrradprüfungen führt Ute Streckert von der Polizeiinspektion Teltow-Fläming in der zweiten Hälfte des Schuljahres an den Grund- und Förderschulen in der Region durch. Schon seit 1993 ist die Polizeihauptmeisterin dafür zuständig, die Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen auf ihre Verkehrstauglichkeit auf zwei Rädern zu testen. Zu Beginn war sie noch mit einem Kollegen unterwegs. Seit 2011 muss sie das Pensum alleine bewältigen. Die Fahrradprüfung ist der finale Praxistest, nachdem die Kinder zuvor schon eine theoretische Prüfung in der Schule ablegen mussten und das Fahren auf der Straße geübt haben. „Diese Aufgaben übernehmen noch die Schule beziehungsweise die Eltern. Ich komme dann hinzu, um die Prüfung abzunehmen und die Fahrradpässe auszuhändigen, wenn sie bestanden wurde“, erklärt Ute Streckert. Anders als beim regulären Führerschein ist der Fahrradpass natürlich keine Voraussetzung, um ein Fahrrad fahren zu dürfen. Doch er ist ein Wegweiser für die Eltern, wie sicher das Kind auf dem Rad unterwegs ist. „Nach der Prüfung kann man dann sagen: Dich kann ich draußen fahren lassen oder nur im Beisein von Erwachsenen – oder vielleicht auch noch gar nicht. Letzten Endes müssen das natürlich die Eltern entscheiden“, fügt die Polizeihauptmeisterin hinzu.

Durch die neongelben Warnwesten sind die Kinder für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar

© Polizeiinspektion Teltow-Fläming

Erst kontrollieren, dann losfahren

Da die Kinder ihre eigenen Fahrräder mitbringen, führt Ute Streckert vor Beginn der Prüfung einen gründlichen Fahrrad-Check durch. Ist an dem Rad laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) nichts auszusetzen, gibt es grünes Licht für die Prüfung und eine Plakette vom TÜV. Bei kleinen Mängeln wird ein Mängelzettel ausgehändigt. Sind diese später behoben, wird die Plakette nachgereicht. Stellt die Polizeihauptmeisterin jedoch fest, dass das Fahrrad fahruntüchtig ist, beispielsweise weil die Bremsen nicht funktionieren, wird das Rad von der Prüfung ausgeschlossen und das Kind muss sich ein Fahrrad von einer Mitschülerin oder einem Mitschüler leihen.

Bei der Prüfung wird Streckert von Lehrern und Eltern unterstützt, die sich an verschiedenen Stellen positionieren und bestimmte Verhaltensweisen wie den Schulterblick kontrollieren. Sie selbst prüft meist das Linksabbiegen. Die Kinder tragen auffällige Westen, mit denen sie für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar sind. Die Westen sind zudem mit Nummern versehen, damit sie von den Prüfern zugeordnet werden können. „Ich kenne die Namen der Kinder oft nicht. So kann man die Nummern in den Bewertungsbogen eintragen, den wir benutzen“, erklärt die Polizeibeamtin.

Einbezug der Erziehungsberechtigten

Damit die Fahrradprüfung ein Erfolg wird, ist die Unterstützung der Eltern gefragt. Denn die müssen vorher mit den Kindern das Fahren auf der Straße üben. Nur so sitzen die Schülerinnen und Schüler bei der Prüfung und danach sicher im Sattel. Um die Eltern stärker einzubinden, bietet die Polizeihauptmeisterin daher Elternversammlungen an den Schulen an. „Dann wissen die Eltern, was auf die Kinder zukommt und was sie vorher trainieren müssen. Alleine schafft die Schule das nicht.“ In welcher Form die Fahrradprüfung in den kommenden Schuljahren in den Grund- und Förderschulunterricht eingebunden wird, steht nach einer Änderung des Rahmenlehrplans des Landes Brandenburg noch nicht fest. Ute Streckert hofft, dass auch weiterhin alle Viertklässler die Prüfung absolvieren können. Denn der Fahrradpass gibt den Eltern ein sichereres Gefühl, wenn die Kinder plötzlich eigenständig mit dem Rad unterwegs sind. Die Kinder gewinnen durch die präventive Maßnahme wiederum das nötige Selbstvertrauen, um am Straßenverkehr teilzunehmen. „Es ist eine spannende und interessante Aufgabe. Es ist schön zu sehen, wie sehr sich die Kinder freuen und sich bedanken, wenn sie die Prüfung bestehen“, merkt Streckert abschließend an.

Kontakt

Polizeiinspektion Teltow-Fläming

Polizeihauptmeisterin Ute Streckert

Markt 25-27

14943 Luckenwalde

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