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Kunst als Mittel gegen Gefühlsarmut und Gewaltbereitschaft

Als Reaktion auf die damals vorherrschende Tendenz zu Gefühlsarmut, Gewaltbereitschaft und Rechtsradikalismus in Mecklenburg-Vorpommern ist im Jahr 2000 das Projekt „künstler für schüler“ im Rahmen der Initiative „Kultur gegen Gewalt“ entwickelt worden.

„künstler für schüler“ fördert Kreativität und Gestaltungswillen


In den Workshops werden echte künstlerische Techniken vermittelt

© Thomas Reich, Künstlerbund Mecklenburg und Vorpommern e. V. im BBK

 

Gemeinsam toleranzbereiter werden

Als Reaktion auf die damals vorherrschende Tendenz zu Gefühlsarmut, Gewaltbereitschaft und Rechtsradikalismus in Mecklenburg-Vorpommern ist im Jahr 2000 das Projekt „künstler für schüler“ im Rahmen der Initiative „Kultur gegen Gewalt“ entwickelt worden. Gemeinsam mit professionellen Künstlerinnen und Künstlern arbeiten Schülerinnen und Schüler in eigenen Workshops an kreativen Projekten, die die Toleranzbereitschaft gegenüber Anderen fördern und die sozialen Kompetenzen im humanen Miteinander hervorbringen. Das Projekt umfasst 50 Künstler-Workshops an allgemeinbildenden Schulen, eine Abschlussausstellung mit den Ergebnissen aus allen Workshops sowie eine Tagung mit künstlerisch-pädagogischer Themenstellung für Lehrkräfte und Künstler*innen. Unterstützt wird „künstler für schüler“ vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Künstler und Schüler zusammenbringen

Der Künstlerbund Mecklenburg und Vorpommern e. V. im BBK macht jedes Jahr im Spätsommer eine Ausschreibung, auf die sich Künstlerinnen und Künstler aus Mecklenburg-Vorpommern, die einen Workshop mit Schüler*innen durchführen möchten, bewerben können. Die Künstler entwickeln gemeinsam mit einer Schule einen künstlerischen Workshop, mit dem sie sich bewerben. Dabei kann die Initiative für einen gemeinsamen Workshop sowohl von den Künstler*innen als auch von interessierten Schulen ausgehen. Das Konzept des Workshops sollte einen pädagogischen Ansatz sowie eine künstlerisch-kreative oder schöpferische Idee verfolgen.

Die Workshops

Die anschließenden Workshops finden im Idealfall in kleinen Gruppen von zehn bis 12 Schülerinnen und Schülern statt, damit ein Gemeinschaftsgefühl entstehen kann und sich jeder in der Gruppe respektiert fühlt. Im Vordergrund steht das gemeinsame Arbeiten und Schaffen. „Durch gemeinsame Tätigkeit entwickelt man eigene Kreativität und Schöpfungskraft, ist glücklicher und dadurch automatisch weniger gewaltbereit“, so die Künstlerin Daniela Melzig. „Um Toleranz und das gegenseitige Kennenlernen zu fördern, bilden wir gemischte Gruppen. Es sollen vor allem Kinder zusammenkommen, die sich vorher nicht oder noch nicht gut kannten.“ In jedem Fall sollen die Schüler nicht unter Druck gesetzt werden, sondern in Ruhe mit viel Zeit und Eigenverantwortung etwas tun, das ihnen selbst gefällt und nicht von außen vorbestimmt ist. Die einzelnen Workshops sind dabei sehr unterschiedlich gestaltet und berühren neben Kunst auch andere Disziplinen wie Mathematik, Sprache oder Naturwissenschaften oder aktuelle politische Themen. Unterstützt werden Projekte, die mit einem kreativen Ansatz gesellschaftliche relevante Problematiken aufgreifen und in der künstlerischen Auseinandersetzung bearbeiten. „In den letzten Jahren werden in vielen Workshops verstärkt Themen wie die aktuelle Klimapolitik, der Umgang mit Ressourcen und die damit verbundene gesellschaftliche Verantwortung und das friedliche Miteinander in den Mittelpunkt gestellt“, erklärt Annekathrin Siems, Projektleiterin des Künstlerbundes MV. Umgesetzt werden die Workshops ausschließlich von bildenden Künstlerinnen und Künstlern, die künstlerische Techniken vermitteln und den Entstehungsprozess der Arbeiten professionell begleiten. Eine Sonderregelung gilt für fünf sogenannte Tandem-Workshops. Hierbei bieten bildende Künstlerinnen und Künstler mit Kreativen aus anderen Bereichen, wie Film, Theater oder Musik, gemeinsam einen Workshop an. „Wir wollen das Schulfach Kunst in Mecklenburg-Vorpommern stärken und die künstlerische Bildung und Erziehung von Schülerinnen und Schülern fördern. Kunst und das künstlerische Erleben sollten einen gewichtigen gesellschaftlichen Stellenwert erhalten und mehr Wertschätzung erfahren“, bekräftigt Annekathrin Siems. „Die positive Resonanz von Künstlerinnen, Künstlern und Schulen sowie die ansteigenden Bewerberzahlen stehen für die gute Arbeit aller Projektbeteiligten“. Auf der Website „künstler für schüler“ gibt es eine Übersicht aller aktuellen Workshops.

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