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Vitamine statt Drogen

Das Projekt „Vitamine“ stärkt Schülerinnen und Schüler, Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter, Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Eltern im Umgang mit den Themen Sucht und Drogen.

Modellprojekt zur schulischen Suchtprävention


Vitamine stärken, beugen vor und wehren ab

© Stadtmission Chemnitz e. V.

 

Das Projekt „Vitamine“ stärkt Schülerinnen und Schüler, Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter, Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Eltern im Umgang mit den Themen Sucht und Drogen.

Wie das Projekt entstand

Das Modellprojekt „Vitamine“ steckt noch in den Kinderschuhen. Es entstand Ende 2014, als das Amt für Jugend und Familie der Stadt Chemnitz eine Entscheidung des Stadtrates umsetzte, die Suchtprävention an Schulen finanziell stärker zu fördern. Statt eine Vielzahl an neuen Projekten an den Schulen der Kommune einzuführen, hatte die Fachstelle für Suchtprävention der Stadtmission Chemnitz e. V. die Idee, die bereits erfolgreich etablierte Schulsozialarbeit als Ansatz für eine zukünftige Zusammenarbeit zu nutzen.

„Vita“ bedeutet Leben

„Anliegen des Chemnitzer Projektes ist es, an ausgewählten Schulen eine Suchtprävention zu etablieren, die nicht nach „Schema F“ abläuft und sich stattdessen am wirklichen Bedarf in der Schule orientiert“, erklärt Projektleiterin Julia Mühlberg. „In diesem Zusammenhang sollen nicht nur Schülerinnen, Schüler und Schulsozialarbeiter, sondern auch Lehrkräfte und Eltern stark im Umgang mit den Themen Sucht und Drogen gemacht werden.“ Ein zentrales Element der Suchtprävention ist die Stärkung der Lebenskompetenzen, die Kindern und Jugendlichen ermöglichen, mit herausfordernden Situationen im Alltag umzugehen. Bei Lebenskompetenzen geht es um Eigenschaften wie z. B. Konflikt- und Problemlösefähigkeiten, Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit, Frustrationstoleranz, kritisches Denken, Genuss- und Erlebnisfähigkeit, Kommunikations- und Kontaktfähigkeit, Gesundheitsbewusstsein, Teamfähigkeit, Stressbewältigung und Einfühlungsvermögen.

Ausbildung der Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter

Erfolgreiche Suchtprävention ist immer auch Beziehungsarbeit. Fähigkeiten zum verantwortungsbewussten Konsum entstehen nicht durch den Besuch einer Beratungsstelle. Dafür braucht es Zeit und kompetente Ansprechpartner vor Ort, die Suchtprävention als Teil ihres Arbeitsauftrages verstehen. Ein zentraler Inhalt von „Vitamine“ ist deshalb die Schulung der Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter. Sie sind wichtige Ansprechpersonen vor Ort, die das Verständnis von Suchtprävention teilen und unterstützen. „Mit einem Fortbildungsplan werden sie zu Multiplikatoren ausgebildet und können anschließend eigenständig Präventionsveranstaltungen in der Schule durchführen.“, so Mühlberg. „Sie eignen sich Leitfäden und Handlungskompetenzen zum Beispiel im Umgang mit dem Bekanntwerden von Drogenkonsum oder mit konsumierenden Schülerinnen und Schülern an.“ Gemeinsam mit ihnen können außerdem Interessen und Schwerpunkte ermittelt werden, um die Angebote für die Schulen zielgerichtet zu erarbeiten.

Risiko hat Grenzen

© Thomas Kober,

Stadtmission Chemnitz e. V.

PEERaten und Blackbox

Das Thema Drogen- und Suchtprävention wird an jeder Schule individuell aufgegriffen. Nach einer Bedarfsanalyse werden zielgruppenspezifische Angebote entwickelt, die von Klassenstufe zu Klassenstufe aufeinander aufbauen. Das grundsätzliche Konzept fußt auf einer gesunden Lern-, Lebens- und Arbeitswelt. Unter anderem können in der Sekundarstufe das Projekt „PEERaten“ sowie die „Blackbox“ Bestandteil der durchgeführten Präventionsmaßnahmen sein.

  • PEERaten ist eine Schülermultiplikatorenausbildung zu den Themen Sucht und Suchtprävention. Hintergrund ist der „Peer-to-Peer“-Ansatz bzw. der Gedanke, dass Schüler auf Augenhöhe in direkten Austausch mit ihren Mitschülern treten und ggf. Lehrer bei Unterrichtseinheiten unterstützen können.
  • Bei der sogenannten Black Box handelt es sich um einen anonymen Briefkasten. Die Schüler können ihre Fragen in die Box werfen oder mitteilen, was sie gerade interessiert und beschäftigt. Anschließend wird eine eigene Zeitung für die jeweilige Schule entwickelt, in der alle Fragen beantwortet werden.

„Vitamine“ im Drogen- und Suchtbericht

Das Projekt „Vitamine“ wurde mittlerweile an sechs Grund- und weiterführenden Schulen etabliert – weitere sollen folgen. „Wir wollen vor allem Lust auf Prävention machen und den Blick öffnen auf den vorbildlichen Aspekt, sich mit den Themen Sucht und Drogen zu beschäftigen“, so der Wunsch von Julia Mühlberg. Das Projekt wurde außerdem im Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2015 vorgestellt. „Darauf sind wir besonders stolz und freuen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Kontakt

Stadtmission Chemnitz e. V.

Fachstelle für Suchtprävention im Direktionsbezirk Chemnitz

Dresdner Straße 38b

09130 Chemnitz

E-Mail: vitamine(at)stadtmission-chemnitz.de

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