Sie sind hier >  /  
Anti-Aggressions-Training
Ein Anti-Aggressions-Training (auch Antiaggressivitäts- oder Anti-Gewalt-Training) ist ein Kurs zur Prävention und zum Abbau aggressiven Verhaltens, in dem etwa gewalttätige Jugendliche oder Straftäter theoretisch und praktisch geschult werden.

Ziel und Zielgruppen 

Ziel des Anti-Aggressions-Trainings ist es, Menschen, die sich im Alltag aggressiv verhalten, zu einer konstruktiven Konfliktlösung zu bewegen. Somit soll Gewalttaten vorgebeugt werden. Sozialpädagogen, Psychologen, Pädagogen oder Juristen stellen ein Anti-Aggressions-Training nach den Erfordernissen der jeweiligen Klientel zusammen. Das können Jugendliche wie auch inhaftierte Straftäter sein. Bei Jugendlichen kann das Training auf richterliche Weisung nach § 10 des Jugendgerichtsgesetzes (JGG) oder als Resozialisierungsmaßnahme im Jugendvollzug eingesetzt werden. In allen Fällen haben die Teilnehmer eines solchen Trainings bereits Körperverletzungen oder sogar Tötungsdelikte begangen. 

Ablauf des Trainings 

Zu Beginn eines Anti-Aggressions-Trainings werden meist Grundregeln des Kurses festgelegt: Offenheit, keine Ausgrenzung, keine Verletzung, es ist nur eine Simulation. In Gruppen wird dann jeder Teilnehmer mit verbalen und auch körperlichen Aggressionen konfrontiert – zum Beispiel auf dem sogenannten „heißen Stuhl“, einer Art verbalem Kreuzfeuer. Es werden Situationen simuliert, in denen aggressives Verhalten meist auftritt, beziehungsweise in der Übung bewusst provoziert wird. Statt in alte, gewalttätige Verhaltensmuster zu verfallen, lernen die Teilnehmer, welche alternativen Handlungsmöglichkeiten sie haben. Zudem gibt es Rollen-, Entspannungs- und Körperübungen, kooperatives Verhalten wird trainiert und den Tätern die Sicht des Opfers nahe gebracht. 

Wirkung des Trainings 

Es ist verschiedentlich versucht worden, die Wirkung des Anti-Aggressions-Trainings (oder Coolness-Trainings) zu messen. Eine Studie der Universität Mainz fand heraus, dass nur ein Drittel der Personen, die an einem solchen Training teilnahmen, wieder einschlägig rückfällig wurde. Noch positiver erscheint das Bild, wenn man die Rückfallzeiten mit einbezieht: Drei Viertel der Kursteilnehmer wurden innerhalb des ersten Jahres nach dem Kurs nicht wieder im Gewaltbereich auffällig. Das Anti-Aggressions-Training wird in der Studie als reflexionsfördernd und gewalthemmend beschrieben. Dies könne für eine weitergehende Persönlichkeitsreifung ausschlaggebend sein. 

Aktivitäten

Service

Über diese Suchfunktion finden Sie bundesweit kriminal-polizeiliche Beratungsstellen
Beratungsstellensuche

Newsletter

Unterstützer

Hier finden Sie unsere Unterstützer nach Themengebiet sortiert

Präventionsvideos

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Und gerade mit bewegten Bildern werden wir alle viel leichter erreicht als mit nüchternen Informationsmaterialien, die nur den Verstand ansprechen. Hier finden Sie die Präventionsvideos.

Schützen Sie Ihre Immobilie gegen Einbruch!

In diesem Video gibt Hauptkommissar Peter Werkmüller von der Kriminal-polizeilichen Beratungsstelle in Düsseldorf Tipps zum Einbruchschutz.

Beliebte Artikel

Sicherheitsbehörden in Deutschland

Abstimmung

Sind Sie für eine Videoüberwachung auf allen öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen?
JA, denn Kameras erhöhen das Sicherheitsgefühl von Anliegern und Passanten und verunsichern zugleich Straftäter. Kleine Straftaten werden verhindert, große schneller aufgeklärt.
Ich bin für Videoüberwachung, jedoch eingeschränkt auf die Bereiche, wo sie Sinn macht, z.B. in Bahnhöfen oder Geschäften, wo allein die Drohung mit der Kamera Straftäter abschreckt. Videoüberwachung ja, wenn sie begrenzt ist, aber nicht flächendeckend!
NEIN, dadurch wäre das Recht des Passanten auf das eigene Bild, auf Anonymität und Privatsphäre in Gefahr. Flächendeckende Aufzeichnungen führen zu einem Überwachungsstaat.