Sie sind hier >  /  
Spurensicherung
Treffen Kriminalpolizisten an einem Tatort ein, ist es deren primäre Aufgabe, die vom Täter hinterlassenen Spuren zu sichern. Dazu zählt neben der Spurensuche und Spurenerfassung auch die Spurenauswertung in forensischen Laboren.

Spuren sind Indizien, keine Beweise 

Der Spurensicherung kommt die wichtige Aufgabe zu, relevante Indizien für die Identifizierung von Tatverdächtigen zusammenzutragen. Am Tatort muss durch das Tragen bestimmter Schutzkleidung darauf geachtet werden, dass keine Spuren verwischt oder neu gesetzt werden. Für die Erfassung und Auswertung von Spuren stehen Kriminaltechnikern verschiedene Methoden zur Verfügung – z. B. die Untersuchung von Fingerabdrücken, Genmaterial wie Hautpartikeln oder Haaren oder der Nachweis von Blut. 

Daktyloskopie 

Die am häufigsten eingesetzte Technik in der Spurensicherung ist die Daktyloskopie - ein biometrisches Verfahren zur Identifizierung von Personen anhand ihrer Fingerabdrücke. Hierzu wird das Muster der sogenannten Papillarleisten der Fingerkuppe, das bei jedem Menschen genetisch festgelegt ist und unterschiedlich verläuft, untersucht und ausgewertet. Die Unregelmäßigkeiten der Papillarleisten machen jeden Fingerabdruck individuell und garantieren eine eindeutige Identifizierung der zugehörigen Person. Zur Spurensicherung werden die Fingerabdrücke mithilfe von physikalischen oder chemischen Verfahren sichtbar gemacht, z. B. durch Einstaubverfahren bei denen bestimmte Spurensicherungspulver wie Rußpulver, Aluminiumpulver oder Essigsäure zum Einsatz kommen. Die verwendete Substanz ist abhängig von Beschaffenheit und Material der Oberfläche, auf der sich der Fingerabdruck befindet. 

DNA-Analyse 

Bei einer DNA-Analyse (auch Genanalyse oder „genetischer Fingerabdruck“) werden DNA-Spuren bzw. Körperzellen des Verdächtigen gesammelt und daraus ein DNA-Profil erstellt. Die zu untersuchende DNA kann beispielsweise aus Hautzellen, Haarzellen, Speichel, Sperma oder Gewebeteilen stammen. Für die Erstellung des DNA-Profils wird die gesammelte DNA-Probe zunächst in Abschnitte gespalten, die dann mithilfe der sogenannten PCR-Methode (Polymerase-Kettenreaktion) vervielfältigt werden. Die daraus gewonnene Anordnung der einzelnen DNA-Fragmente ist der „genetische Fingerabdruck“ und kann zur Identifizierung des Täters mit bereits vorhandenen DNA-Proben verglichen werden. 

Nachweis von Blut 

Um mögliche Blutspuren an einem Tatort nachzuweisen, wird eine chemische Verbindung namens Luminol eingesetzt, die selbst geringste, für das bloße Auge schwer erkennbare Blutmengen sichtbar machen kann. Dazu werden zu untersuchende Flächen mit einem Gemisch aus Luminol in Natronlauge und Wasserstoffperoxid besprüht. Befinden sich auf der Fläche Blutspuren, reagiert der Blutfarbstoff Hämoglobin mit dem Luminol und setzt Energie in Form von sichtbarem blauem Licht frei (Lumineszenz). 

Siehe auch: 

Aktivitäten

Service

Über diese Suchfunktion finden Sie bundesweit kriminal-polizeiliche Beratungsstellen
Beratungsstellensuche

Newsletter

Unterstützer

Hier finden Sie unsere Unterstützer nach Themengebiet sortiert

Präventionsvideos

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Und gerade mit bewegten Bildern werden wir alle viel leichter erreicht als mit nüchternen Informationsmaterialien, die nur den Verstand ansprechen. Hier finden Sie die Präventionsvideos.

Schützen Sie Ihre Immobilie gegen Einbruch!

In diesem Video gibt Hauptkommissar Peter Werkmüller von der Kriminal-polizeilichen Beratungsstelle in Düsseldorf Tipps zum Einbruchschutz.

Beliebte Artikel

Sicherheitsbehörden in Deutschland

Abstimmung

Sind Sie für eine Videoüberwachung auf allen öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen?
JA, denn Kameras erhöhen das Sicherheitsgefühl von Anliegern und Passanten und verunsichern zugleich Straftäter. Kleine Straftaten werden verhindert, große schneller aufgeklärt.
Ich bin für Videoüberwachung, jedoch eingeschränkt auf die Bereiche, wo sie Sinn macht, z.B. in Bahnhöfen oder Geschäften, wo allein die Drohung mit der Kamera Straftäter abschreckt. Videoüberwachung ja, wenn sie begrenzt ist, aber nicht flächendeckend!
NEIN, dadurch wäre das Recht des Passanten auf das eigene Bild, auf Anonymität und Privatsphäre in Gefahr. Flächendeckende Aufzeichnungen führen zu einem Überwachungsstaat.