Sie sind hier >  /  
Raub
Bei einem Raub nimmt der Täter einer anderen Person eine fremde bewegliche Sache weg – mit der Absicht, sie sich rechtswidrig anzueignen. Vom Diebstahl hebt sich der Raub durch den Einsatz von Gewalt oder massiven Drohungen ab.

Raubdelikte nehmen in der Polizeilichen Kriminalstatistik 2017 nach wie vor einen wichtigen Platz ein: 38.849 Taten werden hier angeführt. Die Zahlen sind gegenüber dem Vorjahr um 9,7 Prozent zurückgegangen. Straftaten aus dieser Gruppe stellen rund ein Fünftel aller Delikte aus dem Bereich der Gewaltkriminalität dar. Jedoch liegt die Aufklärungsquote mit 55,1 Prozent um einiges niedriger als die anderer Gewaltdelikte wie der gefährlichen und schweren Körperverletzung oder der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung. Dort liegen die Quoten bei jeweils etwa 82 Prozent, bei Mord und Totschlag sogar bei über 95 Prozent.

Gefährdung für Jugendliche und Heranwachsende

Die Paragrafen 250 bis 256 im Strafgesetzbuch beschreiben die verschiedenen Tatbestände genauer. Prinzipiell liegt die Strafuntergrenze bei einem Jahr Haft, bei schwereren Formen wie etwa dem bewaffneten Raub sogar bei fünf Jahren. Die Obergrenze reicht von fünf bis zu zehn Jahren. Jugendliche und Heranwachsende sind überproportional oft von Raubdelikten betroffen. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung werden statistisch 56 von 100.000 Einwohnern ausgeraubt. Bei Jugendlichen liegt die Zahl pro 100.000 dieser Bevölkerungsgruppe bei über 300, bei Heranwachsenden sogar bei über 400. Eine andere Besonderheit beim Raub: Zwei Drittel der Opfer sind männlich.

Straßenraub – Domäne junger Männer

Die häufigste Form der Deliktgruppe ist der Straßenraub. Dabei zielen die Täter nicht nur auf Bargeld oder hochwertige Güter wie Smartphones oder Schmuck, sondern auch auf scheinbar wertlose Objekte des Alltagsgebrauchs wie Schreibwaren oder Zigaretten. Dieses Verhalten kann damit erklärt werden, dass die Täter immer jünger werden und überwiegend männlich sind. Neben der Bereicherungsabsicht zählen in dieser Gruppe oft auch reines Imponiergehabe oder Langeweile zu den Motiven, die die jugendlichen Räuber zu ihren Taten bewegen. In Großstädten ist auch der Handtaschenraub weiterhin stark verbreitet. Die Täter, oft Jugendliche oder sogar noch im Kindesalter, schlagen dabei vor allem an dunklen, schlecht beleuchteten Orten zu, etwa in Parks oder kleinen Nebenstraßen. Einen erfreulichen Rückgang verzeichnet die Kriminalstatistik für das Jahr 2017 unter anderem bei Handtaschenraub: 1.753 Fälle wurden registriert – fast 20 Prozent weniger als noch 2016.

Siehe auch: 

Aktivitäten

Service

Über diese Suchfunktion finden Sie bundesweit kriminal-polizeiliche Beratungsstellen
Beratungsstellensuche

Newsletter

Unterstützer

Hier finden Sie unsere Unterstützer nach Themengebiet sortiert

Präventionsvideos

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Und gerade mit bewegten Bildern werden wir alle viel leichter erreicht als mit nüchternen Informationsmaterialien, die nur den Verstand ansprechen. Hier finden Sie die Präventionsvideos.

Schützen Sie Ihre Immobilie gegen Einbruch!

In diesem Video gibt Hauptkommissar Peter Werkmüller von der Kriminal-polizeilichen Beratungsstelle in Düsseldorf Tipps zum Einbruchschutz.

Beliebte Artikel

Sicherheitsbehörden in Deutschland

Abstimmung

Sind Sie für eine Videoüberwachung auf allen öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen?
JA, denn Kameras erhöhen das Sicherheitsgefühl von Anliegern und Passanten und verunsichern zugleich Straftäter. Kleine Straftaten werden verhindert, große schneller aufgeklärt.
Ich bin für Videoüberwachung, jedoch eingeschränkt auf die Bereiche, wo sie Sinn macht, z.B. in Bahnhöfen oder Geschäften, wo allein die Drohung mit der Kamera Straftäter abschreckt. Videoüberwachung ja, wenn sie begrenzt ist, aber nicht flächendeckend!
NEIN, dadurch wäre das Recht des Passanten auf das eigene Bild, auf Anonymität und Privatsphäre in Gefahr. Flächendeckende Aufzeichnungen führen zu einem Überwachungsstaat.