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Fahndung
Eine Fahndung ist die polizeiliche Suche nach Personen oder Gegenständen aus unterschiedlichen Gründen – etwa im Zusammenhang mit einer Straftat, einer Zeugenaussage, einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit, einer Krankheit oder einem Suizid.

Personen- und Sachfahndung 

In Deutschland gibt es unterschiedliche Institutionen, die nach Menschen und Gegenständen suchen. Fahndungen initiieren nicht nur die Landes- und Bundespolizeien, sondern es gibt zudem die Steuer- und Zollfahndung. Auch das Bundesamt für Güterverkehr fahndet, etwa im Bereich der LKW-Maut. Gegenstände, nach denen gesucht wird, stehen meist im Zusammenhang mit einer Straftat – zum Beispiel Diebesgut oder Tatwerkzeug und -waffen. Für die Suche nach Personen gibt es unter anderem folgende Gründe: 

  • Begehung einer Straftat 
  • Gefahr für die öffentliche Sicherheit 
  • als Zeuge gesucht 
  • vermisst 
  • geistig verwirrt 
  • suizidgefährdet 

Fahndungsarten und -mittel 

Es gibt für die unterschiedlichen Szenarien verschiedene Fahndungsarten. Bei schwerwiegenden Delikten gibt es eine „Ringalarmfahndung“ oder eine „Tatortbereichsfahndung“: Hierbei wird direkt am Tatort nach Personen und Gegenständen gesucht und eine Festnahme oder Zeugenauffindung forciert. Ist die Gefahr großflächiger, sind zum Beispiel Teile der Bevölkerung betroffen, wird eine so genannte „Großfahndung“ eingeleitet. Soll die Bevölkerung hingegen bei der Suche mithelfen, nennt man dies „Öffentlichkeitsfahndung“. Bei dieser kann auch eine Belohnung für sachdienliche Hinweise, das Finden und die Herausgabe von Gegenständen oder Hinweise zur Ergreifung von Tätern ausgesetzt werden. Zudem gibt es Unterschiede darin, wie fokussiert oder breit angelegt eine Fahndung ist, was Orte und Personenkreise betrifft. Eine „Schwerpunktfahndung“ findet gezielt und zeitlich befristet statt, zum Beispiel an den Grenzen der Bundesrepublik. Die „Vorrangfahndung“ und die „Zielfahndung“ fokussieren sich auf wenige, sehr gefährliche Straftäter, die gesucht werden. Groß angelegt sind Raster- und Schleppnetzfahndungen (etwa bei terroristischen Vereinigungen) sowie die digitale Suche in Datennetzen. Die Suche nach Personen und Sachen erfolgt mit Hilfsmitteln wie zum Beispiel: 

  • Phantombildern 
  • Video-/Audio-Überwachung 
  • Internet 
  • Standortbestimmung des Handys 
  • Karteien und Listen 

INPOL-Fahndungsdatei und SIS 

Das beim Bundeskriminalamt (BKA) angesiedelte Informationssystem „INPOL“ ist ein elektronischer Datenverbund von Bund und Ländern und ein wichtiger Teil der Fahndungs- und Ermittlungsarbeiten. Hier sind die Daten von Personen und Sachen gespeichert, die von der deutschen Polizei- oder Justizbehörden gesucht werden. Zugriff auf INPOL haben das BKA, die Landes- und Bundespolizei sowie die Zollbehörden. In der INPOL-Sachfahndungsdatei sind neben Personendaten auch über zehn Millionen Gegenstände erfasst, die wegen eines möglichen Zusammenhangs mit Straftaten gesucht werden. Für die Fahndung innerhalb der Vertragsstaaten des Schengener Durchführungsübereinkommens gibt es ein weiteres computergestütztes Erfassungs- und Abfragesystem zur Personen- und Sachfahndung: das Schengener Informationssystem (SIS). Die Fahndungen können von jedem Polizeibeamten in jedem Vertragsstaat abgefragt werden. Mit SIS wird ebenfalls nach Personen und Sachen gefahndet, etwa nach Fahrzeugen, Dokumenten oder Banknoten. 

 Wichtige INPOL-Dateien: 

  • Kriminalaktennachweis (KANN) 
  • Personenfahndung  
  • Sachfahndung 
  • Haftdatei 
  • Erkennungsdienst 
  • DNA-Analyse-Datei 
Siehe auch: 

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Sind Sie für eine Videoüberwachung auf allen öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen?
JA, denn Kameras erhöhen das Sicherheitsgefühl von Anliegern und Passanten und verunsichern zugleich Straftäter. Kleine Straftaten werden verhindert, große schneller aufgeklärt.
Ich bin für Videoüberwachung, jedoch eingeschränkt auf die Bereiche, wo sie Sinn macht, z.B. in Bahnhöfen oder Geschäften, wo allein die Drohung mit der Kamera Straftäter abschreckt. Videoüberwachung ja, wenn sie begrenzt ist, aber nicht flächendeckend!
NEIN, dadurch wäre das Recht des Passanten auf das eigene Bild, auf Anonymität und Privatsphäre in Gefahr. Flächendeckende Aufzeichnungen führen zu einem Überwachungsstaat.