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Hacktivismus
Hacktivismus beschreibt Hacker-Aktivitäten im Internet in Kombination mit politischem Aktivismus. Computernutzer, die Hacktivismus betreiben, wollen durch das Eindringen in fremde Computersysteme politische Ziele erreichen.

Politisch motivierte Hacker-Aktionen

Der Begriff Hacktivismus ist ein Kunstwort, das aus den beiden Wörtern „Hack“ und „Aktivismus“ zusammengesetzt wurde. Hacktivisten benutzen Computer und Computernetzwerke als Protestmittel bzw. Mittel zur Selbstjustiz, um ihre Meinung auszudrücken und politische Ziele zu verfolgen. Auch wenn es schon davor zahlreiche Hacker-Angriffe in Kombination mit politischen Protesten gab, wurde der Begriff erstmals im Jahr 2004 von Mitgliedern des Hacker-Kollektivs „Omega“ erwähnt. Zu den bekanntesten Hacktivisten gehört inzwischen das sogenannte Anonymous-Kollektiv, das nach den WikiLeaks-Enthüllungen Attacken auf Organisationen lanciert, die ihrer Meinung nach die Freiheiten des Internets einschränken.

Arten

Um zu Protestzwecken in fremde Computersysteme einzudringen, benutzen Hacktivisten verschiedene Methoden. Zu den vier bekanntesten zählen

  • das so genannte „Defacement“ von Webseiten: die Startseite einer Webseite wird erheblich manipuliert bzw. verändert, um dem jeweiligen Unternehmen bzw. der jeweiligen Institution zu schaden (z. B. durch das Hochladen eigener Inhalte)
  • DDoS-Angriffe: die Webseite des Unternehmens bzw. der Institution wird mit Anfragen bombardiert und kann dadurch über Stunden oder Tage unerreichbar sein
  • Spam-Mails: Hacktivisten überschwemmen die E-Mail-Adresse des Zielunternehmens mit E-Mail-Nachrichten, die keinen anderen Zweck haben als dem System Schaden zuzufügen
  • Schwarzes Fax („Black Fax“): Es werden komplett schwarze Faxe an das Zielunternehmen verschickt, die sehr viel Tinte verbrauchen und zudem die Telefonleitungen überlasten

Bekannte Fälle

  • Juni 2001: Als Protest gegen die Verwendung von Flugzeugen der Lufthansa zur Abschiebung von illegalen Migranten aus Deutschland organisieren zwei deutsche humanitäre Netzwerke einen virtuellen Protest, bei dem die Webseite der Fluglinie durch Bombardierung mit E-Mails lahmgelegt wurde.
  • Januar 2008: Mitglieder der Hacker-Gruppe „Anonymous“ manipulierten die Webseiten lokaler Vertretungen von Scientology und starteten DDoS-Attacken gegen die Betreiber. Zuvor hatte die Church of Scientology verschiedene Webseiten dazu gezwungen, einen Film mit Scientology-Mitglied Tom Cruise aus dem Netz zu nehmen. Anonymous wertete das als Zensur und Gefahr für die Internet-Freiheit.
  • Oktober 2011: Im Rahmen der „Operation Darknet“ löschte Anonymous Links zu Kinder-Pornografie-Seiten auf einer Webpräsenz namens „Darknet“. Die Hacktivisten warnten die Hosting-Firma Freedom Hosting und forderten sie auf, sämtliche illegale Inhalte zu löschen. Als der Betreiber sich weigerte, verschafften sich die Hacker Zugang zu den Servern, sperrten sämtliche Zugänge zu gehosteten Webseiten und veröffentlichen Login-Daten von 1600 Anwendern.
Siehe auch: 

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