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Islamischer Staat (IS)
Der Islamische Staat (IS) ist eine dschihadistisch-salafistische Terrororganisation, deren Ziel die Errichtung eines Kalifats (Gottesstaats) im Nahen Osten ist.

Definition

Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist ein Ableger aus dem Al-Kaida-Umfeld. Ihr Ziel ist die Errichtung eines Gottesstaates, der sich vom Irak bis zum Mittelmeer – inklusive Syrien, Palästina und Jordanien – erstreckt. Der Islamische Staat versucht eine sogenannte „reine Form“ des Islam durchzusetzen, wie sie zu Zeiten des historischen Kalifats im Mittelalter üblich gewesen sein soll. Dabei schreckt er auch nicht vor extremer Gewalt zurück. Selbst Kinder und Frauen werden Berichten zufolge brutal hingerichtet oder verstümmelt. Der Großteil der Islamischen Rechtsgelehrten lehnt die Ideologie und das Vorgehen des Islamischen Staates als unislamisch ab.

Aufbau und Organisation

Anführer des IS ist der gebürtige Iraker Abu Bakr al Baghdadi, der sich selbst zum direkten Nachfolger Mohammeds und Stellvertreter Gottes auf Erden ernannt hat. Die interne Organisation ist professionell aufgebaut: In al-Baghdadis Kabinett finden sich Minister für Finanzen, Sicherheit und Organisation. Außerdem gibt es eine Abteilung für öffentliche Information und Medien, eine Rechtsabteilung, die prüft, ob die Scharia-Regeln eingehalten werden, einen Rat für Verteidigung und Sicherheit sowie einen Geheimdienst. Mit einem geschätzten Vermögen von rund zwei Milliarden Dollar gilt der IS als die reichste Terrororganisation weltweit. Sie verfügt über mehr als 10.000 Mitglieder – etwa 400 davon sind Deutsche. Die Islamisten beherrschen inzwischen ein Gebiet so groß wie Großbritannien, in dem rund acht Millionen Menschen leben. Hunderttausende sind bereits vor dem Terror geflohen.

Geschichte

Der Islamische Staat hat seine Wurzeln im Irak-Krieg der Amerikaner. In den 1990er und 2000er Jahren entstanden islamistische Gruppierungen aus Afghanistan, Jordanien oder Pakistan heraus, die sich gegen die amerikanische Besatzung und den neuen irakischen Staat richteten. Die bekannteste darunter trat unter dem Namen Al-Kaida auf. Auch der Islamische Staat, der zu Beginn noch „Tawhid wa Jihad“ hieß, war eine solche Gruppe. Der aus Jordanien stammende islamistische Aktivist Abu Musab al-Zarqawi wurde im Jahr 2000 zum Anführer der Organisation. Seine Ideologie und Strategie prägt die Geschichte von IS bis heute. Er erklärte mitunter die schiitische Glaubensrichtung im Islam zu einem Hauptfeind des sunnitischen Islamismus. 2004 trat der Islamische Staat zum ersten Mal im Irak auf und verübte dort schwere Attentate. 2010 übernahm Abu Bakr Al-Baghdadi die Führung der Gruppe. Nach 2011 zog er mit seinen Kämpfern nach Syrien, um gegen die Führung in Damaskus zu kämpfen. In Syrien formierte sich die Organisation neu und kam nach und nach ihrem erklärten Ziel eines eigenen Staats näher. Nach dem Sturm auf Mossul am 10. Juni 2014 rief Al-Baghdadi ein „Islamisches Kalifat“ aus und ernannte sich selber zum Kalifen. Von Al-Kaida grenzt sich der IS inzwischen komplett ab. Im Irak und in Syrien bekämpft eine internationale Koalition verschiedener Staaten den Islamischen Staat seit August 2014, vor allem mit Luftangriffen.

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