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Predictive Policing
Predictive Policing beschreibt eine Methode der Polizei, die mithilfe von spezieller Prognosesoftware gezielt Verbrechen in einem bestimmten Gebiet vorhersagen kann.

Kriminalität bekämpfen, bevor sie geschieht

Der Ausdruck Predictive Policing steht für „vorhersagende Polizeiarbeit“. Dahinter verbergen sich spezielle Software-Programme, die prognostizieren können, wann und wo in naher Zukunft Verbrechen wie beispielsweise Wohnungseinbrüche oder Ladendiebstähle verübt werden. Predictive Policing soll für eine bessere und schnellere Aufklärung von Straftaten sorgen: Polizeibeamte können auf diese Weise schon vor Ort sein, bevor ein Verbrechen geschieht und es im Idealfall verhindern.

Data-Mining-Prinzip

Wo die nächsten Verbrechen passieren, errechnet die Software anhand von Statistiken und mathematischen Algorithmen. Die Informationen stammen zum Großteil aus internen Datenbanken der Polizei, aber auch der Wetterbericht und soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter können zusätzlich analysiert werden. Ein aktuelles Beispiel für Predictive Policing nach dem so genannten Data-Mining-Prinzip ist die Prognosesoftware „Precobs“ (Pre Crime Observation System) des Instituts für musterbasierte Prognosetechnik (IfmPt) in Oberhausen, die unter Verwendung aktuellster Deliktdaten Prognosen für künftige Einbrüche generiert. Diese Vorhersagen können von Polizeibehörden für operative und präventive Zwecke verwendet werden. Dazu werden Deliktsdaten aus den letzten fünf Jahren analysiert und mit kriminologischen Erkenntnissen „angefüttert“. Relevante Daten, die in die Analyse einfließen, sind vor allem

  • Tatort,
  • Tatzeit,
  • die Vorgehensweise des Täters sowie
  • die Art der entwendeten Wertsachen.

Situation in Deutschland

Während Predictive Policing in den USA schon weit verbreitet ist, steckt vorhersagende Polizeiarbeit in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Prognosesoftware wie „Precobs“ wird derzeit in verschiedenen Bundesländern getestet. Die aktuelle Herausforderung besteht darin, eine Balance zwischen öffentlicher Sicherheit und der Wahrung der Persönlichkeitsrechte zu finden.

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Ich bin für Videoüberwachung, jedoch eingeschränkt auf die Bereiche, wo sie Sinn macht, z.B. in Bahnhöfen oder Geschäften, wo allein die Drohung mit der Kamera Straftäter abschreckt. Videoüberwachung ja, wenn sie begrenzt ist, aber nicht flächendeckend!
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