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Blitzmarathon
Beim so genannten „Blitzmarathon“ führt die Polizei während eines bestimmten Zeitraumes an vorher festgelegten und bekanntgegebenen Stellen intensive Geschwindigkeitskontrollen bei Fahrzeugen durch.

Einsatzgebiete

Die Polizei NRW setzt seit Anfang 2012 regelmäßig Blitzmarathons ein. Diese dauern meist 24 Stunden. Die Bürgerinnen und Bürger können dabei mitbestimmen, an welchen Stellen, den so genannten „Wutpunkten“, während des Blitzmarathons kontrolliert werden soll. Insgesamt messen während der Aktion in der Regel rund 3.500 Polizisten die Geschwindigkeit an etwa 3.000 Messstellen in ganz NRW. Durch die intensiven Kontrollen und eine breite Medienberichterstattung soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Thema überhöhte Geschwindigkeit gelenkt und ein Bewusstsein für die Gefahren von zu schnellem Fahren geschaffen werden. Außerdem erhoffen sich die Behörden einen Lerneffekt bei den kontrollierten Fahrern. Im Oktober 2012 fand der erste länderübergreifende Blitzmarathon statt – es beteiligten sich neben NRW auch Niedersachsen und die Niederlande. Im Oktober 2013 gab es den ersten bundesweiten Blitzmarathon mit 15.000 beteiligten Polizeibeamten an 8.700 Kontrollstellen. Im April 2015 wurde der Blitzmarathon auf Europa ausgeweitet – insgesamt beteiligten sich 22 Länder daran.

Kritik

Kritiker des Blitzmarathons stellen dessen nachhaltige Wirkung bei der Bevölkerung in Frage. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht die Maßnahme kritisch. Denn nach Auffassung der GdP ist keine grundlegende Verhaltensänderung bei Autofahrern zu erwarten: Wer sowieso meist schneller fährt als erlaubt, wird das nach einem Blitzmarathon auch weiterhin tun. Verkehrssünder müssten daher direkt nach ihrer Regelverletzung von der Polizei angesprochen werden. Erst dies bringe neben dem obligatorischen Knöllchen einen anhaltenden verkehrserzieherischen Effekt. Angesichts der ausgedünnten polizeilichen Verkehrsüberwachung könne dies jedoch nicht geleistet werden. Aktionen wie der Blitzmarathon würden zwar eine große öffentliche Aufmerksamkeit erreichen, unterschlagen werde dabei aber, an welchen Stellen die eingesetzten Polizistinnen und Polizisten ihre eigentlichen Aufgaben vernachlässigen müssten.

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Ich bin für Videoüberwachung, jedoch eingeschränkt auf die Bereiche, wo sie Sinn macht, z.B. in Bahnhöfen oder Geschäften, wo allein die Drohung mit der Kamera Straftäter abschreckt. Videoüberwachung ja, wenn sie begrenzt ist, aber nicht flächendeckend!
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