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Hacker
Ein Hacker („to hack into sth.“, in etwas eindringen) ist jemand, der sich über Netzwerke Zugang zu anderen Systemen verschafft. Dieses Vordringen in fremde Computernetze geschieht meist illegal und zu kriminellem Zweck.

Begrifflichkeit

Schon in den 1950er Jahren benutzten amerikanische Funker den Ausdruck „Hacking“ für eine kreative, leistungssteigernde Modifikation ihrer Funkgeräte. Heute wird der Begriff „Hacker“ umgangssprachlich für Kriminelle verwendet, die sich verbotenerweise Zugang zu fremden Computern und Netzwerken verschaffen. Dies kann beispielsweise via Internet mit Hilfe von Schadprogrammen wie Trojanern erfolgen, mit dem Ziel, Daten zu stehlen oder Spam-Mails zu versenden. Der Begriff „Hacker“ wird sehr unterschiedlich verwendet. Es kann ein Hardwareentwickler ebenso gemeint sein wie ein begabter Programmierer in der Softwareerstellung, der ein Problem durch kleine Änderungen („hacks“) im bestehenden Quelltext löst. Die Wertung dieser Maßnahmen in „gut“ und „böse“ lehnen manche in dieser Szene ab. Andere „Hacker“ geben sich klare Regeln. Der Chaos Computer Club (CCC) ist nach eigenen Angaben die größte europäische Hackervereinigung und „seit über dreißig Jahren Vermittler im Spannungsfeld technischer und sozialer Entwicklungen“. Er agiert nach der so genannten „Hackerethik“, die etwa besagt: „Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen“. Die Aktivitäten des Clubs reichen von technischer Forschung über Kampagnen, Politikberatung bis hin zu Publikationen und dem Betrieb von Anonymisierungsdiensten.

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik ist die Computerkriminalität 2018 um 1,8 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden 110.475 Fälle erfasst (2017: 108.510 Fälle). Damit bleiben die Zahlen seit den Änderungen der statistischen Erfassung im Jahr 2016, die zu einem starken Anstieg geführt haben, relativ konstant. Im Detail wurden 8.762 Fälle erfasst, bei denen im Internet Daten abgefangen oder ausgespäht wurden. Die Fälle von „Datenveränderung und Computersabotage“ sind im Vergleich zum Vorjahr mit insgesamt 2.875 Fällen um 20,1 Prozent gesunken (2017: 3.596 Fälle). Im Jahr 2018 wurden etwas weniger Delikte aufgeklärt als noch im Jahr zuvor: In 37,6 Prozent der Fälle konnte man den oder die Täter fassen (2017: 39,3 Prozent). Wie die Zahlen verdeutlichen, ist der Schutz vor Hackern sowie die Prävention vor Cyberkriminalität im Allgemeinen heutzutage wichtiger denn je.

Strafbarkeit

Es gibt Hacker, die sich widerrechtlich in Computer einhacken, um diese und deren Daten für ihre kriminellen Handlungen zu nutzen oder aus „sportlichem“ Ehrgeiz, ein Sicherheitssystem überlisten zu können. In dem Teil des Strafgesetzbuches, der sich mit der Verletzung des persönlichen Lebens- und Geheimbereichs befasst, wird auch auf das „Hacken“ eingegangen: Paragraph 202c StGB besagt: Wer eine Straftat vorbereitet, indem er sich oder einem anderen Passwörter oder Sicherungscodes verschafft oder Computerprogramme herstellt, mit denen man es kann, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe bestraft. Das Ausspähen und Abfangen von Daten und die Erstellung entsprechender Technik dafür sind also illegal.

Hacker-Technik

Hacker-Programme:

  • Virus
    Ein Virus nutzt Ressourcen seines Wirtcomputers und verbreitet sich, indem er sich in Dateien festsetzt. Werden diese in ein neues System kopiert, ist auch das infiziert.
  • Wurm
    Würmer versuchen aktiv in neue Systeme einzudringen. Sie nutzen dazu Sicherheitsprobleme auf dem Zielsystem aus, wie fehlende oder Standard-Passwörter.
  • Trojaner
    Ein Trojanisches Pferd ist als nützliche Anwendung getarnt, erfüllt im Hintergrund aber eine andere, meist schädliche Funktion.
  • Sniffer
    Mit dieser Software wird der Datenverkehr eines Netzwerks gespeichert und ausgewertet.
  • Keylogger
    Diese Hard- oder Software speichert die Eingaben des Benutzers. So können zum Beispiel Passwörter oder PINs abgefangen werden.
  • Backdoor
    Die Software ermöglicht einen direkten Zugang/Fernzugriff auf einen Computer.

Siehe auch: 

Aktivitäten

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Ich bin für Videoüberwachung, jedoch eingeschränkt auf die Bereiche, wo sie Sinn macht, z.B. in Bahnhöfen oder Geschäften, wo allein die Drohung mit der Kamera Straftäter abschreckt. Videoüberwachung ja, wenn sie begrenzt ist, aber nicht flächendeckend!
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