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Scientology
Scientology wurde in den 1950er Jahren von L. Ron Hubbard gegründet und bezeichnet sich als Religion. Da es Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gibt, beobachtet der Verfassungsschutz die Organisation.

Weltbild und Theorien von Scientology

Scientology wurde Anfang der 1950er Jahre von L. Ron Hubbard gegründet. Sein Buch „Dianetik: Der Leitfaden für den menschlichen Verstand“ ist das maßgebliche Werk, auf dessen Aussagen sich Scientology bis heute beruft. Demnach ist der Mensch ein geistiges Wesen, das weit mehr ist als Produkt seiner Umgebung oder seiner Gene. Im Weltbild der Organisation gibt es drei grundlegende Wahrheiten:

  • Der Mensch ist ein unsterbliches geistiges Wesen.
  • Seine Erfahrung geht weit über ein einziges Leben hinaus. 
  • Seine Fähigkeiten sind unbegrenzt, auch wenn er sie gegenwärtig nicht verwirklicht.

L. Ron Hubbard schreibt, dass es einen sogenannten reaktiven Verstand gebe. Dieser beherrsche und versklave den Menschen, sei verantwortlich für Ängste und Unsicherheiten. 

Der Mensch sei in einer Art Trauma der Vergangenheit gefangen. Ziel ist es laut Hubbard, den reaktiven Verstand zu beseitigen und den Zustand des „Clear“ zu erlangen. Ohne den reaktiven Verstand gewinne man seine Grundpersönlichkeit und Selbstbestimmung zurück. Der Zustand des „Clear“ soll durch sogenannte Auditings erreicht werden. Übergeordnetes Ziel von Scientology ist es, „den Planeten zu klären“. Das bedeutet nach Darstellung der Organisation, „dass Scientologen die Erde von Wahnsinn, Krieg und Verbrechen befreien und eine Zivilisation ermöglichen wollen, in der es geistige Gesundheit und Frieden gibt“.
Scientology hat nach eigenen Angaben auf der deutschen Website weltweit 8.500 Kirchen, Missionen und Gruppen in über 165 Ländern. Der 1911 in Nebraska geborene Gründer von Scientology, L. Ron Hubbard, ist 1986 gestorben. Heute ist David Miscavige Vorsitzender des Vorstands Religious Technology Center (RTC). Scientology ist hierarchisch organisiert, von lokalen Gruppen bis hin zur internationalen Leitung.

Beobachtung durch den Verfassungsschutz

Laut Bundesamt für Verfassungsschutz bestehen bei der Scientology-Organisation (SO) Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung. Das ist die gesetzliche Voraussetzung dafür, dass die Mitarbeiter der Verfassungsschutzbehörden Scientology beobachten dürfen. Das stellte die Ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder (IMK) erstmals 1997 fest. Die Scientology Kirche Deutschland und die Scientology Kirche Berlin werden seitdem vom Bundesamt für Verfassungsschutz observiert. Im März 2003 forderten beide Organisationen das Bundesamt auf, die Beobachtung einzustellen, mit der Begründung, sie verfolgten keine verfassungsfeindlichen Bestrebungen. Die Klage wies das Verwaltungsgericht Köln im November 2004 ab. Im Februar 2008 urteilte der 5. Senat des Oberverwaltungsgerichts NRW, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz Scientology weiterhin beobachten und dabei auch nachrichtendienstliche Mittel einsetzen darf und wies damit die eingelegte Berufung gegen die erste Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln vier Jahre zuvor zurück.

Vorwürfe gegen Scientology

Zentrale Vorwürfe gegen Scientology lauten: Die Organisation arbeitet gegen den Staat und strebt zunehmend politische Einflussnahme an. Sie werden unter anderem von der Scientology-Kritikerin Ursula Caberta erhoben, Autorin des Buches „Schwarzbuch Scientology“. Caberta fordert ein Verbot der Organisation. Ehemalige Mitglieder werfen Scientology unter anderem Freiheitsberaubung, Zwangsabtreibungen, Gewalt und Folter vor. Auch den Todesfall einer jungen, abgemagerten Frau durch akuten Wassermangel 1995 in den USA führen Scientology-Kritiker auf Praktiken der Organisation zurück. Christoph und Martina Minhoff beschreiben den Fall in ihrem Bericht „Scientology – Irrgarten der Illusion“ in einer Sonderausgabe für die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg. Darin heißt es: „Scientology ist ein Psychokonzern mit politischem Herrschaftsanspruch, dessen vordringliche Aufgabe im jetzigen Stadium der Organisation ist, ein Produkt [die Psychokurse] gewinnbringend zu verkaufen.“ Im Spielfilm „Bis nichts mehr bleibt“ werden die Praktiken von Scientology auf Basis von Informationen unterschiedlicher Aussteiger dargestellt.

 

 

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