Alterskriminalität

Alterskriminalität bezeichnet Delikte, die von Personen begangen werden, die über 60 Jahre alt sind. Wie die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, begehen Seniorinnen und Senioren relativ häufig einen Diebstahl.

Ein wenig erforschter Bereich

Zur Alterskriminalität gibt es kaum valide Daten, da sich die Forschung meist auf andere Altersgruppen fokussiert, etwa jugendliche Straftäter. Was jedoch bekannt ist: Seniorinnen und Senioren begehen tendenziell eher Bagatelldelikte. Viele kommen dabei sogar erstmals mit dem Gesetz in Konflikt. Die Gründe können sehr unterschiedlich sein: Bei manchen spielt die Altersarmut eine Rolle. Andere reizt es, etwas Verbotenes zu tun. Experten schätzen, dass allein durch das Altern der Bevölkerung (demographischer Wandel) die Zahl der straffälligen Seniorinnen und Senioren in den kommenden Jahren steigen wird.

Polizeiliche Kriminalstatistik

Im Jahr 2018 gab es laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) insgesamt 155.832 Tatverdächtige, die älter als 60 Jahre waren – etwas mehr als noch im Vorjahr (153.181). Der Anteil der Straftaten, die von Seniorinnen und Senioren begangen wurden, ist jedoch vergleichsweise gering. So lag dieser nur bei etwa 7,5 Prozent.
Beim Delikt „Diebstahl ohne erschwerende Umstände“ stellt die Altersgruppe allerdings einen relativ hohen Anteil aller Tatverdächtigen (30.772). Auch begingen Menschen über 60 im Jahr 2018 vergleichsweise häufig einen Ladendiebstahl (23.463). Das spricht dafür, dass viele Seniorinnen und Senioren Straftaten aufgrund finanzieller Nöte begehen.



Zurück