Kinderpornografie

Unter Kinderpornografie versteht man die Darstellung von sexuellen Handlungen an, mit oder vor Kindern. Verbreitung, Erwerb und Besitz von kinderpornografischen Schriften werden mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.

Inhalte von Kinderpornografie

  • Kinderpornografie gibt es in Schriftform, als Fotografien, Filmmaterial oder Animationen.
  • Die Verbreitung von Kinderpornografie findet hauptsächlich über Tauschbörsen (Peer-to-Peer-Netzwerke) oder geschlossene Internetforen statt, in denen Bilder zur Verfügung gestellt und getauscht werden.
  • zunehmend werden kinderpornografische Inhalte auch von Kindern und Jugendlichen z. B. über Messengerdienste an Freunde verschickt. Die Ernsthaftigkeit und Strafbarkeit der Inhalte ist den meisten dabei nicht bewusst.

Verbreitung von Kinderpornografie

Es gibt nur wenig belastbare Zahlen zum Thema Kinderpornografie. Der Forschungsbericht „Herstellung und Verbreitung von Kinderpornografie über das Internet“ der Leibniz Universität Hannover aus dem Jahr 2011 zeigt:

  • das Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen in kinderpornografischen Schriften ist in etwa ausgeglichen.
  • Den größten Anteil nimmt die Altersgruppe der 9- bis 13-Jährigen ein (77 Prozent), gefolgt von der Altersgruppe der Vier- bis Achtjährigen (20,5 Prozent). Zwei Prozent der abgebildeten Kinder waren im Alter von wenigen Monaten bis drei Jahren. Experten sprechen jedoch von einem „Trend zum Wickeltisch“, das heißt, dass der Missbrauch von Babys und Kleinkindern über die vergangenen Jahre zugenommen hat.

Statistik und Ermittlungen

Im Jahr 2019 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 12.262 Fälle von Kinderpornografie erfasst. Das entspricht einem Zuwachs von fast 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Dunkelziffer in diesem Bereich ist jedoch hoch. Die meisten Hinweise zu Dateien mit kinderpornografischen Inhalten erhält das Bundeskriminalamt von der US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation National Centre for Missing and Exploited Children (NCMEC). Im Jahr 2019 waren dies 62.000 Hinweise auf mögliche strafbare Handlungen in Deutschland, aus denen sich 21.600 potenzielle Fälle ergaben. Ein Problem für die Polizei im Bereich Kidnerpornografie ist die fehlende Möglichkeit zur Vorratsdatenspeicherung in Deutschland. Das bedeutet, dass IP-Adressen bei den Providern nicht lange genug gespeichert werden, um sie einem möglichen Täter zuordnen zu können. Dies erschwert es Ermittlern enorm, in die abgeschotteten Kreise der Kinderporno-Ringe vorzudringen.

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