Kindesmissbrauch

Der Begriff Kindesmissbrauch beschreibt sexuelle Handlungen vor, mit oder an Kindern. Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist nach §176 StGB strafbar.

Häufigkeit und Formen

Laut der Geschäftsstelle des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

  • findet der Missbrauch von Kindern meist innerhalb des familiären oder näheren Umfelds des Kindes statt, das heißt, das Kind kennt den Täter.
  • sind rund 90 Prozent der Täter männlich, nur etwa zehn Prozent weiblich.
  • stammen die Täter aus allen sozialen Schichten.
  • werden Kinder eher Opfer von sexuellem Missbrauch, wenn sie über wenig Selbstbewusstsein verfügen, unsicher, einsam oder vernachlässigt wirken. Sexueller Missbrauch kann
  • ohne Körperkontakt, zum Beispiel durch das erzwungene Ansehen von Pornofilmen stattfinden.
  • mit Körperkontakt, zum Beispiel durch Berührungen bis hin zu oralem, vaginalem oder analem Geschlechtsverkehr stattfinden.
  • sadistische Formen annehmen.

Kinderpornografie

  • sexueller Missbrauch wird häufig als Foto- und Filmmaterial festgehalten und als Kinderpornografie verbreitet.
  • Die Verbreitung, der Erwerb oder der Besitz kinderpornografischer Schriften ist nach § 184b StGB verboten.

Polizeiliche Kriminalstatistik

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden in Deutschland im Jahr 2018 4.621 Kinder und Jugendliche Opfer von Misshandlung. Angesichts der hohen Dunkelziffer nicht angezeigter Taten gibt es allerdings keine genauen Zahlen zum tatsächlichen Ausmaß von Kindesmisshandlung und Kindesvernachlässigung. Dies liegt vor allem daran, dass die Taten überwiegend zuhause in der Familie verübt werden und die Opfer noch zu klein und zu hilflos sind, um auf sich aufmerksam zu machen.
Charakteristisch für ältere misshandelte Kinder ist, dass sie oft aus Scham schweigen, weil sie glauben, sie seien zu Recht bestraft worden.

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