Gewaltkriminalität

Unter dem Begriff Gewaltkriminalität werden verschiedene Gewaltdelikte zusammengefasst, die der mittelschweren bis schweren Kriminalität zuzuordnen sind.

Was gehört zur Gewaltkriminalität?

In der Polizeilichen Kriminalstatistik fallen unter den Sammelbegriff „Gewaltkriminalität“ die Delikte

  • Mord
  • Totschlag und Tötung auf Verlangen
  • Vergewaltigung
  • schwere sexuelle Nötigung
  • Raubdelikte
  • Beteiligung an einer Schlägerei
  • gefährliche und schwere Körperverletzung
  • Körperverletzung mit Todesfolge
  • die Verstümmelung weiblicher Genitalien
  • erpresserischer Menschenraub und Geiselnahmen sowie
  • Angriffe auf den Luft- und Seeverkehr

Im Jahr 2019 gab es in Deutschland nach der Statistik 181.054 Fälle von Gewaltkriminalität (2018: 185.377), das sind rund drei Prozent aller Straftaten. Nachdem die Anzahl der registrierten Fälle im Vorjahr bereits um 1,9 Prozent gesunken war, nahm sie 2019 erneut um 2,3 Prozent ab. Zurückzuführen ist diese Entwicklung im vergangenen Jahr vor allem auf den Rückgang der schweren und gefährlichen Körperverletzung (-3.643 Fälle). Dieser Deliktsbereich macht mit insgesamt 133.084 Fällen (73,5 Prozent) jedoch immer noch den Großteil der Gewaltkriminalität aus.

Täter, Opfer, Häufigkeit

Gewaltkriminalität wird in der Regel von Männern begangen. Beim Straftatbestand der Vergewaltigung oder sexuellen Nötigung liegt der Anteil zum Beispiel bei fast 99 Prozent, bei Raubdelikten immerhin noch bei etwas über 90 Prozent. Körperverletzung mit Todesfolge wird hingegen etwas häufiger auch von Frauen verübt. Hier weist die PKS 2019 für weibliche Täterinnen einen Anteil von rund 23 Prozent aus.
Bei Mord und anderen Tötungsdelikten sind in den meisten Fällen der Partner oder Verwandte beziehungsweise nähere Bekannte tatverdächtig. Im Rahmen von Partnerschaftsgewalt sind rund 80 Prozent der Opfer Frauen.

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