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Drei Monate bei Europol

Die Täternetzwerke im Bereich der Organisierten Kriminalität operieren international. Doch wie sieht es auf der Seite der Strafverfolger aus? Wie arbeitet beispielsweise die europäische Polizeibehörde Europol in Den Haag? Das erleben deutsche Polizeibeamtinnen und -beamte immer wieder hautnah, wenn sie vom Bundeskriminalamt (BKA) dorthin entsandt werden, etwa im Rahmen eines dreimonatigen Hospitationsprogramms.

Grenzüberschreitende Polizeiarbeit in Den Haag

Der Sitz von Europol ist seit der Gründung 1999 in Den Haag

© LKA NRW

Die Täternetzwerke im Bereich der Organisierten Kriminalität operieren international. Doch wie sieht es auf der Seite der Strafverfolger aus? Wie arbeitet beispielsweise die europäische Polizeibehörde Europol in Den Haag? Das erleben deutsche Polizeibeamtinnen und -beamte immer wieder hautnah, wenn sie vom Bundeskriminalamt (BKA) dorthin entsandt werden, etwa im Rahmen eines dreimonatigen Hospitationsprogramms.

Internationale Schnittstellen gibt es häufig

Pro Quartal können drei Polizistinnen und Polizisten aus ganz Deutschland an dem Programm teilnehmen. Einer davon ist Oliver Bongartz vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen. Er war von Juli bis September 2017 bei Europol in den Niederlanden eingesetzt. Im Arbeitsalltag berät und unterstützt Oliver Bongartz die Polizei im Bereich der Organisierten Kriminalität. Auch hier gibt es zahlreiche internationale Schnittstellen: „In Nordrhein-Westfalen haben wir die Grenzen zu Belgien und den Niederlanden. Hier ergeben sich regelmäßig grenzüberschreitende Ermittlungsverfahren.“ Ein Grund, warum er sich für das Hospitationsprogramm entschieden hat, war neben der internationalen Zusammenarbeit auch der Wunsch, seine Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern. Außerdem wollte er Einblick in die hochmodernen Auswertungs- und Analysetools von Europol bekommen, wie etwa die Gesichtserkennungssoftware im Bereich der Terrorismusbekämpfung.

Kurze Wege, intensive Zusammenarbeit

Bei Europol sind Polizeibeamte aus allen 28 EU-Staaten und zahlreichen Partnerländern außerhalb der EU tätig. Die mehr als 1.000 Mitarbeiter, 220 Verbindungsbeamten und rund 100 Auswertungsspezialisten verfolgen ein gemeinsames Ziel: Europa sicherer zu machen. Spontane Besprechungen zu internationalen Ermittlungen sind hier kein Problem. Ein Handzeichen an den Kollegen aus Spanien im Büro gegenüber oder ein Klopfen bei der Kollegin aus den Niederlanden am Ende des Flurs reichen aus, um kurzfristig alle Beteiligten in einem Besprechungsraum zu versammeln. Bei der Zusammenarbeit hilft auch eine gemeinsame Software: Europol stellt den Mitgliedsstaaten das Kommunikationstool Secure Information Exchange Network Application (SIENA) zur Verfügung, über das Informationen schnell und sicher ausgetauscht werden können. Über das Europol Information System (EIS) werden Daten zu kriminellen Personen bereitgestellt, die durch alle Mitgliedstaaten abgerufen oder mit anderen Daten abgeglichen werden können.

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