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„Fahrrad sucht Anschluss“

In Deutschland werden jedes Jahr über 300.000 Fahrraddiebstähle gemeldet. Ein Grund für diese hohe Zahl: Die Räder sind häufig nicht richtig gesichert. Mit der Aktion „Fahrrad sucht Anschluss“ will die Polizei Bremen nun Aufmerksamkeit für das richtige Anschließen von Fahrrädern schaffen. Thomas Wollborn, der Präventionsbeauftragte der Bremer Polizeiinspektion Ost, erklärt, worum es bei dem Präventionsprojekt konkret geht.

Fahrraddiebstahl-Prävention bei der Polizei Bremen


Die präparierten Fahrräder werden in ganz Bremen an öffentlichen Orten aufgestellt

© Polizei Bremen

 

In Deutschland werden jedes Jahr über 300.000 Fahrraddiebstähle gemeldet. Ein Grund für diese hohe Zahl: Die Räder sind häufig nicht richtig gesichert. Mit der Aktion „Fahrrad sucht Anschluss“ will die Polizei Bremen nun Aufmerksamkeit für das richtige Anschließen von Fahrrädern schaffen. Thomas Wollborn, der Präventionsbeauftragte der Bremer Polizeiinspektion Ost, erklärt, worum es bei dem Präventionsprojekt konkret geht. „In Bremen konnten wir die Zahl der angezeigten Fahrraddiebstähle in den letzten zehn Jahren zwar von 10.000 auf rund 5.500 Delikte fast halbieren – trotzdem sind das in unseren Augen immer noch zu viele“, erklärt Wollborn den Grund, das Projekt ins Leben zu rufen. Mit dem Konzept „Fahrrad sucht Anschluss“ möchte die Polizei Fahrradfahrer animieren, sichere Schlösser zu verwenden und durch das richtige Anschließen vor allem ein Wegtragen und den Abtransport im Lieferwagen zu verhindern. „Besonders organisierte Banden arbeiten auf diese Art und Weise: Sie fahren mit dem Lieferwagen umher und halten Ausschau nach schlecht oder gar nicht gesicherten Fahrrädern. Ist ein Fahrrad etwa durch ein simples Speichenschloss nur in sich abgeschlossen, lässt es sich leicht wegtragen und abtransportieren – das dauert nur wenige Sekunden“, erklärt der Experte.

Präparierte Fahrräder sollen für Aufmerksamkeit sorgen

Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit soll sich das nun ändern. Die Polizei platziert dabei besonders präparierte Fahrräder an stark frequentierten Plätzen oder an Diebstahlbrennpunkten im öffentlichen Verkehrsraum. Das Besondere: Sie alle tragen ein überdimensioniertes rotes Bügelschloss und innerhalb des Rahmens ein Verkehrsschild mit dem Slogan „Angeschlossen“. Angeschlossen werden die Räder dann an feststehende Gegenstände wie Laternenpfähle – und zwar vorbildlich an Reifen und Rahmen fixiert. „Zu Beginn des Projekts haben wir eine intensive Pressearbeit gemacht, um die Menschen auf das Thema aufmerksam zu machen. Zudem wechseln die Fahrräder nach ein bis zwei Wochen ihre Standorte und sind so in ganz Bremen unterwegs“, erklärt Wollborn. Außerdem seien die Räder auf Messen, Informationsveranstaltungen und Infoständen der Polizei auf Festen oder Wochenmärkten mit dabei. Auch werden sie im Rahmen der Verkehrssicherheitstage oder bei Fahrradregistrierungsaktionen eingesetzt.

Das richtige Schloss, das richtige Anschließen

Wer sein Fahrrad richtig sichert, kann viel zur Diebstahlprävention beitragen. Wollborn: „Wir appellieren hier an die Eigenverantwortung der Fahrradfahrer, ihr Fahrrad mit einem geeigneten Schloss richtig anzuschließen. Als Faustformel gilt dabei: Rund zehn Prozent des Neupreises des betreffenden Fahrrads sollten für ein Schloss ausgegeben werden. Ein gutes Schloss ist zudem mit einem VdS-Prüfsiegel zertifiziert. Tests zeigen außerdem, dass die so genannten Bügelschlösser mit die sichersten Schlösser sind.“ Diese ließen sich nicht so einfach durchtrennen wie etwa Spiralschlösser. Auch Speichenschlösser seien als Sicherung weniger geeignet, da sie nur einen Reifen blockieren, aber nicht das Rad fixieren. Dadurch lässt es sich leicht wegtragen. „Beim Anschließen sollte außerdem darauf geachtet werden, dass das Bügelschloss möglichst sowohl um den Hinterreifen als auch um den Rahmen gelegt und an dann einem festen Gegenstand befestigt wird“, betont der Experte.

Mit einem stabilen Bügelschloss an Reifen und Rahmen an einem festen Gegenstand fixiert – so sieht die richtige Fahrradsicherung aus

© F. Seidel (#115716998)

Fahrrad bei der Polizei registrieren lassen

Das Präventionsprojekt ist nur ein Baustein im Kampf gegen Fahrraddiebe. Neben dem richtigen Schloss und dem korrekten Anschließen kann jeder Fahrradbesitzer noch mehr tun, um seinen Drahtesel vor dreisten Dieben zu schützen. „Nach wie vor wichtig ist, sein Fahrrad bei der Polizei registrieren und sich einen Fahrradpass mit allen wichtigen Daten aushändigen zu lassen. Der dazugehörige Aufkleber auf dem Rad „Fahrrad registriert“ hat zudem abschreckende Wirkung – diese Räder werden tatsächlich etwas weniger gestohlen. Außerdem ist das Rad dem Besitzer sofort zuzuordnen, sollte es nach einem Diebstahl gefunden werden“, so Wollborn. Vorsicht sollte man beim Schnäppchenkauf auf eBay oder Flohmärkten walten lassen. „Ein hochwertiges Rad, das für einen Spottpreis angeboten wird, könnte gestohlen sein. Ist das der Fall, kann man daran kein Eigentum erwerben – auch wenn man dafür bezahlt hat. Wird das Rad dann später als gestohlen identifiziert, muss man es abgeben. Gleichzeitig droht dann noch eine Anzeige wegen Hehlerei“, warnt der Experte.

SW (29.07.2016)

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