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Mehr Präsenz, weniger Straftaten

Ende November eröffnet der Nürnberger Christkindlesmarkt. Mit mehr als zwei Millionen Besucherinnen und Besuchern ist er der größte Weihnachtsmarkt in Deutschland. Zwischen den Glühweinständen und Verkaufsbuden sind auch die Einsatzkräfte der Polizei unterwegs. Sie stehen als Ansprechpersonen zur Verfügung und helfen Menschen, die Opfer von Kriminalität geworden sind. Schutzeinrichtungen und Präventionsmaßnahmen sorgen zudem für Sicherheit.

Mehr Präsenz, weniger Straftaten

Die Polizei im Einsatz auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt


Auf Weihnachtsmärkten tummeln sich auch Taschendiebe

© bilderstoeckchen/stock.adobe.com

 

Ende November eröffnet der Nürnberger Christkindlesmarkt. Mit mehr als zwei Millionen Besucherinnen und Besuchern ist er der größte Weihnachtsmarkt in Deutschland. Zwischen den Glühweinständen und Verkaufsbuden sind auch die Einsatzkräfte der Polizei unterwegs. Sie stehen als Ansprechpersonen zur Verfügung und helfen Menschen, die Opfer von Kriminalität geworden sind. Schutzeinrichtungen und Präventionsmaßnahmen sorgen zudem für Sicherheit.

Im Herbst beginnt die Planungsphase

Während der ein oder andere noch in Erinnerungen an den zurückliegenden Sommerurlaub schwelgt, ist Polizeidirektor Andreas Belger, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte, mit seinen Gedanken schon mitten in der Adventszeit. Denn im September beginnen er und sein Team in Zusammenarbeit mit der Stadt und anderen Polizeidienststellen in Mittelfranken, das Sicherheitskonzept für den Nürnberger Christkindlesmarkt auszuarbeiten. „Der Markt beschäftigt uns den Großteil des Jahres. Nach den Sommerferien starten wir mit der Vorbereitung. Die Nachbereitung dauert bis kurz vor Ostern“, erklärt Belger. Dass er sich schon im Sommer mit Weihnachten beschäftigen muss, stört ihn nicht. „Der Christkindlesmarkt ist auch für uns ein Highlight.“ Zur Planung gehört etwa, Verkehrssperren oder die Verlegung des regulären Wochenmarktes anzuregen. Zudem muss der Personalaufwand der Polizei kalkuliert werden. „An Wochenendtagen brauchen wir circa 60 Einsatzkräfte. Das können wir als Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte nicht stemmen. Wir müssen frühzeitig zusätzliche Kräfte anfordern, etwa bei der Verkehrs- oder Bereitschaftspolizei.“

Diverse Anti-Terror-Maßnahmen

Nachdem in den vergangenen Jahren europaweit mehrere terroristische Anschläge mit islamistischem Hintergrund verübt wurden, wie etwa das Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche im Jahr 2016, ist auch die Terrorabwehr ein zentraler Bestandteil der sicherheitstechnischen Planung der Polizei und der Stadt. Im Fokus stehen Maßnahmen, um Terroristen davon abzuhalten, mit einem LKW in eine Menschenmenge zu fahren. „Begonnen haben wir mit Fahrzeugsperren in Form unserer Polizeibusse, die wir an günstigen Zufahrtsgelegenheiten postiert haben. In den Folgejahren haben wir die Maßnahmen erweitert“, erklärt Andreas Belger. Neben den Polizeibussen werden mittlerweile auch Baumtröge als Sperren eingesetzt. „Diese können einen LKW vielleicht nicht zum Stillstand bringen, aber sie erzeugen Aufmerksamkeit. Das Fahrzeug wird gebremst und die Menschen haben noch die Chance auszuweichen.“ Eine weitere Maßnahme sind City-Safe-Sperren. Die massiven Eisenstelzen sind flexibel einsetzbar und können ebenfalls ein darauf zufahrendes Fahrzeug bremsen. „Die bayerische Polizei hat die Sperren erprobt. Wir haben sie seit zwei Jahren im Einsatz. Für den Markt fordern wir sie entsprechend an.“

Polizeidirektor Andreas Belger

Stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte, © Polizei

Diebstähle und Raufereien sind rückläufig

Überall da, wo sich viele Menschen aufhalten, sind Taschendiebe meist nicht weit. Auch beim Nürnberger Christkindlesmarkt treiben Täter immer wieder ihr Unwesen. Allerdings ist die Zahl der Taschendiebstähle gesunken, freut sich Andreas Belger. „Das gilt sowohl für den Markt als auch für andere Bereiche in der Innenstadt.“ Seiner Einschätzung nach liegt das zum einen daran, dass die Anzahl der Zivilkräfte der Polizei aufgestockt wurde. Sie können das Geschehen unauffällig beobachten und Diebe auf frischer Tat ertappen. Zum anderen sind mehr uniformierte Kräfte an neuralgischen Punkten im Einsatz. „Wir sind also gleichzeitig sichtbarer. Das schreckt Täter ab“, erklärt der Experte. Wird doch mal etwas gestohlen, resultiert das meist aus der Leichtsinnigkeit der Opfer. „Da wird die Handtasche offen getragen oder die Jacke mitsamt Geldbeutel wird einfach an einer Garderobe aufgehängt“, mahnt Belger. Um die Besucherinnen und Besucher zu schützen, verteilt die Polizei Flyer mit Präventionstipps. „Zudem sprechen wir Personen an, wenn wir sehen, dass etwa eine Tasche unsicher abgestellt ist.“ Alkoholbedingte Auseinandersetzungen kommen ebenfalls seltener vor. „Zu solchen Einsätzen wurden wir immer relativ oft kurz vor Marktschluss gerufen. Aber Vorfälle dieser Art gab es in den letzten zwei Jahren immer seltener.“

Polizei als erste Anlaufstelle

Wer den Nürnberger Christkindlesmarkt besucht, kann sich mit jeglichen Anliegen an die Einsatzkräfte der Polizei wenden, betont Andreas Belger. „Wir versuchen, jedem so gut wie möglich weiterzuhelfen – auch, wenn es nur die Frage nach dem Weg ist.“ Opfer von Straftaten sollten unverzüglich Kontakt zur Polizei aufnehmen. „Es ist wichtig, dass man die erste Polizistin oder den ersten Polizisten anspricht, den man sieht, oder alternativ die Nummer 110 wählt.“ Im Rathaus, das direkt am Marktplatz liegt, befindet sich zudem eine externe Wache, die auch während des Christkindlesmarktes geöffnet ist. „Wenn man erst nach Hause geht und sich dann bei uns meldet, haben wir kaum eine Chance, die Täter ausfindig zu machen.“ MW (25.10.2019)

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