< Professionelle Kunstfälschungen

Taschendiebstahl auf Weihnachtsmärkten

Taschendiebe schlagen am liebsten dort zu, wo sich große Menschenmengen aufhalten – beispielsweise auf Weihnachtsmärkten. Im dichten Gedränge zwischen den festlichen Buden und Ständen halten sie Ausschau nach leichter Beute. Georg Schimmelpfennig vom Polizeipräsidium Düsseldorf erklärt die Vorgehensweise der Täter und wie man sich vor ihnen schützen kann.

Leichtsinn lockt Täter 

Weihnachtsmärkte ziehen Taschendiebe an 

© Alexander Erdbeer, fotolia 

 

Taschendiebe schlagen am liebsten dort zu, wo sich große Menschenmengen aufhalten – beispielsweise auf Weihnachtsmärkten. Im dichten Gedränge zwischen den festlichen Buden und Ständen halten sie Ausschau nach leichter Beute. Georg Schimmelpfennig vom Polizeipräsidium Düsseldorf erklärt die Vorgehensweise der Täter und wie man sich vor ihnen schützen kann.

Taschendiebe suchen immer das Gedränge – da wo viel los ist, ist die Gefahr, Opfer eines Diebstahls zu werden, am größten. „Die Handtasche halboffen oder das Portemonnaie locker in die Gesäßtasche gesteckt – beides ist für Taschendiebe ein gefundenes Fressen“, so Georg Schimmelpfennig. „Menschen, die so unterwegs sind, machen es Tätern besonders leicht. Sie sind typische Opfer von Taschendiebstählen“, weiß der Experte. Auf Weihnachtsmärkten kommt außerdem noch hinzu, dass die meisten Menschen mehr Bargeld dabei haben als üblich. Durch die Marktstände ist man zusätzlich abgelenkt und achtet nicht so sehr auf seine Wertsachen – und das ein oder andere Glas Glühwein sorgt für eine gelockerte Atmosphäre. All das macht die Märkte für Langfinger attraktiv. 

Die Tricks der Diebe 

Taschendiebe sind meist zu zweit oder in kleinen Gruppen unterwegs. Während ein Täter das Opfer gekonnt ablenkt, stiehlt der andere das Portemonnaie. „Oft wird das potenzielle Opfer absichtlich angerempelt. Während es sich entrüstet umdreht, wird zugegriffen. Der Täter gibt die Beute dann direkt an seinen Komplizen hinter ihm weiter. Selbst wenn das Opfer merkt, dass es bestohlen wurde, ist die Beute beim Täter nicht zu finden“, erklärt Georg Schimmelpfennig. Diese Vorgehensweise ist typisch und kommt in abgewandelter Form immer wieder vor. Manchmal fragen die Täter auch nach dem Weg und lenken ihr Opfer dabei mit einem vorgehaltenen Stadtplan ab. Oder sie schütten ihrem Opfer absichtlich etwas über die Kleidung und stehlen die Geldbörse, während sie vorgeben, bei der Reinigung behilflich zu sein. „Es gibt unzählige Tricks – in der Regel ist aber immer ein Moment der Ablenkung integriert“, so der Polizeisprecher. 

In dichtem Gedränge greifen Taschendiebe gerne zu

© Gerhard Seybert, fotolia

Spezialisierte Diebe aus dem Ausland 

Taschendiebe und -diebinnen kommen auch aus dem Ausland nach Deutschland – zum Teil sogar aus Südamerika. „Bei diesen Tätern handelt es sich oft um besonders geschickte und für diese Aufgabe speziell ausgebildete Diebe, die sehr präzise und oftmals völlig unbemerkt arbeiten“, erklärt Georg Schimmelpfennig. So käme es vor, dass sie sogar Portemonnaies aus verschlossenen Sakko-Innentaschen stehlen würden, ohne dass der Bestohlene dies bemerken würde. Eine weitere Vorgehensweise dieser Täter: Mit Rasierklingen oder Teppichmessern werden Handtaschen unbemerkt von unten aufgeschnitten und das Portemonnaie entwendet. Die Täter schaffen es auch, Hosentaschen so aufzuschneiden, dass das Opfer nicht verletzt und die verschwundene Geldbörse zunächst nicht bemerkt wird. „Das sind jedoch nicht die gängigen Arbeitsweisen von Taschendieben“, betont Schimmelpfennig. „Viel häufiger wird einfach die Unaufmerksamkeit der Menschen ausgenutzt.“

Kinderdiebe aus Südosteuropa 

Andere Tätergruppen kommen aus den südosteuropäischen Staaten nach Deutschland – zum Teil werden für Diebstähle auch Kinder eingesetzt, die über internationale Schleuserbanden nach Deutschland kommen. „Diese Kinder sind häufig unter 14 Jahren und somit noch nicht strafmündig. Selbst wenn sie erwischt werden, kann man nicht viel gegen sie ausrichten“, so der Experte. Den „typischen“ Taschendieb gebe es aber nicht. Es können Deutsche, Nicht-Deutsche, Männer, Frauen oder eben Kinder sein, betont Schimmelpfennig. „Den Tätern ist außerdem daran gelegen, möglichst wenig aufzufallen und sich ihrer Umgebung anzupassen. Diebe, die in der Business-Lounge eines Flughafens nach Opfern Ausschau halten, werden sich also selbst als Geschäftsreisende tarnen. Und Taschendiebe, die auf einer teuren Einkaufsmeile unterwegs sind, werden sich elegant kleiden, um sich optisch an ihre Opfer anzupassen.“ 

Schutz vor Taschendieben auf Weihnachtsmärkten 

Durch ein wenig Aufmerksamkeit und Umsicht kann man sich recht gut vor Taschendieben schützen. Georg Schimmelpfennig rät: 

  • Machen Sie sich schon vorab Gedanken, was Sie unterwegs wirklich benötigen und lassen Sie Unnötiges zu Hause. 
  • Verzichten Sie, wenn möglich, auf eine Handtasche und verstauen Sie Bargeld und EC-Karten getrennt voneinander in den Innentaschen von Jacke oder Mantel. 
  • Seien Sie vorsichtig, wenn Sie von Fremden in ein Gespräch verwickelt werden und halten Sie Abstand. 
  • Kommt es doch einmal zum Diebstahl, erstatten Sie auf jeden Fall Anzeige bei der Polizei. 

SW (25.10.2013) 

Weitere Infos zum Thema Diebstahl / Betrug

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Wer viel im Internet einkauft, kann bei seinen Zahlungen und...[mehr erfahren]

Mehr Präsenz, weniger Straftaten

Die Polizei im Einsatz auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt

Ende November eröffnet der Nürnberger Christkindlesmarkt. Mit mehr...[mehr erfahren]

Räuber tricksen mit vorgetäuschten Pannen

Eine ungewöhnliche Masche wendete ein Dieb Anfang Februar 2017 auf...[mehr erfahren]

Diebstahl am Bahnhof und in Zügen

Organisierte Banden haben Reisende im Visier

Am Bahnhof haben Diebe oft leichtes Spiel. Denn im Gedränge fällt es...[mehr erfahren]

Sextortion

Lassen Sie sich nicht erpressen!

Nicht mehr ganz neu, aber immer noch aktuell: Als „Sextortion“ wird...[mehr erfahren]