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Taschendiebstahl und Betrug in Zahlen

Fälle von Taschendiebstahl und Diebstahl bargeldloser Zahlungsmittel wie EC- oder Kreditkarten haben im Jahr 2016 leicht abgenommen.

Polizeiliche Kriminalstatistik 2016


Die Anzahl der Taschendiebstähle ist 2016 leicht zurückgegangen

© Gerhard Seybert, fotolia

 

Fälle von Taschendiebstahl und Diebstahl bargeldloser Zahlungsmittel wie EC- oder Kreditkarten haben im Jahr 2016 leicht abgenommen.

Taschendiebstahl

Der Taschendiebstahl wird in der Kriminalstatistik unter „Straßenkriminalität“ geführt. Insgesamt wurden 2016 164.771 Taschendiebstähle von der Polizei erfasst – darunter fallen alle Diebstähle aus am Körper getragenen Taschen. Das sind 3.371 Fälle weniger als im Vorjahr. Nachdem die Anzahl 2015 den höchsten Wert seit vielen Jahren erreicht hatte, nahmen die Fälle 2016 erstmals wieder ab – um zwei Prozent. Am häufigsten wird in Großstädten gestohlen, an Orten mit vielen Menschen, in dichtem Gedränge, in Fußgängerzonen und öffentlichen Verkehrsmitteln sowie auf Märkten, Messen und Großveranstaltungen.
Das große Problem beim Taschendiebstahl: Oft handelt es sich um professionelle, international reisende Täter. Das zeigt sich auch daran, dass etwa jeder zweite Tatverdächtige zum Zeitpunkt der Tat nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besaß. Das erschwert die Ermittlungsarbeit. Die Aufklärungsquote bei Taschendiebstahl betrug 2016 nur 6,4 Prozent und ist identisch zum Vorjahr.

Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln

Im Jahr 2016 gab es insgesamt 140.907 Fälle von Diebstahl unbarer Zahlungsmittel wie EC- oder Kreditkarten (2015: 153.968). Die Aufklärungsquote lag bei 7,8 Prozent (2015: 7,4 Prozent). Beim Betrug im unbaren Zahlungsverkehr, auch Debitkartenbetrug genannt, werden die EC- oder Kreditkarten bei Diebstählen oder Einbrüchen gestohlen und anschließend beispielsweise beim elektronischen Lastschriftverfahren eingesetzt (ohne Nutzung der PIN). Eine andere Betrugsmöglichkeit ist das Auslesen der Kartendaten sowie das Ausspähen der PIN (etwa durch das so genannte „Skimming“ am Geldautomaten). Anschließend werden Kartendubletten erstellt, mit denen im Ausland mithilfe der PIN Geld vom Konto des Opfers abgehoben wird. Im Jahr 2016 wurden 74.351 Fälle von Betrug bzw. Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel registriert – im Jahr zuvor waren es noch 68.783 Fälle. Ob sich mehr Fälle ereignet haben oder sich lediglich die Bereitschaft, solche Delikte anzuzeigen, erhöht hat, ist nicht nachvollziehbar. Da sich die Spuren der Täter im Internet besser verfolgen lassen, liegt die Aufklärungsquote in diesem Deliktbereich bei immerhin 34,2 Prozent. Die Entwicklung zeigt, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit persönlichen Daten im Internet bzw. die Nutzung aktueller Anti-Virenprogramme und ähnlicher Schutzmaßnahmen im privaten sowie gewerblichen Umfeld ist.

MW (30.06.2017)

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