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Haus- und Wohnungseinbrüche

Ist niemand zuhause, wittern Einbrecher ihre Chance: Im Jahr 2015 wurden über 167.000 Fälle von Einbruchsdiebstahl in Deutschland angezeigt. Den Tätern geht es meist um Geld und Wertgegenstände, denn diese Güter können vergleichsweise unauffällig abtransportiert werden. Werden einfache Verhaltensregeln befolgt, lässt sich das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, deutlich reduzieren. Denn meist gilt die Devise: Haben es die Täter innerhalb von drei bis fünf Minuten nicht geschafft, in eine Wohnung oder ein Haus zu gelangen, geben sie auf und versuchen es beim Nachbarn. Das Netzwerk „Zuhause sicher“, eine Initiative der Polizei, bietet hilfreiche Tipps zum Einbruchschutz:

Anwesenheit simulieren

Einbrecher kommen meist dann, wenn niemand zuhause ist. Daher sollte bei Abwesenheit der Eindruck erweckt werden, dass Haus oder Wohnung belebt sind:

  • Ist es draußen dunkel, sollten im Innenraum Lampen leuchten. Rollläden sollten nur zur Nachtzeit geschlossen sein. Mithilfe von Zeitschaltuhren oder Smart Home-Systemen lassen sich die Lichtschaltung, die elektronischen Rollläden, aber auch ein Fernsehsimulator, der das Laufen des Fernsehgeräts imitiert, automatisieren und fernsteuern. Bei normalen Rollläden sollten Sie einen Nachbarn, einen Freund oder Familienangehörigen bitten, diese täglich zu öffnen und zu schließen.
  • Lassen Sie bei längerer Abwesenheit von einer vertrauten Person regelmäßig den Briefkasten leeren, die Blumen gießen und den Rasen mähen. Bitten Sie jemanden, ab und an vor Ihrem Haus bzw. in Ihrer Einfahrt zu parken.
  • Hinterlassen Sie bei längerer Abwesenheit keine darauf hinweisende Notiz auf dem Anrufbeantworter oder an der Haus- bzw. Wohnungstür, wenn Sie beispielsweise noch ein Paket erwarten.
  • Ein Klingelunterbrecherschalter verhindert, dass ein Läuten der Klingel zu hören ist. Ein Einbrecher kann so nicht mehr einschätzen, ob die Bewohner nicht anwesend sind oder ob nur die Klingel nicht gehört wurde.

Wenn man zuhause ist

Weitere ausführliche Artikel zum Thema Einbruch in Wohnhäusern, aber auch in Gewerbeimmobilien, finden Sie in der Rubrik Einbruchschutz auf PolizeiDeinPartner.de

Es kann vorkommen, dass Täter einen Einbruch verüben wollen, obwohl jemand anwesend ist. In diesem Fall sollten folgende Ratschläge beachtet werden:

  • Bei Haus- oder Wohnungstüren mit Glasfüllung sollte der Schlüssel nie von innen stecken gelassen werden.
  • Wechseln Sie umgehend den Schließzylinder aus, wenn Sie den Haus- oder Wohnungsschlüssel verloren haben.
  • Öffnen Sie die Tür nicht bedenkenlos, wenn Sie den Besucher auf ein Klingeln hin nicht eindeutig identifizieren können. Nutzen Sie den Türspion, die Gegensprechanlage und den Sperrbügel.
  • Zeigen Sie gegenüber unbekannten Menschen, die an Ihrer Haus- oder Wohnungstür klingeln, ein gesundes Maß an Misstrauen.
  • Halten Sie immer ein Telefon oder Handy griffbereit, mit dem Sie im Zweifel den Notruf wählen können.

Nachbarschaftshilfe leisten

Wenn die Bewohner einer Nachbarschaft aufmerksam sind und sich kooperativ verhalten, können Täter frühzeitig entdeckt werden. Dadurch lässt sich ein Einbruch oft schon im Vorfeld verhindern:

  • Tauschen Sie innerhalb der Nachbarschaft die Telefon- und Handynummern aus.
  • Halten Sie den Hauseingang in Mehrfamilienhäusern auch tagsüber geschlossen. Prüfen Sie, wer ins Haus will, bevor Sie die Eingangstür öffnen. Auch die Kellertüren sollten stets geschlossen sein.
  • Achten Sie auf verdächtige Situationen und melden Sie diese umgehend dem betreffenden Nachbarn. Bemerken Sie unbekannte Personen im Haus oder auf dem Nachbargrundstück, sprechen Sie sie an.
  • Betreuen Sie das Haus oder die Wohnung von länger abwesenden Nachbarn, um bei diesen Anwesenheit zu simulieren.
  • Alarmieren Sie in Gefahrensituationen wie etwa bei Hilferufen oder ausgelösten Alarmanlagen sowie in dringenden Verdachtsfällen sofort die Polizei.

MW (31.03.2017)

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