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Sicher Wohnen in Hessen

Sich im eigenen Zuhause sicher zu fühlen ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Mit der Aktion „Sicher Wohnen in Hessen“ will das Hessische Landeskriminalamt deshalb der Einbruchkriminalität vorbeugen. In Kooperation mit dem Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW Südwest) sollen aber nicht nur verstärkt Straftaten verhindert werden, sondern die Lebensqualität in hessischen Wohnquartieren für Bürgerinnen und Bürger soll steigen. Im Rahmen der Aktion werden vorbildliche Lösungen der Wohnungswirtschaft mit dem Gütesiegel „Sicher Wohnen in Hessen“ ausgezeichnet.

Ein Siegel für mehr Sicherheit 

Quartiersmanagement erhöht die Sicherheit aller Anwohner

© beermedia, fotolia 

 

Sich im eigenen Zuhause sicher zu fühlen ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Mit der Aktion „Sicher Wohnen in Hessen“ will das Hessische Landeskriminalamt deshalb der Einbruchkriminalität vorbeugen. In Kooperation mit dem Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW Südwest) sollen aber nicht nur verstärkt Straftaten verhindert werden, sondern die Lebensqualität in hessischen Wohnquartieren für Bürgerinnen und Bürger soll steigen. Im Rahmen der Aktion werden vorbildliche Lösungen der Wohnungswirtschaft mit dem Gütesiegel „Sicher Wohnen in Hessen“ ausgezeichnet. 

Eine Kombination aus angepasster Quartiersgestaltung, baulich-technischen Sicherheitsmaßnahmen und geschicktem Sozialmanagement beugt gezielt der Ausbreitung von Kriminalität vor. Partner aus der freien Wirtschaft sowie private und gewerbliche Bauherren und Bauträger werden durch die Aktion motiviert, bei Neubauten und Sanierungsmaßnahmen kriminalpräventive Maßnahmen aus den drei Bereichen Städteplanung, Architektur und Kriminalprävention konkret umzusetzen. Brigitta Bopp, Beauftragte für städtebauliche Kriminalprävention beim Hessischen Landeskriminalamt, erläutert: „Grundlage für das Siegel ist eine von Polizei und Wohnungswirtschaft erstellte Sicherheitskonzeption. Wer nach diesen Vorgaben baut, fördert den polizeilichen Präventionsgedanken und sorgt für eine sichere Wohnumgebung.“ Ziel ist es, Straftaten wie Einbrüche, Sachbeschädigung, Vandalismus, aber auch unerwünschtes Verhalten wie etwa Pöbeleien zu verhindern. Durch geschicktes Quartiersmanagement können nicht nur Fallzahlen gesenkt, sondern das subjektive Sicherheitsempfinden der Bewohner gestärkt werden. 

 

Brigitta Bopp

LKA Hessen, © LKA Hessen

Mechanische Sicherungen, Quartiersumfeld, Sozialmanagement 

Bei der baulichen Planung und Gestaltung einer Wohnanlage sollte das Kriminalitätsrisiko auf ein Minimum reduziert werden. Dazu empfiehlt die Polizei, im Umfeld der Anlage auf verschiedene Aspekte zu achten: Es sollten möglichst keine Sichtbarrieren entstehen. Nicht einsehbare Bereiche sollten deshalb grundsätzlich vermieden werden. Eine gute Beleuchtung, von außen einsehbare Treppenhäuser und verglaste Aufzüge sorgen außerdem dafür, dass Bewohner sich sicher fühlen. Durch eine Zutrittskontrolle kann verhindert werden, dass Personen ins Haus gelangen, die dort nichts zu suchen haben. „Die Eintrittskontrolle kann beispielsweise über einen Concierge erfolgen. Eine zusätzliche Videoüberwachung der Eingänge bringt außerdem ein Plus an Sicherheit“, so Brigitta Bopp. Weitere baulich-technische Sicherheitsmaßnahmen sind etwa der Einbau von so genannten einbruchhemmenden Fenstern und Türen, Sicherheitsgittern an den Kellerfenstern sowie Rollläden mit einem Schutz gegen das Aufhebeln. „Wir wissen, dass rund 40 Prozent der Einbrüche im Versuchsstadium steckenbleiben, wenn DIN-geprüfte Sicherungstechnik eingebaut wird“, so die Expertin. „Deshalb macht auch eine nachträgliche Aufrüstung Sinn.“ Maßnahmen, die den sozialen Zusammenhalt fördern, leisten ebenfalls einen Beitrag zu einer sicheren Nachbarschaft und bilden die 3. Säule des Sicherheitskonzeptes: Nachbarschaftstreffs, Konfliktmediation und Mieterbeteiligung – etwa an der Pflege der Umgebung – hilft dabei, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln. „Es sollen Anreize geschaffen werden, dass man sich zusammenfindet, aufeinander achtet und sich nicht nur um die eigenen Angelegenheiten kümmert. Durch gemeinsame Aktionen wird der Zusammenhalt in der Nachbarschaft gefördert. Dies sorgt für eine gewisse soziale Kontrolle – Einbrecher haben es in solch einer aufmerksamen Community sehr schwer“, weiß Brigitta Bopp. 

Bewerben um das Siegel 

Um das Siegel „Sicher Wohnen in Hessen“ zu erhalten, müssen sich Bauherren oder die Wohnungswirtschaft mit ihrem Projekt beim VdW Südwest bewerben und beschreiben, wie sie die drei Aspekte konkret umsetzen möchten. Zur Erstellung ihres Sicherheitskonzeptes können sich die Bewerber vorab bei den (Kriminal-) Polizeilichen Beratungsstellen informieren. „Je nach Ausführung wird dann entschieden, ob die geplanten Maßnahmen ausreichen oder ob noch einmal nachgebessert werden muss. Ist das Konzept stimmig, wird anschließend entsprechend gebaut und gestaltet. Die Bauherren erhalten eine vertragliche Absicherung vom Innenministerium und vom VDW Südwest, dass sie das Siegel nach Abschluss des Baus erhalten“, so die Expertin. Zehn Siegel wurden bislang vergeben, die Resonanz der Bewohner in den prämierten Wohnanlagen ist gut. Sie sind auch nach Jahren durchweg sauber und gut gepflegt. „Die Menschen wohnen gerne hier – das merkt man sofort. Das Konzept ist nachhaltig, weil die Bewohner das selbst so möchten und aktiv dabei mithelfen. Es wird darauf geachtet, dass kein Müll herumliegt, es gibt keine Graffitis. Die eingerichteten Partyräume werden von Alt und Jung genutzt. Hier merkt jeder sofort: Hier kümmert man sich, hier ist es nicht egal, wie man sich verhält“, freut sich Brigitta Bopp. 

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