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„Zivile Helden“ gegen Hass und Gewalt

Wie lässt sich das Bewusstsein für Zivilcourage bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen über soziale Netzwerke schärfen? Dieser Frage gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen des Forschungsvorhabens PräDiSiKo nach. Dafür haben sie das Forschungs- und Präventionsprojekt „Zivile Helden“ ins Leben gerufen. Die Kommunikation mit den Zielgruppen erfolgt überwiegend über digitale Kanäle und Social Media: Auf Facebook, Twitter und Co. werden Zivilcourage und Handlungskompetenz, etwa bei Hassbotschaften im Netz, mittels interaktiver Szenarien sowohl spielerisch als auch informativ gefördert.

Wie Kriminalprävention über Social Media funktionieren kann


„Wie viel Zivilcourage steckt in dir?“ – Interaktive Videos liefern die Antwort

© PräDiSiKo

 

Wie lässt sich das Bewusstsein für Zivilcourage bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen über soziale Netzwerke schärfen? Dieser Frage gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen des Forschungsvorhabens PräDiSiKo nach. Dafür haben sie das Forschungs- und Präventionsprojekt „Zivile Helden“ ins Leben gerufen. Die Kommunikation mit den Zielgruppen erfolgt überwiegend über digitale Kanäle und Social Media: Auf Facebook, Twitter und Co. werden Zivilcourage und Handlungskompetenz, etwa bei Hassbotschaften im Netz, mittels interaktiver Szenarien sowohl spielerisch als auch informativ gefördert.

So wird man ein „Ziviler Held“

In kurzen interaktiven Videos können die Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Verlauf einer Geschichte wie in der beliebten Netflix-Serie „Black Mirror“ selbst bestimmen. Sie werden an mehreren Stellen dazu aufgefordert, sich innerhalb von wenigen Sekunden zwischen zwei Handlungsoptionen zu entscheiden. Im Fall einer nächtlichen Auseinandersetzung in einer Tiefgarage, bei der es zu Pöbeleien und Handgreiflichkeiten zwischen zwei Parteien kommt, bedeutet das etwa: Weglaufen oder beobachten? Hilfe holen oder weiter zusehen? Erreicht man 100 Punkte, ist man ein „Ziviler Held“ und hat alles richtig gemacht. Der inhaltliche Schwerpunkt von „Zivile Helden“ liegt auf den Themen Gewalt in der Öffentlichkeit, Hass im Netz (Hassrede) und Radikalisierung bzw. Verbreitung extremistischer Ideologien. Dazu gibt es auf der Kampagnenwebseite neben den interaktiven Videos auch Musik, Quizze und Verhaltenstipps.

Die Macher der „Zivilen Helden“ haben das Projekt in einem Forschungsverbund entwickelt (v. l.: Theodor Paxino, Geschäftsführer von Mosaiq, Verbundkoordinatorin Prof. Gabriele Kille und Kriminaloberrat Harald Schmidt)

© ADFC

Emotionen, Humor und Identifikation

Der Forschungsverbund hat sich das Ziel gesetzt, neue Kommunikationswege in den sozialen Medien für die Verbreitung von kriminalpräventiven Inhalten zu nutzen und sie auf ihren Erfolg hin zu untersuchen. Die wichtigste Fragestellung: Können kriminalpräventive Inhalte so über soziale Medien verbreitet werden, dass sie bei der Zielgruppe ankommen, von dieser angenommen werden und mehr sicherheitsbewusstes Verhalten auslösen? Geleitet wird PräDiSiKo von Gabriele Kille, die an der Hochschule der Medien (HdM) als Professorin in den Bereichen Visuelle Kommunikation, Bildsprache & Fotodesign forscht und lehrt. Die Kampagne „Zivile Helden“ wird von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes in der Praxis getestet. Zum Verbund gehören auch Partner aus anderen wissenschaftlichen Bereichen und der Wirtschaft. So haben beispielsweise Medienwissenschaftler vor der Entwicklung des Konzeptes erfasst, welche Inhalte (Filme oder Texte) bei der Zielgruppe besonders in Erinnerung bleiben. „Die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand nachhaltig mit einem vermittelten Inhalt, zum Beispiel Sicherheitsempfehlungen der Polizei, auseinandersetzt, erhöht sich, wenn Emotionen, Humor und Identifikation eine tragende Rolle spielen“, erklärt Prof. Gabriele Kille.

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