Einbruchschutz Intensiv


Einbrecher: Wer sind die Täter?

Frauen immer öfter im Einsatz

Auch wenn Einbrüche meist von Männern verübt werden, schicken insbesondere internationale Banden auch junge Frauen auf Diebestour. Sie sind meist attraktiv gekleidet und treten höflich auf. Die Frauen werden insbesondere für den Tageswohnungseinbruch eingesetzt, also für Einbrüche, die zwischen sechs Uhr morgens und 21 Uhr abends passieren. Im Hausflur fallen sie nicht auf und kaum ein Bewohner würde bei ihrem Anblick misstrauisch werden. Wie groß der Anteil der Täterinnen wirklich ist, kann aufgrund des großen Dunkelfelds nur schwer eingeschätzt werden. Ein Fall aus München zeigt jedoch, dass Frauen mittlerweile fest in den Bandenstrukturen verankert sind: Zwei Zivilbeamte hatten Anfang 2016 zufällig drei junge Frauen dabei beobachtetet, wie sie in eine Wohnung einbrechen wollten. Was die Ermittler besonders misstrauisch machte: Ihre Ausweise waren gefälscht und sie gingen relativ professionell vor. Letztendlich konnte man ihnen 13 Einbrüche in München nachweisen, weshalb sie zu einer Haftstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt wurden. Die Spur führte jedoch noch weiter. Wie sich herausstellte, wurden die Frauen von einem Familienclan, der seine Raubzüge in Europa von Kroatien aus steuert, als so genannte „Arbeitsbienen“ eingesetzt. Nach Einschätzung der Polizei könnte der Clan allein in München für bis zu 100 Einbrüche verantwortlich sein. Ihm sollen weltweit rund 500 Personen angehören.

Aufklärungsarbeit ist schwierig

Wieso bleibt der Großteil der in Deutschland verübten Einbruchsfälle ungelöst? Ein großes Problem ist die Organisationsstruktur der Banden. Sie gehen meist arbeitsteilig vor. Ein oder mehrere Täter beobachten zunächst, wann das Objekt bewohnt ist. Auch die Sicherungseinrichtungen werden kontrolliert. Anschließend kommen andere, die in die Wohnung oder das Haus einsteigen. Wiederum andere transportieren die Beute mit einem Fahrzeug ab. Diese Aufgabenverteilung hat zur Folge, dass es für die Polizei schwierig ist, verwertbare Zeugenaussagen zu bekommen. Denn selbst wenn dank einer Täterbeschreibung einer der Einbrecher gefasst wird, bedeutet das nicht, dass man diesen mitsamt der Beute erwischt. Meist wurde diese längst an die Kollegen weitergereicht. Hinzu kommt, dass die Banden, insbesondere die aus Osteuropa, professioneller werden und kaum Spuren hinterlassen. Das macht es für die Polizei schwierig, zu ermitteln. Denn das zweite große Problem ist, dass den Dienststellen zu wenig Personal zur Verfügung steht beziehungsweise denjenigen, die mit der Aufgabe betraut sind, sehr wenig Zeit für die Fallbearbeitung bleibt. Dadurch gibt es kaum die Möglichkeit, Fälle zu vergleichen, um Banden und andere Serientäter zu finden.

KF (26.04.2019)

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