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Salafismus in Deutschland

Anhänger von salafistischen Vereinigungen gelangen immer wieder in die Schlagzeilen, wenn sie ihre extremistischen Ansichten öffentlich verbreiten. Einige von ihnen schrecken auch vor Gewalttaten, etwa gegen Polizeibeamte, nicht zurück. Verfassungsschützer beobachten die Salafisten-Szene aus diesem Grund genau. Aber was bedeutet „Salafismus“ eigentlich? Und was unterscheidet Salafisten von anderen Muslimen?

Streben nach dem Gottesstaat


Für Salafisten ist Allah der alleinige Gesetzgeber 

© jahmaica, fotolia

 

Anhänger von salafistischen Vereinigungen gelangen immer wieder in die Schlagzeilen, wenn sie ihre extremistischen Ansichten öffentlich verbreiten. Einige von ihnen schrecken auch vor Gewalttaten, etwa gegen Polizeibeamte, nicht zurück. Verfassungsschützer beobachten die Salafisten-Szene aus diesem Grund genau. Aber was bedeutet „Salafismus“ eigentlich? Und was unterscheidet Salafisten von anderen Muslimen? 

 

Weder der Islam als Religion noch die Glaubensgemeinschaft der Muslime werden von den Verfassungsschutzbehörden beobachtet. Die Aufgabe des Verfassungsschutzes ist es jedoch, Informationen über extremistische Bestrebungen, das heißt Handlungsweisen und Aktivitäten gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, zu sammeln und auszuwerten. Dazu gehört auch der Islamismus. Denn von ihm geht eine große Gefahr für die innere Sicherheit Deutschlands aus, insbesondere vom islamistischen Terrorismus. Catrin Rieband, Vizepräsidentin des Landesamts für Verfassungsschutz Hessen, erklärt: „Islamismus beginnt dort, wo religiöse islamische Gebote und Normen als verbindliche politische Handlungsanweisungen gedeutet werden. Islamismus ist eine politische Ideologie, die einen universalen Herrschaftsanspruch erhebt und mitunter Gewaltanwendung legitimiert, um als „islamisch“ definierte Ziele umzusetzen. Eine der gefährlichsten Strömungen innerhalb des Islamismus ist der sogenannte Salafismus.“ 

Demokratie als Götze 

Der Salafismus orientiert sich am Vorbild der Muslime in der Frühzeit des Islams im 7. bis 9. Jahrhundert. Die Anhänger des Salafismus geben an, ihre religiöse Praxis und Lebensführung ausschließlich und buchstabengetreu an den Vorgaben des Korans (der Heiligen Schrift des Islams) und der Sunna (der Summe der nachahmenswerten Taten des Propheten Mohammed) auszurichten. Das politische Ziel von Salafisten ist die Einführung und Umsetzung des islamischen Rechts, nach dessen Vorgaben das öffentliche und private Leben geregelt werden soll. „Salafisten glauben, dass sie die einzigen sind, die den „wahren Willen“ Allahs, des für sie einzig legitimen Gesetzgebers, erkennen. Deshalb lehnen Salafisten alle Normen ab, die auf Grundlage menschlicher Rationalität und Logik basieren. Demokratische – also durch freie Wahlen bestimmte – Regierungen und Parlamente bezeichnen sie als „Götzen“, die bekämpft werden müssen“, so Catrin Rieband. Das führt unter anderem dazu, dass bei Demonstrationen etwa Polizisten, die nach Meinung der Salafisten im Dienste dieses Götzen stehen, angegriffen und zum Teil schwer verletzt werden. Der Salafismus ist eine staatenübergreifende Bewegung, deren Anhänger vor allem durch lose Netzwerke miteinander verbunden sind. Ihre gemeinsame ideologische Grundlage verbreiten extremistische Prediger und Gelehrte weltweit mittels Publikationen und Vorträgen, die als wichtige Bezugspunkte und Multiplikatoren für die Anhänger des Salafismus dienen. Vor allem über das Internet, aber auch durch Seminare, Bücher und Videos, wird die salafistische Ideologie weltweit verbreitet. „Das Weltbild der Salafisten, das Menschen in gut und böse, gläubig und ungläubig einteilt, hat in Europa vor allem für Konvertiten und muslimische Migranten der zweiten und dritten Generation eine hohe Anziehungskraft. In der salafistischen Ideologie finden sie leicht verständliche und einfach zu befolgende Handlungsanweisungen und eine vermeintlich feste Struktur, an der sie ihr Leben ausrichten können. Dies ist vor allem für junge und leicht beeinflussbare Menschen gefährlich, da sie auf diese Weise Zugang zu extremistischen Ideologien erhalten“, erklärt die Verfassungsschützerin. 

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