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Mehr Sicherheit im Fußball

Gewalt im Fußball ist und bleibt ein Thema in der Gesellschaft. Denn bei Spielen kommt es immer wieder zu Schlägereien und Angriffen gegen Ordnungskräfte und Polizisten. So haben etwa im Februar 2017 randalierende Anhänger von Borussia Dortmund vor der Partie gegen RB Leipzig sowohl die Fans des gegnerischen Vereins als auch zahlreiche Einsatzkräfte angegriffen, indem sie unter anderem Steine und Flaschen nach ihnen warfen. Insgesamt wurden 32 Strafverfahren eingeleitet. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert bereits seit einigen Jahren ein „Sofort-Programm für die Stadien“, das gemeinsam vom DFB, den Vereinen und der Polizei umgesetzt werden soll. Auf Bundesebene wird außerdem das „Nationale Konzept für Sport und Sicherheit“ weiterentwickelt.

Alle müssen an einem Strang ziehen

Gewalt im Fußball ist ein Dauerthema 

© Konstantin Yuganov, fotolia

 

Gewalt im Fußball ist und bleibt ein Thema in der Gesellschaft. Denn bei Spielen kommt es immer wieder zu Schlägereien und Angriffen gegen Ordnungskräfte und Polizisten. So haben etwa im Februar 2017 randalierende Anhänger von Borussia Dortmund vor der Partie gegen RB Leipzig sowohl die Fans des gegnerischen Vereins als auch zahlreiche Einsatzkräfte angegriffen, indem sie unter anderem Steine und Flaschen nach ihnen warfen. Insgesamt wurden 32 Strafverfahren eingeleitet. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert bereits seit einigen Jahren ein „Sofort-Programm für die Stadien“, das gemeinsam vom DFB, den Vereinen und der Polizei umgesetzt werden soll. Auf Bundesebene wird außerdem das „Nationale Konzept für Sport und Sicherheit“ weiterentwickelt.

Die Ausschreitungen beim Spiel Dortmund gegen Leipzig sind kein Einzelfall. Immer wieder kam es in der jüngsten Vergangenheit zu Auseinandersetzungen und Randalen zwischen gewaltbereiten Fans. Wenige Stunden vor dem Spitzenspiel zwischen Hertha BSC und Eintracht Frankfurt haben sich in der Saison 2016/17 rund 60 Anhänger der beiden Vereine eine Schlägerei im Berliner Ortsteil Moabit geliefert. Dabei wurden mehrere Beteiligte zum Teil schwer verletzt. Nach Ansicht der GdP braucht es vor allem verbindliche Vereinbarungen zwischen allen Verantwortlichen, um zu verhindern, dass eine Minderheit an gewaltbereiten Fußballfans die Fußballkultur in Deutschland kaputt macht. Außerdem sollen Vereine, wenn sie nicht genügend qualifizierte Ordner bei Spielen einsetzen, die Kosten für dadurch ausgelöste Polizeieinsätze tragen. Eine weitere Forderung der GdP: Die Fußballvereine müssen sich konsequent von Fangruppen distanzieren, von denen Gewalttaten begangen werden. Bei Risikospielen müssten Sicherheitsaspekten außerdem ein größerer Stellenwert eingeräumt werden – diese Spiele dürften nicht abends stattfinden. Hier seien DFB und DFL in der Pflicht. Notfalls müssten die Spiele verlegt werden. Aber auch die Politik soll ihren Teil dazu beitragen, dass Fußballspiele sicherer werden. Übergriffe in Stadien und deren Umfeld lassen sich nur verhindern, wenn die verantwortlichen Polizeiführer vor Ort ein genaues Bild der Lage haben. Deshalb müssten die Innenminister dafür sorgen, dass der Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze der Polizei (ZIS) bereits unmittelbar nach dem Ende der jeweiligen Bundesligasaison vorliege und nicht wie bislang üblich erst während der laufenden nächsten Saison.

Beim Thema Sicherheit müssen alle an einem Strang ziehen

© flashpics, fotolia

Bundesweites Konzept gegen Gewalt im Fußball

Auch das NRW-Innenministerium setzt sich seit vielen Jahren gegen Gewalt im Fußball ein. Der damalige Innenminister Ralf Jäger stellte im August 2012 das neue „Nationale Konzept für Sport und Sicherheit“ vor. Das Konzept soll für mehr Sicherheit an den Spieltagen sorgen. Ziel ist es dabei, durch die intensive Zusammenarbeit von Ministerien, Polizei, Kommunen, Vereinen und Verbänden, Fanprojekten und Verkehrsunternehmen eine verantwortungsbewusste Fankultur zu fördern. Dabei sollen der Dialog und die Unterstützung der friedlichen Fans sowie ein konsequentes Vorgehen gegen Gewalttäter im Fokus stehen. Mit dem Konzept werden nationale Richtlinien eingeführt, nach denen an allen Spielorten verfahren wird. Ein einheitliches Handeln von Polizei und Veranstaltern soll ihre Akzeptanz bei den Fans erhöhen, Konfliktsituationen sollen auf diese Weise vermieden werden. Doch bis heute konnte das Konzept nicht vollständig umgesetzt werden. Zwar erreichen die angestoßenen Fanprojekte viele Jugendliche und junge Erwachsene, die auf anderen Wegen nicht adressierbar wären. Der harte Kern der Ultras wird von den Sportvereinen allerdings nicht erreicht und lässt sich durch deeskalierende Maßnahmen nicht von seinem Vorhaben abhalten, Stress zu provozieren. Deshalb müssen die Fanprojekte weiter angewendet, fortentwickelt und künftig besser evaluiert werden. Oliver Malchow, Bundesvorsitzender der GdP, sieht das Problem aber auch bei den Clubs, die bei Ultragruppierungen häufig wegschauen. So werden etwa Fan-Privilegien von gewaltbereiten Ultras zu verstecktem Abbrennen von Pyrotechnik oder die Polizei verunglimpfenden Spruchbändern missbraucht.

Fan-Dialog und konsequentes Vorgehen gegen Gewalttäter

In regelmäßigen Sitzungen sollen im Nationalen Ausschuss Sport und Sicherheit (NASS) aktuelle Entwicklungen, Phänomene und Lösungen erörtert und das gemeinsame Handeln abgestimmt werden. In den Örtlichen Ausschüssen Sport und Sicherheit (ÖASS) soll ein spieltagsunabhängiger Austausch vor Ort stattfinden, um maßgeschneiderte Lösungen für lokale Probleme zu entwickeln und ein abgestimmtes und einheitliches Handeln aller Netzwerkpartner zu gewährleisten. Außerdem betont das neue Konzept die besondere Verantwortung der Vereine und Verbände als Veranstalter für die Sicherheit in den Stadien. Deshalb gibt es klare Anforderungen an die Sicherheitsbeauftragten, Veranstaltungsleiter und Ordnungsdienste. Weitere wesentliche Bausteine für die Sicherheit sind die Stadienordnungen, die Spieltagsplanung, eine fortlaufende Risikobewertung, gemeinsam getragene Sicherheitskonzepte sowie Stadionverbote für Straftäter und Störer. Ein weiterer wichtiger Punkt ist eine verantwortungsbewusste, sich selbst regulierende Fankultur. Dafür ist eine klare Distanzierung von Gewalt und Straftätern sowie von gefahrenträchtigem Verhalten wie dem Einsatz von Pyrotechnik notwendig. Unterstützung leisten hier unter anderem so genannte Kurvengespräche von Fans mit dem Sprecher des Fanprojekts, dem Fan- und dem Sicherheitsbeauftragten des Vereins sowie dem Ordnungsdienst der Polizei. Aber auch der Fanreiseverkehr ist ein wichtiges Thema. Hier sind sowohl die Transportunternehmen als auch die Vereine in der Pflicht: Die Unternehmen sollen für ausreichende Transportkapazitäten und attraktive Reisemöglichkeiten für Fans sorgen, von den Vereinen müssen die Fanreisen besser organisiert und begleitet werden.

KL (21.07.2017)

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