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Hilfesuchende unterstützen, Schleuser verfolgen

Seit Monaten fliehen Menschen aus Kriegsgebieten nach Deutschland – sie suchen hier Schutz und Hilfe nach einer oftmals langen und beschwerlichen Flucht. Manche schaffen den Weg auf eigene Faust, viele begeben sich jedoch in die Hände von Schlepperbanden. „Das Geschäft der Schleuser ist knallhart, sie nutzen die Notlage der Flüchtlinge schamlos aus. Es geht ihnen dabei nur ums Geld. Ob die Menschen ihr Ziel auch lebend erreichen, spielt für sie keine Rolle“, so Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender des Bezirks Bundespolizei der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Dietmar Schilff

Stellvertretender Bundesvorsitzender der GdP, © GdP

Menschenwürdige Unterbringung

Im Anschluss an die Registrierung werden die Menschen dann einer Kommune zugeordnet und meist per Bus oder Zug in die dortige Erstaufnahmeeinrichtung gebracht. Auch die Polizei stellt Räumlichkeiten für Flüchtlinge zur Verfügung. Dietmar Schilff: „In Niedersachsen wurden zum Beispiel in Lüchow, Hann.-Münden und Hannover Standorte der Polizei als Notflüchtlingsunterkünfte geöffnet. Kollegen haben mitgeholfen, die Einrichtungen auszustatten. Sie haben Betten, Tische und Matratzen getragen – auch außerhalb ihres Dienstes.“ Auch Jörg Radek weiß den oft freiwilligen Einsatz der Polizistinnen und Polizisten zu schätzen: „Ich habe Kollegen erlebt, die mit sehr vielen Vorbehalten in den Einsatz gegangen sind und deren Meinung sich inzwischen komplett geändert hat. Die dieses Elend gesehen und gemerkt haben, dass man gar nicht anders kann, als zu helfen. Und das tun die Kollegen mit großem Engagement.“ Ein Problem seien häufig jedoch immer noch die unzureichenden Bedingungen in den Flüchtlingsunterkünften. Wichtig sei in erster Linie, dass genug menschenwürdige Erstaufnahmeeinrichtungen mit ausreichend Platz zur Verfügung stünden, um Spannungen weitestgehend zu vermeiden, meint Dietmar Schilff. „Die Unterkünfte müssen von den Kommunen außerdem mithilfe von gut ausgewählten privaten Sicherheitsdiensten besser geschützt werden – das kann nicht nur durch die Polizei erfolgen.“ Ziel müsse es aber auch sein, dass diejenigen, die keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten, weil sie etwa aus einem sicheren Herkunftsland kommen, das Land wieder verlassen.

Registrierung in den Herkunftsländern sinnvoll

Um den Schleusern die Grundlage für ihre Arbeit zu entziehen, sei es sinnvoll, die Menschen direkt zu Beginn ihrer Flucht zu registrieren und den Transit in sichere Länder zu organisieren. „Das würde das Geschäftsmodell des Menschenhandels kaputtmachen. Niemand müsste sich mehr in die Hände von skrupellosen Banden begeben“, so Jörg Radek. Dazu sollte unter anderem mit den einheimischen Behörden in Syrien, der Türkei und in Griechenland enger kooperiert werden. „Wenn wir es schaffen, den Menschenhändlern ihre Arbeitsgrundlage zu entziehen, dann würden auch die Bilder von gekenterten Booten und Menschen, die in Transportern zusammengepfercht werden, verschwinden. Man darf den humanitären Aspekt bei dem Thema nicht vergessen“, so Radek.

SW (29.10.2015)

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