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Papilio – durch soziale Kompetenz Gewalt vermeiden

Studien zeigen, dass Gewalt- und Suchtprävention auch im Kindergarten bereits Sinn macht. Denn schon dort können Kinder schrittweise soziale und emotionale Kompetenzen erlernen, die das Risiko von späteren Verhaltensproblemen minimieren. Das Sozialunternehmen „Papilio e. V.“ bietet ein Präventionsprogramm für Kindergärten zur frühen Vorbeugung von Sucht und Gewalt. Deutschlandweit erreichte das Programm schon über 100.000 Kinder. Mehr als 5.000 Erzieherinnenwurden dafür geschult.

Heidrun Mayer (l.) und ihre Kollegin Melanie Kuglmeier freuen sich über die Auszeichnung „Chemins d’Enfances“ 

© Papilio e. V., Andrea Nagl 

„Freudibold“ und „Zornibold“ 

Ein weiterer Baustein ist der „Spielzeug macht Ferien“-Tag. Dafürsollen die Kinder einmal die Woche ganz ohne Spielzeug auskommen. Auf diese Weise knüpfen sie mehr soziale Kontakte und interagieren anders miteinander. Sie entwickeln kreative Spielideen, lernen gemeinsam zu planen und die eigenen Bedürfnisse zu regulieren. Im Modul „Paula und die Kistenkobolde“ lernen die Kinder, ihre eigenen Gefühlewahrzunehmen und auszudrücken und sich in andere hineinzuversetzen. „Bei diesem Baustein haben wir unter anderem mit der Augsburger Puppenkiste kooperiert, die die Marionetten „Freudibold“, „Zornibold“, „Bibberbold“und „Heulibold“ dazu entworfen hat. Außerdem gibt es weitere Materialien wie ein Vorlese- und Bilderbuch sowie eine DVD und ein Hörspiel, das auch die Eltern zu Hause nutzen können“, erklärt die Papilio-Geschäftsführerin. Das „Meins-deinsdeins-unser-Spiel“, der vierte Baustein, unterstützt Kinder beim Erlernen und Einhalten sozialer Regeln, fördert soziales und reduziert unerwünschtes Verhalten. 

Positive Wirkung des Programms bewiesen 

Papiliowirkt dauerhaft und nachhaltig im Kindergartenalltag. Außerdem entlastet es die Erzieherinnen und sorgt für ein gutes Klima in der jeweiligen Einrichtung. „Papilio wurde wissenschaftlich evaluiert. Bei der Untersuchung hat sich gezeigt, dass Kinder, die einen Papilio-Kindergarten besucht haben, später in der Grundschule die entwickelten sozialen Kompetenzen beibehalten und weniger problematisches Verhalten zeigen. Die Studie zeigt außerdem eine hohe Arbeitszufriedenheit der umsetzenden Erzieherinnen“, freut sich Heidrun Mayer. Es gebe außerdem Überlegungen desBundesfamilienministeriums, das Papilio-Programm als verbindliches Element in die Erzieherinnen-Ausbildung aufzunehmen. „Wir hoffen, dass in Zukunft noch viel mehr Kinder von Papilio profitieren können“, so die Expertin. 

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