Sie sind hier >  /  /  
< Einmal Gefängnis und zurück

Polizeiliche Kriminalstatistik 2016

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 (PKS) gibt Aufschluss über Straftaten, die im vergangenen Jahr von der Polizei erfasst wurden. Danach ist die Zahl mit 6.372.526 Taten im Vergleich zum Vorjahr geringfügig angestiegen - um 0,7 Prozent. Deutliche Steigerungen gibt es vor allem bei der Zahl der Taschendiebstähle und Rauschgiftdelikte.

Mehr Einbruchdiebstähle und Taschendiebstähle

Die Polizei hat im Jahr 2016 mehr als 2,3 Millionen Tatverdächtige ermittelt

© nito, fotolia

 

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 (PKS) gibt Aufschluss über Straftaten, die im vergangenen Jahr von der Polizei erfasst wurden. Danach ist die Zahl mit 6.372.526 Taten im Vergleich zum Vorjahr geringfügig angestiegen - um 0,7 Prozent. Deutliche Steigerungen gibt es vor allem bei der Zahl der Taschendiebstähle und Rauschgiftdelikte.

Insgesamt 6.372.526 Fälle sind in der Polizeilichen Kriminalstatistik 2016 erfasst. Das Diagramm zeigt den Anteil der verschiedenen Straftaten an der Gesamtmenge.

© PKS 2015

Diebstahl und Raubdelikte

Mehr als 6,3 Millionen Straftaten wurden 2016 in Deutschland begangen – rund 17.500 am Tag. Diebstähle sind die häufigsten Delikte. Mit 2.373.774 Fällen machen sie rund 37 Prozent der registrierten Straftaten aus. Die gute Nachricht: Trotz der hohen Fallzahlen ist die Diebstahlskriminalität in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent gesunken. Nahmen beispielsweise die Wohnungseinbrüche über viele Jahre kontinuierlich zu, ging die Zahl zum ersten Mal seit 2008 zurück (-9,5 Prozent). Hinzukommt, dass der Anteil vollendeter Wohnungseinbrüche seit 15 Jahren sinkt. Nach Einschätzung der Behörden hängt das mit der Verbesserung der Sicherungsmaßnahmen in Privathaushalten zusammen. Auch vor Taschendieben muss man sich immer noch in Acht nehmen: Zwar sank die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent. Dennoch wurden 2016 insgesamt 164.771 Taschendiebstähle zur Anzeige gebracht. Rein statistisch sind Betrüger den Dieben dicht auf den Fersen: Etwa 14 Prozent aller Straftaten waren betrügerischer Natur. Doch auch hier sind die Zahlen rückläufig. So gab es zum Beispiel weniger Fälle von Waren- und Warenkreditbetrug (-3,9 Prozent) und Leistungserschleichung (-11,8 Prozent).

Fälle von körperlicher Gewalt

Die von 2009 bis 2014 rückläufige Gewaltkriminalität stieg bereits 2015 wieder leicht an (+0,2 Prozent). 2016 nahm die Zahl der registrierten Fälle deutlich stärker zu – um 6,7 Prozent (193.542 Fälle). Das liegt in erster Linie an der Zunahme der gefährlichen und schweren Körperverletzungen (+9,9 Prozent, 140.033 Fälle). Im Vorjahr waren es noch etwas mehr als 127.000 Fälle. Auch kam es häufiger zu Tötungsdelikten (+14,3 Prozent). Hier ist jedoch festzustellen: Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen haben einen verschwindend geringen Anteil an den insgesamt verübten Straftaten. Mit weniger als 0,04 Prozent werden „Straftaten gegen das Leben“ verhältnismäßig selten begangen (2.418 Fälle). Gleiches gilt für Vergewaltigung und sexuelle Nötigung: Trotz einer Zunahme um 12,8 Prozent (7.919 Fälle) im Vergleich zum Vorjahr fällt ihr Anteil an den Gesamtstraftaten mit etwa 0,1 Prozent sehr gering aus. Raubdelikte wurden 2016 jedoch seltener begangen (-3,7 Prozent, 43.009 Fälle). Die in der Definition „Gewaltkriminalität“ nicht enthaltene vorsätzliche einfache Körperverletzung stieg gegenüber dem Vorjahr um 8,1 Prozent (406.038 Fälle).

Konsum illegaler Drogen

Rauschgiftdelikte haben im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 Prozent zugenommen (302.594 Fälle). Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den Drogenarten: • Heroin (+3,2 Prozent, 11.665 Fälle)

  • Kokain einschl. Crack (+16,8 Prozent, 16.544 Fälle)
  • LSD (+39,7 Prozent, 725 Fälle)
  • Amphetamin und Derivate (+6,4 Prozent, 45.017 Fälle)
  • Methamphetamin und Derivate (-6,5 Prozent, 13.957 Fälle)
  • Cannabis (+8,5 Prozent, 183.015 Fälle)

Die Zahlen bestätigen, dass Cannabis immer noch die am häufigsten konsumierte illegale Droge ist – Tendenz steigend. Die Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz sind hingegen wieder leicht rückläufig (-4,7 Prozent, 3.269 Fälle).

Weitere Delikte im Überblick

Die Fälle von Sachbeschädigung (+3,4 Prozent, 596.367 Fälle), Beleidigung (+7,3 Prozent, 234.341 Fälle) und illegalem Waffenbesitz (14,8 Prozent, 34.443 Fälle) haben 2016 zugenommen, ebenso wie die Umwelt- und Verbraucherschutzkriminalität (+0,4 Prozent, 31.129 Fälle). 24.362 Mal wurde Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet (+11 Prozent). Das Urheberrecht wurde in 8.255 Fällen verletzt (+7,2 Prozent). Zudem wurden 487.711 Straftaten gegen das Aufenthalts-, das Asyl- und das Freizügigkeitsgesetz der EU registriert, worunter man ausländerrechtliche Verstöße versteht, wie der unerlaubte Aufenthalt oder die unerlaubte Einreise nach Deutschland. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Anstieg um 21,1 Prozent zu verzeichnen. Ebenfalls gestiegen sind die Fälle von Computerkriminalität (107.751 Fälle). Im Vorjahr waren es 70.068. Darunter fallen unter anderem die Datenveränderung, die Computersabotage sowie das Ausspähen und Abfangen von Daten. Das zeigt: Computer- und Internetkriminalität müssen auch in den kommenden Jahren ein Schwerpunktthema in der Kriminalprävention bleiben.

Hingegen wurden 2016 weniger Fälle von Wirtschaftskriminalität registriert (-5,6 Prozent, 57.546 Fälle). Auch die Straßenkriminalität nahm ab (-0,9 Prozent, 1.316.866 Fälle), ebenso wie die Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikte (-10,4 Prozent, 4.292 Fälle).

Aufklärungsquote

Im Jahr 2016 wurden weit über drei Millionen Straftaten aufgeklärt, was einer Quote von 56,2 Prozent entspricht. Gibt es eine Verbindung zwischen Täter und Opfer, können Taten eher aufgeklärt werden. So ist die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten (94,6 Prozent) sowie Vergewaltigung und sexueller Nötigung (78,6 Prozent) hoch. Hier sind die Tatverdächtigen oft mit den Opfern bekannt oder verwandt: Dies war 2016 bei über der Hälfte aller Tötungen sowie bei etwa zwei Dritteln der Sexualstraftaten der Fall. Zum Vergleich: Bei Raubdelikten waren Täter und Opfer in nur etwa fünfzehn Prozent der Fälle bekannt oder verwandt; die Aufklärungsquote liegt hier bei 52 Prozent.

26.05.2017 (MW)

Weitere Infos zum Thema Gewalt in der Gesellschaft

Wie man sich vor Trickbetrügern und Raubüberfällen schützen kann

Im März 2015 wurde ein Düsseldorfer Rentner-Ehepaar nachts von vier...[mehr erfahren]

Waffenimitate haben in der Öffentlichkeit nichts verloren

Außerhalb der eigenen vier Wände ist das Führen von Anscheinswaffen –...[mehr erfahren]

„Bei Einigen setzt offenbar das Denken aus“

Gewalttaten gegen Polizistinnen und Polizisten haben in den letzten...[mehr erfahren]

Milde Urteile und freie Straftäter

Deutschland ist ein Rechtsstaat. Wenn die Polizei einen Täter...[mehr erfahren]

Ältere Menschen leiden besonders stark unter Gewalterlebnissen

Ältere Menschen werden zwar objektiv gesehen nicht häufiger Opfer von...[mehr erfahren]

Aktivitäten

Service

Über diese Suchfunktion finden Sie bundesweit kriminal-polizeiliche Beratungsstellen
Beratungsstellensuche

Newsletter

Unterstützer

Hier finden Sie unsere Unterstützer nach Themengebiet sortiert

Präventionsvideos

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Und gerade mit bewegten Bildern werden wir alle viel leichter erreicht als mit nüchternen Informationsmaterialien, die nur den Verstand ansprechen. Hier finden Sie die Präventionsvideos.

Schützen Sie Ihre Immobilie gegen Einbruch!

In diesem Video gibt Hauptkommissar Peter Werkmüller von der Kriminal-polizeilichen Beratungsstelle in Düsseldorf Tipps zum Einbruchschutz.

Erklärung einschlägiger Präventions-Begriffe

Meist gelesene Artikel

Sicherheitsbehörden in Deutschland

Abstimmung

Soll das Verfahren "Section Control" zur Kontrolle der Geschwindigkeit auf Streckenabschnitten, das zur Zeit in Niedersachsen getestet wird, in Deutschland eingeführt werden?
Ja, dadurch wird das nur kurzzeitige riskante Abbremsen bei den bisherigen Blitzanlagen verhindert. Es sollte in Deutschland flächendeckend eingeführt werden.
Ja, eine Einführung würde die Verkehrsunfälle verringern, sollte aber nur an speziellen Gefahrenpunkten eingesetzt werden.
Nein, eine Einführung würde zu eine weitere Gängelung der Autofahrer in Deutschland führen und wäre in datenschutzrechtlicher Hinsicht problematisch.