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Wie kriminell sind Kinder und Jugendliche?

Die Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts (BKA) gibt Aufschluss über die polizeilich bekannten Straftaten sowie Straftatversuche eines Jahres. Dabei stellt sie auch Angaben über die Tatverdächtigen bereit. So lassen sich unter anderem Aussagen zu den versuchten oder begangenen Straftaten von Kindern und Jugendlichen treffen.

Ergebnisse der Polizeilichen Kriminalstatistik 2017


Körperverletzung zählt zu den am häufigsten verübten Delikten unter Jugendlichen

© Ljupco Smokovski/stock.adobe.com/

 

Die Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts (BKA) gibt Aufschluss über die polizeilich bekannten Straftaten sowie Straftatversuche eines Jahres. Dabei stellt sie auch Angaben über die Tatverdächtigen bereit. So lassen sich unter anderem Aussagen zu den versuchten oder begangenen Straftaten von Kindern und Jugendlichen treffen.

Mehr als jeder zehnte Tatverdächtige ist minderjährig

Wie die Statistik zeigt, wurden 2017 in Deutschland insgesamt 2.112.715 Tatverdächtige von der Polizei erfasst. Das sind etwa zehn Prozent weniger als noch im Vorjahr. Der Rückgang ist vor allem mit der stark gesunkenen Anzahl der ausländerrechtlichen Verstöße zu begründen. Insgesamt waren 265.191 aller Tatverdächtigen jünger als 18 Jahre. Der Anteil der Kinder (0 bis unter 14 Jahre) an allen Tatverdächtigen lag bei 3,5 Prozent. Weitere neun Prozent waren Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre). Minderjährige begingen im Jahr 2017 seltener eine Straftat als noch im Vorjahr (2016: 300.418).

Kinder greifen meist unerlaubt ins Regal

Von den insgesamt 74.897 tatverdächtigen Kindern begingen die meisten einen Ladendiebstahl. Wie schon im Vorjahr sind die unter 14-Jährigen 2017 also besonders häufig dabei erwischt worden, wie sie im Supermarkt oder in anderen Geschäften etwas klauen wollten. Etwa 22 Prozent wurden durch eine Körperverletzung aktenkundig, weitere 15 Prozent durch Sachbeschädigung. In fünf Prozent der Fälle handelte es sich um Beleidigung, bei zwei Prozent der Fälle wurden die Kinder wegen Rauschgiftdelikten verdächtigt. Von den tatverdächtigen Kindern waren 50.448 deutscher Herkunft. Die Anzahl der unter 14-Jährigen, die keine deutsche Herkunft haben, belief sich auf 24.449. Insgesamt ist die Anzahl der tatverdächtigen Kinder 2017 um etwa 17,3 Prozent zurückgegangen. Das hängt nach Einschätzung des BKA vor allem damit zusammen, dass die Zahl der ausländerrechtlichen Verstöße rückläufig war. In Hinsicht auf solche Straftaten ist grundsätzlich anzunehmen, dass viele nichtdeutsche Kinder unfreiwillig zu Tatverdächtigen werden, da sie gemeinsam mit ihren Eltern unerlaubt nach Deutschland einreisen sind bzw. sich gemeinsam mit den Eltern unerlaubt in Deutschland aufhalten.

Im Jahr 2015 wurden deutlich mehr Tatverdächtige erfasst als in den Jahren zuvor. Grund dafür war ein starker Anstieg ausländerrechtlicher Verstöße, die im Zusammenhang mit Migrationsströmen stehen. In den Kriminalstatistiken 2015 und 2016 wurde zwischen den insgesamt erfassten Straftaten und Straftaten ohne ausländerrechtlichen Hintergrund unterschieden. Nachdem die Anzahl der ausländerrechtlichen Verstöße 2017 wieder stark gesunken ist, werden Straftaten wieder im Gesamten betrachtet.

Körperverletzung bleibt häufigste Straftat von Jugendlichen

Im Jahr 2017 wurden insgesamt 190.294 jugendliche Tatverdächtige im Alter zwischen 14 und 18 Jahren aktenkundig. Laut der Kriminalstatistik waren davon 137.916 Jugendliche deutscher Herkunft. 52.378 besaßen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Bei den deutschen Jugendlichen machen Rauschgiftdelikte (21,6 Prozent), Körperverletzung (21,2 Prozent) und Ladendiebstahl (20,9 Prozent) den größten Deliktsanteil aus. Nichtdeutsche Jugendliche begingen am häufigsten Körperverletzung (22,8 Prozent) gefolgt von Ladendiebstahl (19,8 Prozent) und Rauschgiftdelikten (8,2 Prozent). Damit bleibt Körperverletzung wie im Vorjahr die von der Altersgruppe am häufigsten begangene Straftat.

Mehr Rauschgiftdelikte als 2016

Die Kriminalstatistik bestätigt, dass der Konsum illegaler Drogen von Minderjährigen im Alter von 14 bis unter 18 Jahren in Deutschland weiterhin zunimmt. Wegen Rauschgiftdelikten wurden 2017 insgesamt 34.132 Jugendliche aktenkundig – das sind über 3.000 mehr als im Vorjahr. 2017 wurden 29.471 Jugendliche mit Cannabis erwischt. Im Vorjahr waren es noch 22.135. Dass die Zahl erneut gestiegen ist, verdeutlicht, dass die Aufklärung von Kindern und Jugendlichen über die negative Wirkung von illegalen Drogen auch in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle in der Präventionsarbeit spielen muss.

FL (26.10.2018)

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