< Erfolgreiches Wohnprojekt

Autofahren unter Drogeneinfluss

Europaweit sind 20 von 1.000 Autofahrern unter Drogeneinfluss unterwegs, davon haben 13 Cannabis (Haschisch) im Blut. Das ist eines von vielen Ergebnissen von DRUID (Driving Under the Influence of Drugs, Alcohol and Medicines), einem fünfjährigen, breit angelegten Projekt, das von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben und bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Bergisch-Gladbach koordiniert wurde. 18 europäische Staaten waren daran beteiligt. Das Projekt kostete insgesamt 23,5 Millionen Euro.

Dr. Martina Albrecht, Bundesanstalt für Straßenwesen

© privat

Junge Fahrer fallen am meisten auf

Generell wird Cannabis häufig von jungen Leuten genommen; man rechnet mit einer Quote von bis zu 40 Prozent, die Cannabis (Haschisch) zumindest einmal ausprobieren. Aber im Alter jenseits von 25 Jahren wird es nur noch wenig geraucht.

Michael Heißing von der BASt hat für das DRUID-Projekt junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren zum Thema „Drogen im Straßenverkehr“ befragen lassen. Etwa 75 Prozent von ihnen finden das Fahren unter Einfluss von Drogen oder Alkohol nicht akzeptabel. Eine erfolgversprechende Präventionsarbeit kann auf dieser Basis aufbauen. Als Problemgruppe wurden vor allem junge männliche Fahrer mit niedrigem Ausbildungsstand identifiziert. Auch bei 15- bis 17-Jährigen, die erst noch ihren Führerschein erwerben werden, wurde ein mangelhaftes Bewusstsein für die Gefahren des Fahrens unter Drogen und Alkohol festgestellt. Auch sie müssten verstärkt angesprochen werden, folgert Michael Heißing daraus. Dabei stellen nicht nur die Fahrer, sondern auch die Beifahrer eine wichtige Zielgruppe dar. Sie haben im entscheidenden Moment Einfluss auf die Fahrerin oder den Fahrer. Am nachhaltigsten wirkt es, wenn die jungen Fahrer persönliche Erfahrungen von anderen mitgeteilt bekommen – sei es im direkten Gespräch oder über Chats und Internetforen. In Nordrhein-Westfalen wird dies beispielsweise in einem Projekt für 16- bis 17-jährige Schülerinnen und Schüler umgesetzt. Bei „Crashkurs NRW“ (www.crashkurs-nrw.de) erfahren sie aus erster Hand von Feuerwehrleuten, Polizisten, Notärzten, Notfallseelsorgern, aber auch von Angehörigen der Opfer, was bei Verkehrsunfällen passiert und welche Folgen dies für Leib und Leben haben kann. Das Konzept wurde in England entwickelt und 2011 erfolgreich auf die deutschen Verhältnisse übertragen. 

Entscheidungshilfe für die Politik

Martina Albrecht von der BASt ist keineswegs enttäuscht über das geringe Auftreten von Drogen im Verkehr, ganz im Gegenteil: „Es ist doch ein erfreuliches Ergebnis, wenn wir feststellen können, dass das Fahren unter Drogeneinfluss europaweit kein Massenphänomen ist. Und wir wissen jetzt, auf welche Substanzen und Zielgruppen wir unsere Maßnahmen ausrichten müssen und welche Maßnahmen erfolgversprechend sind.“ Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Verkehrs- und Gesundheitspolitiker die Empfehlungen auch in neue Regelwerke umgesetzt haben. Das Ziel ist jedenfalls klar: Mit den Ergebnissen von DRUID besitzt man eine Grundlage für harmonisierte EU-weite Vorschriften bezüglich Fahrten unter Alkohol-, Drogen- und Medikamenteneinfluss.

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