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Giftige Abfälle und verschmutzte Seen

Bei vielen Produktionsprozessen entstehen giftige Abfälle und Abwässer. Sie zu entsorgen ist teuer. Deshalb landen sie immer wieder auf illegalen Mülldeponien oder werden in Gewässer abgeleitet.

Hohe Dunkelziffer bei Umweltkriminalität in Deutschland


Illegaler Müllschutt, den die Polizei ausfindig gemacht hat

© LKA Brandenburg

 

Bei vielen Produktionsprozessen entstehen giftige Abfälle und Abwässer. Sie zu entsorgen ist teuer. Deshalb landen sie immer wieder auf illegalen Mülldeponien oder werden in Gewässer abgeleitet.

 

Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik gab es im Jahr 2017 insgesamt 11.338 registrierte Straftaten gegen die Umwelt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 811 Fälle (2016: 12.149 Straftaten). Die Polizei vermutet jedoch, dass längst nicht alle Umweltdelikte aufgedeckt werden und geht von einer hohen Dunkelziffer aus. Die meisten Straftaten beziehen sich auf den unerlaubten Umgang mit gefährlichen Abfällen: 2017 wurden in diesem Bereich 7.345 Fälle erfasst. Die zweithäufigste Sünde gegen die Umwelt ist die Verunreinigung eines Gewässers (2.303 Fälle). An dritter Stelle ist die Verunreinigung von Boden (886 Fälle) zu nennen. Weitere Straftaten sind das unerlaubte Betreiben von Anlagen (327 Fälle), die unerlaubte Abfallein-, aus- und -durchfuhr (152 Fälle), die Luftverunreinigung (135 Fälle) und der unerlaubte Umgang mit radioaktiven Stoffen und anderen gefährlichen Gütern (105 Fälle).

Die Aufklärungsquote der Straftaten gegen die Umwelt liegt bei 58,1 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr nur minimal gesunken (2016: 58,6 Prozent). Die größte Chance, dass Verstöße aufgeklärt werden, besteht beim unerlaubten Betreiben von Anlagen (96,3 Prozent), bei der Abfallein-, aus- und -durchfuhr (90,8 Prozent) und beim unerlaubten Umgang mit radioaktiven Stoffen und anderen gefährlichen Gütern (80 Prozent).

Eine zweite große Gruppe der Umweltkriminalität ist der Verstoß gegen das Naturschutz-, Tier-, Bundesjagd- oder Pflanzenschutzgesetz. Im Jahr 2017 erfasste die Polizei 6.657 Fälle. Das sind 463 weniger als im Vorjahr. Bei solchen Delikten lag die Aufklärungsquote bei 57,2 Prozent.

MW (26.10.2018)

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