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Giftige Abfälle und verschmutzte Seen

Bei vielen Produktionsprozessen entstehen giftige Abfälle und Abwässer. Sie zu entsorgen ist teuer. Deshalb landen sie immer wieder auf illegalen Mülldeponien oder werden in Gewässer abgeleitet.

Hohe Dunkelziffer bei Umweltkriminalität in Deutschland


Illegaler Müllschutt, den die Polizei ausfindig gemacht hat

© LKA Brandenburg

 

Bei vielen Produktionsprozessen entstehen giftige Abfälle und Abwässer. Sie zu entsorgen ist teuer. Deshalb landen sie immer wieder auf illegalen Mülldeponien oder werden in Gewässer abgeleitet.

 

Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik gab es im Jahr 2016 insgesamt 12.149 registrierte Straftaten gegen die Umwelt. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen erfreulichen Rückgang um 2,7 Prozent (2015: 12.485 Straftaten). Die Polizei vermutet jedoch, dass längst nicht alle Fälle entdeckt werden und geht von einer hohen Dunkelziffer aus. Die meisten Straftaten gegen die Umwelt beziehen sich auf den unerlaubten Umgang mit gefährlichen Abfällen: 2016 wurden in diesem Bereich 7.528 Fälle erfasst. Die zweithäufigste Sünde gegen die Umwelt ist die Verunreinigung eines Gewässers (2.563 Fälle). An dritter Stelle ist die Verunreinigung von Boden (909 Fälle) zu nennen. Weitere Straftaten sind das unerlaubte Betreiben von Anlagen (415 Fälle), die unerlaubte Abfallein-, aus- und -durchfuhr (370 Fälle), die Luftverunreinigung (127 Fälle) und der unerlaubte Umgang mit radioaktiven Stoffen und anderen gefährlichen Gütern (112 Fälle).

Die Aufklärungsquote der Straftaten gegen die Umwelt liegt bei 58,6 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr nur minimal gesunken (2015: 59,7 Prozent). Die größte Chance, dass Verstöße aufgeklärt werden, besteht beim unerlaubten Betreiben von Anlagen (96,4 Prozent), bei der Abfallein-, aus- und -durchfuhr (84,9 Prozent) und bei der Luftverunreinigung (80,3 Prozent).

Eine zweite große Gruppe der Umweltkriminalität ist der Verstoß gegen das Naturschutz-, Tier-, Bundesjagd- oder Pflanzenschutzgesetz. Im Jahr 2016 erfasste die Polizei 7.120 Fälle dazu. Das sind 220 weniger als im Vorjahr. Hier gibt es eine Aufklärungsquote von 56,2 Prozent.

 

MW (30.06.2017)

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